„Dann legen wir mal los . .

Nicht nur zu Ostern: Hühnereier sind kaum vom Speiseplan wegzudenken. Ob als Frühstücksei, Omelett, pochiert, buntes Osterei oder in süßen Speisen wie Kuchen und Desserts bis hin zu herzhaften Gerichten wie Salaten, Senfeiern, Eier Benedict sowie in Saucen wie der beliebten Hollandaise und im Eierlikör: Die Einsatzbreite ist immens. Mach mal Ei! Rezepte unter http://magazin.schoenecke.de

Geflügelhof Schönecke: Hier dreht sich seit 1998 alles um das Freiland-Ei und was daraus werden kann

Das Huhn an sich ist weltweit betrachtet ein omnipräsenter Vogel, der vermutlich wider Willen eine tragende Rolle in der Welternährung spielt. Ob als „halve Hahn“ in Köln, Chicken Wings in Detroit oder Curry-Huhn in Bangladesh, als Hühnchen-Reis ins Simbabwe, Hühnersuppe in China oder Streifen vom Fasanenbrustfilet an Senf-Salat mit bunten Linsen auf Sylt – es gibt kaum eine Ecke dieser Welt, deren Speiseplan nicht vom Hühnervogel erobert wurde. Gegrillt, gekocht, frikassiert, in Teilen oder als Ganzes – ohne Huhn geht nichts mehr. Doch vor dem Huhn war das Ei. Was zuerst da war, darüber streiten die Philosophen, Fakt ist: Das Ei ist mindestens genauso nahrhaft und präsent wie das Huhn. Ob weiß, braun, gesprenkelt oder gar grün – Eier sind der Stoff, aus dem ganze Speisekarten gestrickt werden. Und sie sind das Hauptprodukt, das der Geflügelhof Schönecke in Elstorf erzeugt und vermarktet.

Seit 1998 lässt Henner Schönecke (44), in vierter Generation Inhaber des Elstorfer Familienbetriebes, seine Legehennen der Rasse „Lohmann brown lite“ auf den Wiesen in Ardestorf bei Neu Wulmstorf laufen – insgesamt 38 000 Freilandhennen, aufgeteilt in drei Herden und zwei Standorte (weitere Hennen in Bodenhaltung). Der Stall auf dem Taterberg war im Elbe-Weser-Raum einer der ersten dieser Art. Damals war die Nachfrage nach Eiern aus der Freilandhaltung noch gering. „Das ist ja nun gut 20 Jahre her. Seitdem hat sich das Verbraucherverhalten deutlich verändert“, stellt Henner Schönecke fest. „Heute kommen wir mit der Produktion nicht hinterher. Wir bieten Regionalität und Freilandhaltung an und sind dazu so transparent wie noch nie. Auch wir als Landwirte haben uns also komplett verändert. Früher ging man doch nicht mit Kunden durch den Stall“, weiß der Landwirt und Kaufmann zu berichten. 2014 erhielt er für den transparenten Ansatz den CERES Award in der Kategorie Geflügel.

Jedes Ei wird 
begutachtet

Jede Henne hat mehr als vier Quadratmeter Auslauf. Die Freilandhaltung bietet den Hennen artgerechte Lebensbedingungen: Sie können scharren, picken, trinken und fressen und haben ein ruhiges Nest, in das sie sich frei nach dem Motto „Dann legen wir mal los . . .“ zurückziehen können. Damit sich die Hühner im Freilandauslauf wohlfühlen, wurden Büsche gepflanzt und Unterstände aufgestellt, unter denen sie sich verstecken können. Denn Hühner fürchten die Gefahr von oben durch Bussarde und andere Beutegreifer. Außerdem sehen sie nicht besonders gut, je heller ihre Umgebung ist – umso wichtiger ist schützendes Laubwerk über ihnen.

In den beiden Ställen in Neu Wulmstorf-Ardestorf werden unterschiedliche Rassen gehalten: Lohmann brown lite (eher ruhig, legt kleinere Eier, höhere Legeleistung) und novoGen brown light (noch ruhiger, besseres Federkleid). Erstere gilt als die wahrscheinlich leistungsfähigste Legerasse weltweit. Eine Herde bleibt in der Regel 1,5 Jahre im Legedienst, wird danach komplett ausgetauscht. Jede Henne legt in dieser Zeit bis zu 400 Eier. Anschließend werden die Tiere zur Schlachtung in einen Betrieb bei Bremervörde gefahren.
Mittags werden die tagesfrischen Eier gesammelt und in der nur zwei Kilometer entfernten Sortierhalle in Elstorf auf ihre Qualität überprüft: Jedes Ei wird durchleuchtet und von einer erfahrenen Mitarbeiterin begutachtet. Hier ist bei Schönecke Handarbeit von geschultem Personal Realität, während andere bereits Computer die Eier prüfen lassen. Das Futter für die Hennen, wichtiges Qualitätsmerkmal, bezieht Schönecke seit Jahren aus einem Hamburger Futterwerk. Viele Bestandteile stammen aus der Region, Schönecke selbst baut auch Futtergetreide auf eigenen Flächen an.

Und ab in die Egg-Box

Nur qualitativ einwandfreie Eier mit unversehrter und sauberer Schale kommen in die innovative Eggbox-Schachtel. Inzwischen werden die Eier in 4er-, 6er- und 10er-Schachteln oder auf 30er-Pappen verpackt. Beliebt sind die kleinen Körbe mit 20 Freiland-Minis. Sie werden tatsächlich von Hand befüllt. Bereits am nächsten Morgen schwärmen die freundlichen Servicefahrer von Schönecke in die Region aus und versorgen die Kunden und die eigenen Marktstände mit frischen Eiern aus eigener Freiland- und Bodenhaltung, deutschen Bio-Eiern und Hähnlein-Eiern aus einem „Bruderhahn-Projekt“ in Mecklenburg. Darüber hinaus bietet Schönecke ganzjährig eine große Auswahl an bunten, gefärbten und gekochten Eiern, Frischgeflügel aus Norddeutschland und der Welt, von Wachtel bis Strauß, Feinkostsalate, kalte und warme Platten sowie einen Partyservice.

„Eier-Feier“ 
am 18. Juni

Alle drei Jahre findet die große „Eier-Feier“ auf dem Freilandgelände statt, die nächste am 18. Juni 2017. Dann feiert der Familienbetrieb ein großes Familienfest mit Genuss und Spaß – denn so ist Familie Schönecke und auch die Firmenpolitik: hart arbeiten, viel arbeiten, aber auch viel feiern und vor allem: genießen. Zeit für die Familie, auch für Hobbys und gutes Essen, sind für Henner Schönecke und seine Frau Ruth Staudenmayer der wertvollste Schatz. Diese Werte werden im Betrieb gelebt. „Unseren Kunden geht es ja genauso. Man ist häufig von den Zwängen des Alltags getrieben. Gutes und gesundes Essen nimmt damit einen wichtigen Stellenwert ein. Das bieten wir ihnen an – zum selbst Kochen oder als verzehrfertiges Gericht“, sagt Ruth Staudenmayer. Sie ist im Betrieb für die Filialen und Märkte zuständig. wb/rs
Wer an einer Führung interessiert ist, vereinbart einen individuellen Termin unter besichtigu gstermine veröffentlicht der Betrieb regelmäßig auf seiner Homepage www.schoenecke.de

Wunderwaffe Ei

Das Ei mit seinem hohen Eiweiß-Gehalt ist eine kleine Wunderwaffe mit erstaunlichem Inhalt. Eier weisen einen extrem hohen Nährwert auf – vor allem an Vitaminen und Mineralstoffen. Ein Hühnerei der Größe L hat etwa 80 bis 90 Kilokalorien, die vor allem aus Eiweiß und Fett (mehr als 50 Prozent ungesättigt) bestehen. Darüber hinaus enthält vor allem das Eigelb die wichtigen Mineralstoffe Kalzium, Phosphor, Eisen, Natrium, Zink und Selen in vergleichsweise hohen Konzentrationen. Im Hühnerei stecken außerdem viele Vitamine. Unter anderem ist auch die für Schwangere und Stillende essenzielle Folsäure im Ei konzentriert vorhanden. Außerdem deckt sich mit einem Ei schon ein Drittel des Erwachsenen-Tagesbedarfs an Vitamin D und B12.

Thema Cholesterin: Forscher haben schon vor Jahren herausgefunden, dass sich durch den Verzehr von Eiern die Cholesterinwerte im Blut kaum erhöhen. Im Gegenteil: Bei vielen Testpersonen sank der Spiegel sogar. Grund: Wird der Stoff über die Nahrung aufgenommen, drosselt der Körper die Eigenproduktion. Ein Ei pro Tag darf daher ruhig auf dem Speiseplan stehen.

Eier sind Gehirn-Nahrung: Ein Frühstücksei enthält viel Lecithin, das wiederum Cholin enthält – und das wirkt im Gehirn wie eine Art Treibstoff.
Eier liefern Energie für den Tag: In Eiern steckt viel hochwertiges Eiweiß. Besonders wichtig für unsere Laune: die Aminosäure (Eiweißbaustein) Tryptophan. Sie ist unmittelbar an der Bildung des Glückshormons Serotonin beteiligt. Ein Frühstücksei enthält außerdem jede Menge B-Vitamine, vor allem B2, B6, B12, die den Stoffwechsel ankurbeln.

Eier helfen gegen Stress: Bestimmte Nahrungsmittel enthalten hochwirksame Anti-Stress-Stoffe. Die besten: Nüsse, Bananen und Zitrusfrüchte (Magnesium), Schalentiere und Getreide (Chrom), grünes Gemüse und Eier (Zink).
Eier helfen beim Abnehmen: Hühnereier beeinflussen den menschlichen Hormonhaushalt. Das freigesetzte Hormon Adinopectin verstärkt die Wirkung des Insulins im Fettgewebe und kurbelt den Fettstoffwechsel an.