„Den Metallgeruch vergisst man nicht“

Foto: DIS AGSven Telemann (links) und André Pfeffer vom Personaldienstleister DIS AG in Stade stellen sich dem Fachkräftemangel in den gewerblich-technischen Branchen mit guter Laune und großem Einsatz entgegen.

Von der Werkstatt an den Schreibtisch

Noch vor ein paar Jahren leitete Sven Telemann die Werkstatt einer bekannten deutschen Brauerei. Zusammen mit dem Team hat er sich bei Großveranstaltungen um den Aufbau und die technische Betreuung von Schankanlagen und Großeinheiten gekümmert, war für die Wartung und Reparatur der Anlagen verantwortlich. Als gelernter Schiffs-bauer konnte er bestens mit Metall umgehen. Als aber die Brauerei verkauft wurde, änderten sich die Rahmenbedingungen – und Sven Telemann, der inzwischen eine Fortbildung zum Industriemeister Metall begonnen hatte, sah sich nach etwas Neuem um.

Sven Telemann, Personalreferent beim Stader Personaldienstleister DIS AG, setzt auf nachhaltige Beziehungen zu seinen Auftraggebern


„Ich war offen für alles“, sagt der heute 38-Jährige. So landete er Anfang 2008 als Personalreferent bei der DIS AG in Stade. Ein Wechsel von der Werkstatt an den Schreibtisch. Ihm sei klar gewesen, dass er in der Zeitarbeitsbranche mit Gegenwind zu rechnen haben würde, sagt er. Aber: „Ich habe das als Herausforderung angesehen.“ Bereut hat der Industriemeister den Schritt nie. Viele der Vorurteile, mit denen die Zeitarbeit zu kämpfen habe, hätten schlicht keine Berechtigung, sagt er. „Ich würde auch meinen Freunden die DIS AG als Arbeitgeber empfehlen.“ Seine Frau, Jasmin Telemann, arbeitet übrigens auch bei der DIS AG – als Personalreferentin für den Bereich Office & Management.

Seine Vergangenheit als Schiffsbauer hat es Sven Telemann leicht gemacht, schnell einen guten Kontakt zu seinen Kunden aufzubauen. Die Kenntnisse aus der Metallerzeit lassen ihn auf Augenhöhe mit den Industrie-Unternehmern aus der Region sprechen, von einem Experten zum anderen sozusagen. „Die Leute merken schnell, ob einer Ahnung hat“, sagt er. Telemann kann sich als Personalreferent für den Bereich Industrie schnell in spezielle Anforderungen und Problemstellungen hineindenken. Er habe alle Arbeitsplätze seiner Kunden genau vor Augen, sagt er. Bei der Besetzung einer Stelle wisse er daher, worauf es ankomme, und könne sich entsprechend zielgenau auf die Suche nach einem Bewerber machen.

Dass er trotzdem nicht immer den geeigneten Kandidaten findet, liegt am Fachkräftemangel, der gerade im gewerblich-technischen Bereich nach wie vor auf hohem Niveau ist. Der aktuelle DIS-AG-Fachkräftekompass, für den mehr als 250 Entscheider und Personalverantwortliche befragt werden, zeigt, dass die Industriebranche am stärksten betroffen ist. Hier spüren 48 Prozent der Umfrageteilnehmer den Mangel an Fachkräften. Auch Sven Telemann hat auf seinem Schreibtisch mehr Anfragen aus der Industrie als geeignete Bewerber.

„Der Schlüssel zur Behebung des Problems liegt sowohl in der Ausbildung als auch in geeigneten Weiterbildungsmaßnahmen“, sagt Telemann.

In einigen Fällen sei es durchaus möglich, Bewerber aus artverwandten Berufen entsprechend zu schulen. Liegt die Kundenanfrage allerdings bereits vor, fehle die Zeit für diese Qualifizierungsmaßnahmen.

„Eine Fachkraft ist bei uns eine Fachkraft”

„Bei uns bekommen die Unternehmen genau den Kandidaten, den sie suchen“, betont Telemann. „Eine Fachkraft von uns ist auch eine Fachkraft.“ Auch wenn die Suche mal ein wenig länger dauere. Mogelpackungen gebe es bei der DIS AG nicht, schließlich würden sich die Kunden auf das Urteil verlassen. Das Thema Aus- und Weiterbildung will die DIS AG weiter vorantreiben. Eventuell werde man selbst wieder im gewerblich-technischen Bereich in Kooperation mit Kundenunternehmen ausbilden, so Telemann. Eine sogenannte überbetriebliche Ausbildung. Das Hauptproblem sei, dass gewerblich-technische Berufe nicht mehr so stark nachgefragt würden. „Körperliche Arbeit, Jobs, in denen richtig gerissen wird, sind nicht begehrt“, konstatiert er. Einerseits kann der Personalreferent das gut verstehen, er selbst hat sich schließlich für eine Schreibtischtätigkeit entschieden. Andererseits: „Den Metallgeruch vergisst man nicht.“ Manchmal, wenn er Kunden besuche, packe ihn eine regelrechte Sehnsucht nach dem Schweißgerät . . .  lr

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