Hightech à la Heitec

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Wegbereiter für die Industrie 4.0 Automatisierung und virtuelles Engineering auch in der Lebensmittelindustrie.

Frau Antje aus Holland, der drollige Bärenmarken-Bär, eine seit 25 Jahren gertenschlanke, weißgekleidete Lady, die am weiten Strand genüsslich ein Kokos-Konfekt vernascht – es schwang schon immer ein Hauch Romantik mit, wenn es um die Vermarktung von Lebensmitteln ging. Dass sich auch die zarte Raffaello-Kugel vor dem ersten und zumeist letzten Kontakt mit einem Menschen durch eine Maschinenanlage quälen muss, wird dabei zumeist übersehen. Sicherlich ist die automatisierte Welt der Food-Branche nicht wirklich romantisch, faszinierend ist die Technologie dennoch. Und sie entwickelt sich im digitalen Zeitalter rasant weiter, wie Christian Kurtz, Vertriebsleiter Nord der Heitec AG, im Gespräch mit B&P erläutert.

Seit Ende vorigen Jahres ist die in Erlangen ansässige Heitec AG im Großraum Hamburg präsent. Kurtz leitet den 19. Standort und ist zurzeit dabei, Kontakte zur Industrie aufzubauen. Er sagt: „Wir verstehen uns als System-Integrator im Bereich der Automatisierung. Das gilt per se erstmal für Produktionsanlagen aller Art, aber einen Schwerpunkt haben wir durchaus auch in der Lebensmittelindustrie.“ Zum Beispiel in der Verpackungstechnik, der Energie- oder Medienversorgung oder im Bereich der Logistik. Wenn es beispielsweise darum geht, eine Highspeed-Getränkeabfüllanlage zu optimieren oder weitere Komponenten zu integrieren, ist das ein Fall für die Heitec-
Ingenieure.

Typischerweise ist das Unternehmen überall dort im Einsatz, wo produziert wird. Stichworte: Verpackung, Logistik, Sicherheits-technik, Datenverwaltung, Visualisierung. Die Kernkompetenz liegt in der Verbindung der drei Bereiche Software, Elektronik und Mechanik. Zu den Kunden zählen Unternehmen wie BMW, Airbus, KUKA, Siemens, Dräger, Nestlé, Vestas und Lürssen.

Der digitale Zwilling

Das Thema Digitalisierung ist derzeit in aller Munde. So langsam setzt sich auch im Mittelstand die Erkenntnis durch, dass sich hier tatsächlich eine industrielle Revolution abzeichnet. Unter dem Begriff Heitec 4.0 bringt das Unternehmen nun einen Service auf den Markt, der exakt hier ansetzt: „Wir sind in der Lage, eine Produktionsanlage gleich welcher Art eins zu eins virtuell nachzubauen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine neue Anlage oder eine bereits vorhandene handelt. An vorhandenen Schnittstellen können wir neue Komponenten virtuell einfügen und die Steuerung programmieren. Der Vorteil: Diese Programmierung lässt sich dann ohne Zeitverlust sofort auf die reale Anlage übertragen. Der Produktionsausfall wird minimiert, dadurch spart der Kunde Geld“, sagt Christian Kurtz.

Beim virtuellen Engineering wird ein digitaler Zwilling erzeugt. Kurtz: „Das ist zwar zunächst ein zusätzlicher Aufwand, führt aber zu einer hohen Fehlervermeidungsquote, welche den Aufwand wiederum rechtfertigt.“ Im Klartext: Wenn eine Anlage neu aufgebaut, überholt oder erweitert wird, liegt die fertige Programmierung bereits vor, wenn die Hardware betriebsbereit ist. Gerade in Bereichen, in denen die Produktion rund um die Uhr läuft, ist das ein großer Vorteil, wie Kurtz sagt. Zudem lassen sich am virtuellen Modell auch unterschiedliche Auslastungsszenarien sowie eine Integration in eine übergeordnete Gesamtanlage testen. Und: „Wo andere noch über Industrie 4.0 nachdenken, sind wir bereits seit Jahren tätig. Wir beherrschen die digitale Methodik, das digitale Engineering und die digitale virtuelle Umsetzung – das alles ebnet den Weg zur vernetzten Produktion.“

Büros im hit-Technopark

Heitec Hamburg hat sich im hit-Technopark angesiedelt. Standortleiter Christian Kurtz: „Hier passen wir inhaltlich am besten hin. Ich finde es sehr komfortabel, wenn man bestimmte Fragen direkt auf dem Flur klären kann, weil hier zufällig jemand aus dem Themenbereich arbeitet.“ Er wohnt in Holm-Seppensen und ist bereits seit 18 Jahren in der Region. Nach dem Studium in Stuttgart war er unter anderem für Siemens und E&K Automation in Rosengarten tätig. Die Heitec AG wurde 1984 von Richard Heindl in Erlangen gegründet – eine Ingenieurgesellschaft mit zunächst drei Mitarbeitern. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 1000 Mitarbeiter in ganz Deutschland, Österreich, Rumänien, der Slowakei und der
Türkei. wb

Web: www.heitec.de