Connection Convenience Content

Foto: HaspaSvenja Friedrich (links) und Sebastian Ritt (zweiter von rechts) bauen Brücken zwischen Startups und potenziellen Kapital­gebern. Hier sind sie im Gespräch mit Daniel Schmerbauch (zweiter von links) und Helge Morgenstern, den Gründern und Geschäftsführern der Hamburger Tales of Tast GmbH, die unter www.vinoa.de eine Suchmaschine für Weine betreiben. Foto: Haspa

Im Startup-Center der Hamburger Sparkasse kümmert sich künftig ein neues Team speziell um die Belange innovativer Gründer und verschafft ihnen wertvolle Geschäftskontakte.

Mit der Gründung eines neuen Startup- Teams setzt die Hamburger Sparkasse ein deutliches Signal für die Hamburger Metropolregion. Grund: Viele Banken sind zögerlich, wenn es darum geht, innovative Geschäftsideen mit Geld zu versorgen, denn das Risiko ist häufig unkalkulierbar. Die Haspa macht aus der Not eine Tugend: Sie schaltet sich aktiv in die Gründungsphase ein, sorgt mit ihren weitreichenden Kontakten im Kundenkreis für einen optimalen Markteintritt.

Arent Bolte, Regionalbereichsleiter Firmenkunden für Hamburg Mitte und Süd-Ost, lud für B&P mit Bereichsleiter Michael Maaß, Abteilungsleiterin Stefanie Huppmann und Firmenkunden-Betreuerin Svenja Friedrich die Kollegen vom Adolphsplatz nach Harburg ein, die für das Startup-Geschäft verantwortlich sind.


Maaß: „Wir begleiten Existenzgründer seit mehr als 30 Jahren, haben also viel Erfahrung. Aber die Anforderungen verändern sich. Die klassische Geschäftsgründung im Handwerk oder im Handel ist kaum mit den neuen digitalen und experimentellen Gründungsvorhaben zu vergleichen. Auch wir als Bank brauchen daher kreative junge Leute, die die neuen Märkte verstehen.“ Svenja Friedrich passt genau ins „Fahndungsraster“. Als „digital Native“ arbeitet sie nun zusammen mit Sebastian Ritt im neuen Team, um frühzeitig Kontakt zu potenziellen Gründern und interessierten Unternehmern aufzubauen. Sie sagt selbstbewusst: „Wir fühlen uns selbst wie ein Startup.“

Bolte: „Die Bankbranche ist in Bewegung und wir gehen mit der Zeit. Banking von gestern war einmal.“ Es geht um die Neuausrichtung auf die Zukunftsthemen im digitalen Zeitalter. Und da Hamburg vergleichsweise ein aktives Gründungspflaster ist, wird auch an diesem Punkt gearbeitet.

Hintergrund: 2015 gab es in Hamburg 20 650 Gewerbeanmeldungen – 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast jede zweite Gründung fand im Dienstleistungssektor statt. Allein bei der Haspa wurden 1032 Gründungskonzepte eingereicht, geprüft und zumeist verworfen. 341 Gründungen wurden am Ende mit insgesamt 40 Millionen Euro finanziert. Ende 2016 werden es nach derzeitiger Einschätzung 983 eingereichte Konzepte, 332 finanzierte Vorhaben und 54 Millionen Euro Finanzvolumen sein – ein Betrag, der in den vergangenen zehn Jahren nur 2008 übertroffen wurde (um eine Million Euro). Arent Bolte: „Daran lässt sich jetzt schon ablesen, dass wir uns im Gründersegment deutlich stärker engagieren.“

Beim Thema Gründung muss heute differenziert werden, wie Stefanie Huppmann betont: „Ein klassischer Gründer trifft auf einen vorhandenen Markt; beispielsweise der Friseur, der einen eigenen Salon eröffnen will. Die neuen Startups müssen sich dagegen oft erst einen Markt schaffen.“ Was die Gründung nicht einfacher macht. Svenja Friedrich: „Statt eines Kredites benötigen innovative Gründer häufig eher Eigenkapital. Dieses bekommen sie in der Regel von Risikokapitalgebern oder ‚Family and Friends‘.“ Nur mit einer Finanzierung ist ihnen jedoch oftmals noch nicht geholfen.

Die passenden Bausteine

Stefanie Huppmann: „Im klassischen Gründungsgeschäft steht meist die Gründungsfinanzierung im Mittelpunkt. Rund 700 Mal im Jahr müssen wir Nein sagen, weil die Voraussetzungen für einen Kredit einfach nicht erfüllt sind. Dann suchen wir nach Alternativen – bei Stiftungen und ähnlichen Quellen.“ Doch diese klassische Vorgehensweise trifft die Bedürfnisse der neuen Startups zumeist nur am Rande. Svenja Friedrich: „Moderne Startups passen da oft nicht rein. Deshalb müssen wir neue Wege gehen.“ Im engen Dialog mit einigen Gründern suchten Friedrich und Ritt nach den passenden Bausteinen: Connections, Convenience und Content. Die drei Cs stehen für Kontakte, einen unkomplizierten Umgang und hilfreiche Inhalte, die Startern auf ihrem Weg ins Business helfen.

Startups meet Grownups

Was heißt das nun konkret? Die Haspa stellt Verbindungen her. Michael Maaß: „Gerade in der Gründungsphase spielen Geschäftskontakte aller Art eine entscheidende Rolle. Und wir haben das Netzwerk. Die Haspa betreut 60 000 Geschäftskunden. Darunter sind immer Kontakte, die dem Gründer wichtige Türen öffnen. Unsere Erfahrung: Auch die etablierten Unternehmer, sozusagen Grownups, sind heiß auf Startups, weil sie von ihnen
inspiriert werden und Zugang zu Innovationen bekommen. Trifft ein Grownup auf ein passendes Startup ist das eine Win-win-
Situation.“

Das umschreibt im Wesentlichen die Aufgabe von Svenja Friedrich und ihrem Kollegen Sebastian Ritt. Ihr Auftrag lautet: Startups meet Grownups. Die Haspa wird dazu entsprechende Veranstaltungsformate anbieten und quasi Kapital und Idee zusammenführen. Die Startup-Beraterin: „Wir laden dazu gezielt ein – etwa 20 bis 25 Personen. Bereits in Planung ist unser erstes Business-Frühstück zum Thema Life Science.“ Interessierte Startups sind eingeladen, sich bei Svenja Friedrich zu melden. „Einfach anrufen“, sagt sie. „Wir sind da ganz unkompliziert.“ Diese Einladung gilt übrigens für die gesamte Metropolregion. Die Haspa wandelt sich in diesem Fall vom Finanzierer zum „Matchmaker“ und wird damit zum Bindeglied zwischen zwei Gruppen, die sich normalerweise selten über den Weg laufen. Stefanie Huppmann: „Viele potenzielle Investoren oder Geschäftspartner haben oft keine Zeit, an den zahlreichen Events der StartUp-Szene teilzunehmen. Deshalb stellen wir den Kontakt her.“ wb

Kontakt: 040/35 79-95 81 oder svenja.friedrich@haspa.de