Damit die Wirtschaft Zukunft hat: Stade investiert in die Datenautobahn

15 Millionen Euro für die Breitbandversorgung – Infrastruktur für die Wirtschaft sicherstellen.

Unzureichend – mit diesem Wort charakterisiert Michael Seggewiß, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Landkreis Stade GmbH, die Anbindung des Landkreises an das bundesdeutsche Autobahnnetz. Während Städte wie Lüneburg, Winsen, selbst Buchholz längst direkt über Autobahnen erreichbar sind und davon wirtschaftlich stark profitieren, ist der Landkreis Stade immer noch außen vor. Kurz: Die nach wie vor nicht vorhandene A26-Anbindung hemmt die Entwicklung nachhaltig. Trotz dieser in-frastrukturellen Achillesferse rüstet der Landkreis auf. In den kommenden Jahren sollen allein 15 Millionen Euro in den Ausbau des Breitbandnetzes investiert werden. Fördermittelbescheide über sieben Millionen Euro vom Bund und zwei Millionen Euro vom Land liegen bereits vor, sagt Seggewiß und betont, dass dies auch den Unternehmen zugutekommen wird. Breitband sei eine Grundvoraussetzung für Logistik, für das Thema Industrie 4.0, für die Anforderungen an moderne Arbeitsplätze und die Anbindung von Gewerbegebieten. Wenn schon keine vollständige Autobahn, dann wenigstens eine Datenautobahn.

Nach wie vor leidet Stade darunter, dass die Straßenverbindung Richtung Hamburg viele Investoren davon abhält, sich näher mit der Region zu beschäftigen. Dabei hat der Landkreis mit den beiden Städten Stade und Buxtehude durchaus attraktive Wirtschaftsstandorte vorzuweisen. Während Stade durch Namen wie Airbus, Dow und AOS eher einen industriellen Schwerpunkt hat, punktet Buxtehude mit einem breit gefächerten Unternehmensportfolio. Hier ist die Vielfalt zum Prinzip erklärt worden.


Dennoch ist es überfällig, den Landkreis angemessen zu erschließen, mahnt der Wirtschaftsförderer. In diesem Jahr sollen immerhin knapp fünf Millionen Euro für Verkehrsprojekte und die Straßengrunderneuerung ausgegeben werden. So steht es im Haushaltsplan. Zum Vergleich: Allein die Krankenhausumlage beträgt mehr als 2,5 Millionen Euro.

Seggewiß ist dennoch optimistisch, denn er ist davon überzeugt, dass sich die finanziellen Anstrengungen des Landkreises auszahlen werden: „In den vergangenen Jahren hat der Landkreis rund 80 Millionen Euro in die Bildung gesteckt. Hiervon profitieren die Berufsbildenden Schulen und Gymnasien sowie die Schulen der Gemeinden. Insgesamt wird eine Infrastruktur geschaffen, die die Region auch für Menschen interessant macht, die hier arbeiten und leben wollen. Davon wiederum profitieren die Unternehmen.“

von Wolfgang Becker