Das Tor zum Binnenhafen

BrückenquartierSo soll das Brückenquartier nach seiner Fertigstellung von der anderen Seite des Östlichen Bahnhofskanals aussehen: Links mit weißem Klinker das Wohnhaus, rechts mit rotem Klinker das Geschäftshaus – davor die Promenade entlang der Kaimauer.

Lorenz Gruppe gibt Startschuss für das Brückenquartier – Bauantrag in Kürze – Nahversorgungszentrum geplant – Wohnen auf drei Etagen

Wenn dieser Plan eins zu eins realisiert wird, bekommt der Harburger Binnenhafen an seinem Nord-Ost-Eingang endlich ein Nahversorgungszentrum für die Menschen, die im Quartier arbeiten und in wachsender Zahl auch wohnen: Die Lorenz-Gruppe hat in ihrem Brückenquartier nicht nur Platz für einen namhaften Lebensmittler (1200 Quadratmeter Verkaufsfläche) vorgesehen, sondern auch für fünf weitere Ladengeschäfte. Die Änderung des Bebauungsplans, der an dieser Stelle weder Wohnen noch großflächigen Einzelhandel vorsieht, liegt derzeit noch öffentlich aus, dürfte aber keine Hürde darstellen, da Politik und Verwaltung die Entwicklung durchweg befürworten.

Das Brückenquartier soll ab Frühjahr 2016 auf der Fläche zwischen der Theodor-Yorck-Straße und dem Östlichen Bahnhofskanal entstehen. Es besteht aus zwei Gebäudekomplexen. Vorn am Veritaskai sind Büro- und Einzelhandelsflächen geplant, dahinter in zweiter Reihe ein speziell für den Standort entwickeltes Wohnhaus: Im Erdgeschoss sind 70 Stellplätze für Kunden der Läden vorgesehen. Die Autos der Bewohner stehen in der Tiefgarage (51 Plätze), die bequem über eines der fünf Treppenhäuser einschließlich Fahrstuhl erreicht werden kann.

Gärten im Innenhof

51 Wohnungen, darunter zwölf dreistöckige Maisonette-Wohnungen mit Dachterrassen (drittes bis fünftes Geschoss), gruppieren sich um einen 800 Quadratmeter großen Innenhof. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind „normale“ Wohnungen geplant, wobei die Bewohner des ersten Stocks sogar einen kleinen Gartenanteil im Innenhof bekommen sollen. Der Garten wird quasi auf dem Dach der Stellplatzanlage im Erdgeschoss angelegt. Die Flächen reichen von 50 bis 146 Quadratmeter. Der Preis: ab 3200 Euro/Quadratmeter.

Der Bauantrag für das Wohnhaus soll noch vor Weihnachten gestellt werden, damit die Bagger im Frühjahr rollen können, sagt Projektentwickler und Investor Frank Lorenz. Drei Ladenflächen werden im Erdgeschoss gebaut, darunter auch eine direkt am Kanal. Hier plant der Bezirk Harburg den Bau einer 17 Meter breiten (!) Promenade, die später vom Veritaskai am Kanal entlang eine Fußgängerverbindung Richtung Harburger Zentrum darstellen soll. Lorenz: „Das wird ein ganz besonderes Haus mit direktem Wasserbezug.“ Die Vermarktung der Eigentumswohnungen soll ebenfalls im Frühjahr beginnen. Mit dem Einzug ist dann Ende 2017 zu rechnen.

Grundversorgung sichern

Für Lorenz ist vor allem auch der Einzelhandelsaspekt wichtig, denn er ist davon überzeugt, dass die Menschen im Binnenhafen eine Grundversorgung brauchen: „Die Zahl der Bewohner wird jetzt ständig steigen, weil immer mehr Projekte bezugsfertig werden.“ Von seinem Engagement profitieren auch Unternehmen wie Revitalis (Seite 14), Sahle und Behrendt Wohnungsbau, die derzeit noch damit beschäftigt sind, ihre Vorhaben fertigzustellen.

Auf der anderen Seite der Theodor-Yorck-Straße sieht Lorenz ein gutes Erweiterungspotenzial. Dort, vor der Quartiersgarage, ist auf den Plänen das sogenannte Nord-Süd-Haus eingezeichnet, das es aber de facto noch nicht gibt. Lorenz: „Wenn wir im Brückenquartier einen Vollsortimenter ansiedeln, dann ist es durchaus möglich, dass sich auch ein Discounter dazugesellt. Diese Kombination ist heute überall zu finden. Der könnte im Nord-Süd-Haus einen Platz finden und hätte sogar direkten Zugang zum Parkhaus mit seinen 850 Stellplätzen.“

Parkplätze vor der Ladentür

Im zweiten Bauabschnitt des Brückenquartiers will Lorenz Büroräume schaffen. Bedarf ist offenbar vorhanden: „Ich habe bereits Anfragen für eine Fläche um die 1000 Quadratmeter.“ In diesem Gebäude sind zwei weitere kleine Läden vorgesehen – zum Beispiel für eine Wäscherei, eine Weinhandlung, einen Coffeeshop, eine Bankfiliale, ein Bistro, ein kleines Restaurant oder einen Drogeriemarkt. Dass die Rechnung aufgeht, daran zweifelt Frank Lorenz nicht: „Wir haben Parkplätze direkt vor der Haustür. Das ist hier der große Vorteil.“ Insgesamt investiert Lorenz 30 Millionen Euro an dem Standort. wb

Web: www.lorenz.hamburg/projekt_katalog/26/brueckenquartier/