Die ökologische Alternative: Ein grünes Dach für Mauerpfeffer & Co.

Heino HarmsInhaber Heino Harms beschäftigt 19 Mitarbeiter und ist im Großraum Hamburg tätig.

Der Francoper Garten- und Landschaftsbauer Heino Harms über ein gärtnerisches Spezialfach – Wichtig: Auch diese Flächen müssen gepflegt werden.

Folie aufs Dach, Erde drauf, Gräser einsähen – fertig ist das grüne Dach. Selbst der handwerklich unbedarfte Laie dürfte erkennen, dass das so einfach nicht ist. Dachbegrünung ist ein spezielles Fach im Garten- und Landschaftsbau und hat viele Facetten, wie Heino Harms, Diplomingenieur für Garten- und Landschaftsbau und Inhaber des Francoper Unternehmens Heino Harms Garten- und Landschaftsbau GmbH, erläutert. Vom Alten Land aus betreut er mit seinen 19 Mitarbeitern private und gewerbliche Kunden im 50-Kilometer-Radius und darüber hinaus. Viele Kunden hat Harms in Seevetal und Rosengarten, aber auch in Buxtehude, Pinneberg und Halstenbek sind seine Mitarbeiter tätig. Dachbegrünung ist dabei nur ein Teil des Spektrums. Der Francoper legt auch komplette Gärten inklusive Wegebau, Teichbau, Mauern, Zäunen und Bepflanzung an. Außerdem übernimmt Harms die Pflege von Gärten und Grünanlagen – beispielsweise für mehrere Wohnungsbaugesellschaften im Hamburger Raum. Mehr darüber wird in den kommenden B&P-Ausgaben berichtet.

Hamburg fördert die Dachbegrünung


Dachbegrünung ist politisch gewollt. Zumindest in Hamburg. Die Hansestadt, speziell die Umweltbehörde, fördert die Begrünung von Dächern ab 20 Quadratmeter Fläche mit einem Zuschuss von bis zu 40 Prozent der Herstellungskosten, wenn die Substratschicht mindestens acht Zentimeter beträgt. Harms: „Wir unterscheiden die extensive und die intensive Dachbegrünung. Ersteres ist bei einem Substratauftrag von acht Zentimetern der Fall. Auf so einer Fläche, die beispielsweise auf einem Carport angelegt werden kann, wächst der Mauerpfeffer – eine robuste niedrige Pflanze, die bei starker Hitze am besten gedeiht. Direkte Sonneneinstrahlung macht ihr nichts aus – im Gegenteil.“

Kein Wunder also, dass auf den meisten extensiv begrünten Dachflächen der Mauerpfeffer sprießt – und manches andere Kraut. Harms: „Auch begrünte Dächer müssen ein- bis zweimal im Jahr gepflegt werden. Durch Flugsamen und Vogelkot siedeln sich Birken, Kiefern, Gräser und Wildkräuter an, die entfernt werden sollten.“ Wer auf seinem Dach ganz bewusst Gehölze ansiedeln möchte, kann auch das. Harms: „Bei der intensiven Dachbegrünung wird eine Substratschicht von 30 bis 40 Zentimetern Stärke aufgebracht. Flach wurzelnde Gehölze und Büsche sind dann kein Problem. Allerdings ist das eine Frage der Tragfähigkeit des Untergrunds.“ Im Klartext: Auf dem Carport geht das eher nicht, wohl aber auf dem Dach einer Tiefgarage oder eines Hauses.

Schutz der Dachhaut und ein besseres Klima

Harms: „Die Dachbegrünung hat gerade bei Flachdächern zwei Vorteile: Sie schützt die Dachhaut vor Schäden durch UV-Strahlen, und sie sorgt für ein besseres Klima im obers-ten Geschoss. Die Pflanzschicht hat bis zu einem gewissen Grad isolierende Wirkung. Das macht sich besonders im Sommer bemerkbar.“ Als Garten- und Landschaftsbauer ist Heino Harms allerdings nicht ausschließlich im gärtnerischen Bereich tätig. Er baut auch Dachterrassen, legt in luftiger Höhe Wege, Sitzecken, Beete und Geländer an. „Es gibt sogar Sportplätze und Trimm-Dich-Pfade auf Dächern.“

Extensiv-Aufbau

Zwischen ganz trocken und ganz nass . . .

Dachbegrünung ist bis zu einer Dachneigung von 30 Grad eine sinnvolle Alternative zum klassisch gedeckten Dach, wie Harms sagt. Es sind jedoch einige technische Details zu bedenken. Auf schrägen Flächen müssen Schienen montiert werden, damit sich das Substrat auf dem Dach hält – die Schubsicherung. Bevor die eigentliche Pflanzschicht aufgebracht wird, muss die Fläche mit einer Folie wasserdicht gemacht werden. Ein Flies als Wasserspeicher für die Pflanzen ist dennoch erforderlich. Es gilt ein akzeptables Gleichgewicht zu finden – die Balance zwischen Austrocknung und Durchnässung. Bei starkem Regen muss das überschüssige Wasser abfließen können, ohne die Rohre mit Substrat zu verstopfen. In trocknen Phasen muss möglicherweise auch das Dach bewässert werden. Harms: „Ein Gründach ist kein Selbstgänger. Aber es sieht gut aus, ist ökologisch wertvoll und sorgt für ein gutes Raumklima.“ wb

Fragen zum Förderverfahren?
Heino Harms, Hohenwischer Straße 115a, 21129 Hamburg, 0 40/74 04 29 60

Web: www.galabauharms.de