Neue Führungsspitze bei der Sparkasse Stade-Altes Land

Die neue Führungsspitze der Sparkasse Stade-Altes Land: Wolfgang Schult (rechts), Vorstandsvorsitzender, und Michael Senf, Vorstandsmitglied.

Die Prioritäten für Wolfgang Schult und Michael Senf: Die persönliche Kundenbeziehung und der digitale Auftritt

Mit Wolfgang Schult (59) und Michael Senf (45) hat die Sparkasse Stade-Altes Land seit Anfang Oktober eine neue Doppelspitze. Schult ist bereits seit 1997 Vorstandsmitglied und hat jetzt den Vorsitz von seinem Vorgänger Dieter Kanzelmeyer übernommen. Senf ist völlig neu in der Region, aber erfahren in der Sparkassenorganisation. Er war zuletzt Bereichsleiter bei der Sparkasse Hildesheim und wurde nach einer deutschlandweiten Ausschreibung unter 60 Bewerbern für den Vorstandsposten in Stade ausgewählt.

Das neue Führungsduo hat sich die Aufgaben passend aufgeteilt. Schult ist für die Unternehmenssteuerung und -überwachung, die gesamten Marktfolgeaktivitäten und das Personalwesen verantwortlich, Senf konzentriert sich auf die Themen Vertrieb, Privat- und Firmenkunden, Private Banking (siehe auch Seite 11) sowie den Bereich Handel/Eigenanlagen. Dazu der Vorstandsvorsitzende: „Wir arbeiten hier nach dem Vier-Augen-Prinzip. Der Vorstand ist ein Kollegialorgan. Entscheidungen von besonderer Bedeutung werden nicht allein getroffen, da sind beide Vorstände gefragt. Dennoch hat jeder seinen Schwerpunkt.“

Michael Senf war bei der Sparkasse Hildesheim zuletzt als Bereichsleiter für das Unternehmenskundengeschäft verantwortlich. Als sich jetzt die Chance ergab, auf einen Vor-stands-pos-ten aufzurücken, setzte er sich ans Telefon – und führte das wahrscheinlich entscheidende Gespräch mit Wolfgang Schult.

Der sagt: „Es ist doch erstaunlich, wie schnell sich eine Einschätzung entwickelt, ob jemand gut passt oder nicht. So war es auch in dem Gespräch – der berühmte erste Eindruck.“

Schult ist als Vorstandsvorsitzender jetzt verstärkt auch mit repräsentativen Aufgaben befasst. Den Zuwachs von außen bezeichnet er als spannend und konstruktiv: „Jetzt kommen natürlich Fragen, warum wir etwas so machen, wie wir es machen. Das bietet die Möglichkeiten, Abläufe und Strukturen neu zu hinterfragen – das ist herausfordernd, eröffnet aber auch tolle Chancen.“ Vor allem, wenn die Chemie stimmt.

Mit 450 Mitarbeitern, 16 Geschäftsstellen in Stade und im Alten Land sowie einer Bilanzsumme von 1,7 Milliarden Euro gehört die Sparkasse im Niedersachsen-Größenvergleich zum Mittelfeld. Hildesheim ist mit vier Milliarden Euro Bilanzsumme die Nummer vier im Land. Senf: „Die Aussagekraft der Bilanzsumme ist jedoch seit Jahren umstritten. Ich denke, wir haben hier in Stade eine Größe, die es ermöglicht, die Umbruchsituation in der Bankenlandschaft gut zu bewältigen. Themen wie Niedrigzins, Technik, verändertes Kundenverhalten durch Technik und Regulatorik – beispielsweise durch die EU – sind die großen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.“ Auch Schult sagt: „Die Sparkasse wird sich verändern – weil sich das Umfeld verändert. Der digitale Kanal wird immer stärker in Anspruch genommen. Sich dort gut, einfach bedienbar und kundenfreundlich aufzustellen, das ist derzeit eines unser wichtigsten Themen.“ Und das, ohne den persönlichen Bezug zu verlieren, wie Senf betont: „Jeder Kunde hat einen persönlichen Ansprechpartner – den er anrufen, besuchen und künftig vielleicht auch über Video-Chat kontaktieren kann.  Der feste Ansprechpartner hat jedoch oberste Priorität. Wir leben von der direkten Beziehung und von hoher Qualität. Deshalb sind wir vielleicht etwas teurer als Online-Banken, aber wenn es ein Problem gibt, dann sind wir zur Stelle.“

Michael Senf ist Vater von vier Kindern. Weil der älteste Sohn im kommenden Jahr Abitur macht, zieht die Familie erst danach gen Norden – nach 25 Jahren in Hildesheim ist das ein großer Schritt, wie er einräumt. Die Balance von Beruf und Familie ist ihm sehr wichtig. Und dass der neue Job in Norddeutschland ist, passt ebenfalls gut: „Ich bin eher Seetourist als Bergwanderer . . .“ wb