Steuerberater – die Glücklichmacher der Nation

DierkesTim Wöhler (von rechts) und Hans-Peter Schubert begrüßen den Gastredner: Werner Tiki Küstenmacher.

Zehn Jahre Dierkes Partner in Harburg – Werner Tiki Küstenmacher auf dem May-Day im Privathotel Lindner.

Von null auf 100 Stundenkilometer in vier Sekunden – das zeichnet einen schnellen Sportwagen aus. Von zwei auf 25 Mitarbeiter binnen zehn Jahren – das zeichnet Dierkes Partner am Standort Harburg aus. Dem Anlass entsprechend stand der diesjährige May-Day, zu dem die Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte zum zehnten Mal einluden, im Zeichen eines kleinen Jubiläums und einer konstanten wie nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Im Harburger Privathotel Lindtner gab es einen feierlichen Empfang mit rund 200 Gästen und einem Gastredner, der seinen Zuhörern und Zuschauern ein Lächeln aufs Gesicht zauberte, das sie sogar noch bis in die Nacht verfolgen sollte: Werner Tiki Küstenmacher (simplify your life) ließ „Limbi“ von der Leine, doch dazu später.

Tim Wöhler, von Haus aus Rechtsanwalt, blätterte auf der Lindtner-Bühne im großen Saal seine Qualitäten als schlagfertiger Moderator auf und stellte die Harburger Partner vor, allen voran Hans-Peter Schubert, Standortleiterin Maja Güsmer und Herbert Schulte. Kurz: ein Jurist (Fachbereich Gesellschafts- und Steuerrecht) und drei Steuerberater.


„Ach, Hamburg . . .“

Urheber der Harburg-Initiative war damals Hans-Peter Schubert, der viele Verbindungen nach Harburg hatte, aber mit der Akquise neuer Mandanten nicht so recht vorankam, wie er berichtete: „Immer wenn ich die Frage nach unserem Sitz mit Baumwall beantwortete, bekam ich zur Antwort ‚Ach, Hamburg . . .‘. Also mussten wir nach Harburg gehen. Wir glaubten, in Harburg gehe die Post ab. Und da wollten wir dabei sein!“ Das sah auch Maja Güsmer als Chance, mehr Verantwortung zu übernehmen. Sie wohnte zwar nur 300 Meter von ihrem Arbeitsplatz in der City entfernt, machte sich aber fortan tapfer auf den Weg nach Süden. Und sie gibt unumwunden zu: „Ich kannte Harburg gar nicht. Aber der Senat hatte damals ja den Sprung über die Elbe ausgerufen.“

Anstelle von freundlich zugedachten Präsenten baten die Harburger Partner von Dierkes Partner ihre Gäste darum, lieber eine Spende an das Kiekeberg-Museum zu überweisen. Museumschef Dr. Rolf Wiese dankte dafür herzlich und kündigte an, dass die Stiftung daran arbeite, ein Vermögen von 60 bis 80 Millionen Euro zusammenzubekommen. Ziel sei es, ein völlig neues Dorf aus der Zeit der Nachkriegsjahre aufzubauen – mit historischer Tankstelle, Einkaufszentrum, Siedlungshäusern und auch einem Fertighaus. Es gehe darum, die Wirtschaftswunderjahre darzustellen und in Erinnerung zu halten, die den Landkreis Harburg im Ranking der deutschen Wohlfühlregionen schließlich auf Platz sechs gebracht hätten. Wiese: „Es ist ein Projekt für vier Generationen, so ein Kapital aufzubringen. Aber die erste Million ist da. Und Sie haben dazu auch einen Beitrag geleistet. Dafür meinen herzlichen Dank.“ wb

Als dritter Partner kam Rechtsanwalt Tim Wöhler dazu, dann folgte im vorigen Jahr die Fusion mit der Harburger Kanzlei von Herbert Schulte, den mit Schubert eine dunkle Vergangenheit verbindet, wie er sagte: „Wir waren beide bei der Betriebsprüfung des Finanzamtes beschäftigt, machten dann 1994 gemeinsam unser Steuerberaterexamen.“ Beide liefen sich nun in Harburg ständig über den Weg. Schulte: „Für mich war nie die Frage, ob wir zusammenkommen, sondern wann wir zusammenkommen.“ Im zehnten Jahr. Jüngster im Bunde ist mit Florian Schmidt ein weiterer Steuerberater. Offenbar wird Harburg seinem Ruf als florierender Wirtschaftsstandort gerecht.

Mit Werner Tiki Küstenmacher präsentierte Dierkes Partner einen kurzweiligen wie eloquenten Unterhalter. Der studierte Theologe (65) ist immer noch ehrenamtlicher evangelischer Pastor, vor allem aber bekannt als Autor, Journalist und Cartoonist. Mit „simplify your life“ veröffentlichte er einen Spiegel-Bestseller. Einer seiner Lieblingssätze lautet „Krimskrams ist aufgestaute Lebensenergie“. Mit dem Satz „Ich liebe Steuerberater! Sie machen mich glücklich.“ überraschte er sein Publikum – nicht ohne Erklärung: „ . . . weil man erstmal so viel verdienen muss, dass man einen braucht.“

Unterwegs mit „Limbi“

Das Faszinierende: Küstenmacher referiert und zeichnet zugleich. Sein Thema: die Gehirnforschung. Genauer: das emotionale Gehirn, im Medizinischen das „Limbische System“ genannt. Es funktioniere schnell und unlogisch, erfuhren die Gäste und machten sich mit dem Redner und seiner Komikfigur „Limbi“ auf eine Reise abseits der Großhirnrinde, in der der logische Verstand wohnt. „Limbi“, das menschlich-emotionale Ich, spielt bei vielen Entscheidungen eine führende Rolle. Das kann man sich zu Nutze machen. Küstenmachers Tipp zum Abschluss: „Schlafen Sie heute Abend bewusst mit einem Lächeln ein. Dadurch werden Rezeptoren gereizt, die sich positiv auf das Limbische System auswirken. Der Effekt ist enorm.“

Tim Wöhler ließ sich die Steilvorlage nicht entgehen: „Ich nehme heute mit: Steuerberater sind die Glücklichmacher der Nation. Wie cool ist das denn . . . !“

Nach dem Vortrag dann der „gemütliche Teil“: An mehreren Grillstationen ließen sich die Gäste, viele mit ihren Lebenspartnern, verwöhnen. Bei typisch entspannter DP-Atmosphäre gab es reichlich Gelegenheit, bei gutem Wein oder kühlem Bier, tollem Büfett und netten Gästen das Gehörte zu verarbeiten und gleichzeitig festzustellen, dass so ein Termin eben nicht Pflicht und Arbeit bedeutet, sondern ein Musterbeispiel für die hohe Kunst der Business-Kommunikation mit garantiertem Unterhaltungswert und hohem Erinnerungslevel ist. Und wer sich nun fragt, warum so ein Abend unter May-Day läuft, der muss wissen: Die erste Veranstaltung dieser Art wurde 2008 angeboten – das Jahr der weltweiten Finanz- und auch Immobilienkrise. Damals galt es, zu helfen, eine typische Aufgabe für Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte. Und so blieb es bei dem Namen . . . wb