Elefantengras aus dem Landkreis Stade – Pro Hektar wachsen 5000 Liter Öl

Foto: Rachel WahbaAlbrecht Schneider im Stöver’schen Miscanthus-Lager hinter dem Firmengebäude: Hier wird nur für den Eigenbedarf angepflanzt und geerntet. Foto: Rachel Wahba

Nachhaltiger Brennstoff vom Acker: Elefantengras aus dem Landkreis Stade

Die Ernte ist geschnitten, liegt unter Dach und Fach und kann jetzt nach und nach verheizt werden. Die Rede ist von Miscanthus – besser bekannt unter den Namen Chinaschilf oder Elefantengras. Im April wird die sechs Hektar große Fläche geerntet, die Ingo Stöver, Diplomingenieur und Geschäftsführer des Heizungsunternehmens Stöver GmbH in Himmelpforten anbaut. Die jährliche Ernte übernimmt ein Lohnunternehmen. Beheizt wird damit das Firmengebäude an der Bundesstraße 73, aber auch ein benachbartes Wohngebäude.

Vor etwa sieben Jahren setzte der Heizungsbauer, der auf regeneratives Heizen setzt, ein Signal mit seinem Elefantengras. Der biogene Brennstoff ist speziell für Hackschnitzel-Heizungsanlagen geeignet. Miscanthus hat einen ähnlichen Brennwert wie Holzhackschnitzel. Eine geeignete Heizungsanlage kann problemlos mit beiden Brennstoffen befeuert werden.

„Mit unserer Heizungsanlage wollen wir unseren Kunden zeigen, dass es sich in jeden Fall lohnt, auf biogene Brennstoffe zu setzen. Und die Vorteile des Miscanthus sind enorm. Nach dem Anpflanzen der Wurzeln, der sogenannten Rhizome, braucht das am Ende etwa 2,5 Meter hohe Elefantengras lediglich im ersten Jahr des Wachstums intensivere Pflege. Danach ist der Arbeitsaufwand verschwindend gering und man produziert einen ausgezeichneten Brennstoff“, sagt Albrecht Schneider, Kaufmännischer Betriebsleiter der Firma Stöver.

Foto: Ingo Stöver

Rund 2,5 Meter hoch ist das Elefantengras, wenn es im April von einem Lohnunternehmer geerntet wird. Nach dem Häckseln wird der biogene Brennstoff trocken gelagert. Foto: Ingo Stöver

Je Hektar, sagt Schneider, „wachsen etwa 5000 Liter Öl“. Er rechnet vor, dass die Kosten für Anbau und Ernte von Miscanthus bei rund 20 bis 25 Prozent der Kosten für Heizöl liegen. Einen Haken aber hat der biogene Brennstoff: Er ist nicht fließfähig, im Gegensatz beispielsweise zu Pellets. Er braucht also Lagerplatz. Schneider: „Das heißt, für ein Einfamilienhaus ist diese Art des Heizens keine Option. Aber wenn sich mehrere Hausbesitzer zusammenschließen und gemeinsam eine Hackschnitzel-Anlage benutzen, könnte Miscanthus ins Spiel kommen. Absolut machbar ist das Heizen mit diesem Brennstoff für landwirtschaftliche Betriebe. Dort findet sich immer ein überdachtes Lager, von dem aus die Heizungsanlage versorgt werden kann“, so Schneider. Die Kosten-Nutzen-Rechnung liege auf der Hand. Einen Miscanthus-Produzenten gibt es bereits im Landkreis Stade: Biolandwirt Hinrich Poppe aus
Ruschwedel. raw