Die Nähe zu Hamburg wirkt positiv

Foto: Wolfgang StephanDie fördern die Wirtschaft im Landkreis Stade: Thomas Friedrich (Hansestadt Stade), Kerstin Maack (Hansestadt Buxtehude) und Michael Seggewiß (Landkreis Stade). Foto: Wolfgang Stephan

Die Wirtschaftsförderer aus dem Landkreis Stade über das eher verhaltene Gründergeschehen einerseits und die Wechselwirkung der wirtschaftlichen Aktivitäten in der Metropole andererseits.

Wenn es um das Thema Existenzgründung geht, werden Wirtschaftsförderer hellhörig. Gründer gelten als erstes Glied einer Wertschöpfungskette, die sich – wenn es gut läuft – dort entwickeln kann, wo die Gründung stattgefunden hat. Startups gleich welcher Art bringen immer die Option auf neue Arbeitsplätze und – wenn es richtig gut läuft – irgendwann auch Steuereinnahmen mit, wobei Jobs das vielleicht wichtigste Ziel sind, auf das Wirtschaftsförderung ausgerichtet ist. Im Rahmen des umfassenden Start-up-Themas der aktuellen Ausgabe hat Business & People die Wirtschaftsförderer aus dem Landkreis Stade zum Interview in das Neu Wulmstorfer Restaurant Zum Dorfkrug eingeladen. Mit Kerstin Maack (Hansestadt Buxtehude), Thomas Friedrichs (Hansestadt Stade) und Michael Seggewiß (Landkreis Stade) sprachen Wolfgang Stephan und Wolfgang Becker.

Wie beurteilen Sie die Gründerszene im Landkreis Stade – vor allem im hochtechnisierten oder wissensbasierten Bereich?

Seggewiß: Die Gründerszene passt sich im Wesentlichen der Struktur der Unternehmen an. Wenn wir uns diese Struktur in den Großstädten anschauen, dann ist sie eine andere als in den ländlichen Gebieten. Was nicht heißt, dass wir nicht auch innovative Gründer haben. Oft kriegen wir das gar nicht so mit, wenn beispielsweise Gründer direkt mit Unternehmen zu tun haben. Aber unter dem Strich sind die technologischen Innovationen aus verschiedenen Gründen bei uns nicht so breit aufgestellt.



Wie sieht es in der Stadt Stade aus, die mit dem CFK-Valley ja durchaus einen Innovations-Leuchtturm zu bieten hat?

Friedrichs: Wir haben mit dem CFK-Leichtbau im Zusammenhang mit Airbus eine Nische, die wir bedient haben. Ausgründungen gibt es jedoch kaum. Niemand macht sich im Flugzeugbau so ad hoc selbstständig. Es gibt aber durchaus Fördermöglichkeiten, solche Aktivitäten zu unterstützen. Auf dem Hansecampus der Privaten Hochschule Göttingen haben wir das STA-E-LAB. Da gibt es tatsächlich zwei, drei Unternehmen, die sich im CFK-Umfeld ausgegründet haben – nicht mit Flugzeugen, aber mit Skateboards beispielsweise. Wir haben ein Technologiezentrum und ein Forschungszentrum sowie eine Hochschule, die sich auch mit CFK befasst. Das Gründungsgeschehen wird dadurch aber nicht nennenswert unterstützt, weil es einfach sehr technologie- und auch kapitalintensiv ist.