Brainstorming auf dem Achterdeck

Wolfgang BeckerEr hatte die Idee: Klaas Höpcke sitzt in einem Raum auf dem Oberdeck. Hier soll es still sein, um konzentriert arbeiten zu können. Wolfgang Becker

Mit Blick auf „Elphi“: Die „Seute Deern“ ist Deutschlands erstes Co-Working-Ship

Büros in der Hafen-City sind teuer. Erst recht, wenn der Blick direkt auf den Hafen und die Elbphilharmonie fällt, denn cooler geht es derzeit kaum. Doch jetzt bekommen die edlen Büroetagen unerwartete Konkurrenz: Das schneeweiße ehemalige Seebäderschiff „Seute Deern“ wird zu Deutschlands erstem Co-Working-Ship. Für 16 Euro pro Tag können sich dort interessierte Co-Worker einmieten – inklusive „Elphi“-Blick, maritimer Note und der inspirierenden Atmosphäre der Hafen-City. Studenten zahlen die Hälfte. Es gilt der Satz: „So wie Sie arbeiten, möchte ich mal Urlaub machen . . .“

Die Idee hatte Klaas Höpcke, bei HC Hagemann real estate als Projektmanager für das Lighthouse angestellt. Der junge, kreative Manager stellte in einer Besprechungsrunde die Frage, warum auf dem Schiff niemand arbeiten würde. Die zündende Idee für das „Coworking Ship Hamburg“ war geboren, und Schiffseigner Arne Weber reagierte mit dem Satz: „Das ist jetzt dein Schiff – mach was draus.“


Die „Seute Deern“, die an herausragender Stelle als Traditionsschiff im Sandtorhafen liegt, ist fahrtüchtig und immer mal wieder auf Tour – zum Beispiel beim Hamburger Hafengeburtstag. Die meiste Zeit aber liegt der ehemalige Helgolandfahrer am Ponton. Hier sollen nun nicht nur HCH-Mitarbeiter samt Laptop Station machen können, sondern auch Nutzer, die einen Arbeitsplatz auf Zeit suchen. Kaffee ist an Bord, WLAN ebenfalls. Wenn es gut läuft, treffen sich auf dem Schiff Leute, die miteinander ins Gespräch und vielleicht sogar auf neue Ideen kommen. Und wenn es noch besser läuft, dann scheint in Hamburg auch mal die Sonne und lockt zum Brainstorming aufs Achterdeck.

Klaas Höpcke: „Die ‚Seute Deern‘ hat 600 000 Seemeilen hinter sich – das sind fast 30 Weltumrundungen. Jetzt ist sie Deutschlands erstes Co-Working-Ship und liegt damit voll im Trend.“ Und der geht so: Weg vom langweiligen Homeoffice, rein ins volle Hamburger Leben – zum Arbeiten. Die Räume bieten Platz zum Kommunizieren und Telefonieren, aber eben auch zum konzentrierten Arbeiten am PC. Höpcke: „Wir müssen mal sehen, wie sich das entwickelt. Entsprechend belegen wir die Räume.“ wb

Web: www.coworking-
ship-hh.de