Eine Lehrstunde zum Thema Europa

Foto: Wolfgang BeckerGast und Gastgeber: Der spanische Botschafter Pablo Garcia-Berdoy (links) und Jochen Winand, Vorsitzender des Wirtschaftsvereins.

Gastredner beim 67. Herrenabend des Wirtschaftsvereins: Der spanische Botschafter S. E. Pablo Garcia-Berdoy

Exzellent – nicht nur der Gast, auch der Vortrag: Mit dem Thema „Braucht Europa Europa?“ servierte Seine Exzellenz der Botschafter aus Spanien, Pablo Garcia-Berdoy, den rund 300 Gästen im Hotel Lindtner anspruchsvolle Kost, aber eben auch eine höchst kompetente Sichtweise auf das „Gesellschaftsmodell Europa“. Der traditionelle Herrenabend des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden ist einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Hamburger Süden.

Der Botschafter ging auf die Ukraine-Krise, den Binnenmarkt und die soziale Sicherheit in Europa ein. 

Garcia-Berdoy räumte ein, dass das EU-Regelwerk oft lästig sei, wer aber dagegen aufbegehre, sollte doch mal „das Fernrohr in die Hand nehmen“ und schauen, wohin die Europäische Union am Ende führen wird: „Die europäischen Staaten hätten für sich betrachtet niemals die kritische Masse erreicht, ihre Interessen international durchzusetzen.“ Ohne die EU wäre es nicht möglich, auf die Ukraine-Krise zu reagieren, ohne in eine Konfrontation zu geraten. „Stellen Sie sich mal vor, Deutschland oder Polen oder ein anderer Staat hätte sich allein dagegen stellen müssen.“ Der Diplomat beendete seinen Vortrag mit einem Satz, über den nachzudenken lohnenswert ist: „Wir sitzen alle in einem Boot und haben Souveränität aufgegeben – in Wahrheit, um sie zu erhalten.“ wb