Mit hohen Erwartungen in die erste Saison

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Kulturspeicher geht mit hochkarätigen Musikern und politischer Note an den Start

Die Renovierung schreitet planmäßig voran, und damit hat der Hamburger Süden ab Mai 2015 eine weitere kulturelle Spielstätte: Der Kulturspeicher am Kaufhauskanal im Harburger Binnenhafen geht mit elf Veranstaltungen in seine Eröffnungssaison. Pünktlich zum Weih-nachtsgeschäft stehen jetzt die Karten für kulturelle Ereignisse in Hamburgs ältestem erhaltenen Großspeicher aus dem Jahr 1027 zur Verfügung.

Der Speicher und die benachbarte Villa Lengemann gehörte dem Harburger Traditionsunternehmen Lengemann & Eggers (heute geführt von Arnold
Rückert), das auf dem Gelände jahrzehntelang angesiedelt war. Eigentümer der Immobilien ist Rolf Lengemann, der das Fachwerkgebäude in der Blohmstraße 22 derzeit mit Unterstützung des Hamburger Denkmalschutzamts und der Stiftung Denkmalpflege restaurieren und zur Kulturstätte  ausbauen lässt.

Foto: Sabine Lepél

Henry C. Brinker (Geschäftsführer) und Rolf Lengemann (rechts), Eigentümer des Speichers am Kaufhauskanal.
Foto: Sabine Lepél

Die Geschäftsführung des Kulturspeichers hat Henry C. Brinker übernommen, früher unter anderem Chefreporter der „Gala“ und Programmdirektor von „Klassik-Radio“. Der  ehemalige Kommunikationsdirektor der Dresdener Semperoper verfügt über beste Kontakte zu hochkarätigen, international bekannten Künstlern. Einige davon will er nun in den Hamburger Süden locken. Mit dem weltbekannten Pianisten Lev Vinocour ist ihm dies bereits gelungen: Er wird bei der Eröffnungsgala am 30. Mai Werke von Kirchner und Chopin spielen.

Im Gegensatz zu anderen Kultur-Großprojekten in der Hansestadt wird der Speicher am Kaufhauskanal rechtzeitig fertig und bleibt auch mit einem Investitionsvolumen von 1,1 Millionen Euro im Kostenrahmen, prophezeit Investor Rolf Lengemann. Er gibt dennoch zu: „Zeitweilig hing mir der Speicher wie ein Mühlstein um meinen Hals. Ich bin jetzt allerdings sehr froh über diese Lösung. Es ist ein schöner Gedanke, dass an diesem Ort nicht irgendwelche Luxuswohnungen entstehen, sondern etwas für alle Menschen geboten wird.“ Und das auf hohem Niveau: Das Privathotel Lindtner konnte als Partner für das Catering gewonnen werden. Ab Juni wird es zudem von montags bis donnerstags ein „Lunchcafé“ mit einem Mittagstisch geben. Der riesige und damit  nur mit sehr viel Aufwand beheizbare Speicher soll nach dem Eröffnungswochenende am 30./31 Mai, bei dem auch die Dres-dner Sopranistin Ingeborg Schöpf zu Gast sein wird, als saisonale Spielstätte von April bis Oktober betrieben werden. Das Programm der Eröffnungssaison bietet insgesamt elf Veranstaltungen und wartet mit vielen Höhepunkten auf. Am
15. Juli gastiert mit Dorothee Oberlinger eine Blockflötistin von Weltrang im Speicher. Aber es wird beispielsweise auch eine prominent besetzte Podiumsdiskussion zum Thema „25 Jahre deutsche Einheit“ mit Hamburgs ehemaligen Ersten Bürgermeister Klaus von Dohnanyi geben. sl

Karten: Über die Homepage können von sofort an Tickets erworben werden. Sie kosten 20 Euro (1. Kategorie) oder 15 Euro (2. Kategorie), ermäßigt zehn Euro. Ein Wahlabonnement für fünf Veranstaltungen gibt es für 75 Euro.

Web: www.speicher-am-kaufhauskanal.de