Was wäre James Bond ohne Moneypenny . . .?

MoneypennyGabriele Walther (rechts) arbeitet als Moneypenny in ihrem Homeoffice in Tötensen. Sandra Wesenberg hat die Idee der Assistenz auf Abruf entwickelt. Sie sucht weiter bundesweit Moneypennys. Foto: Wolfgang Becker

Assistenz auf Abruf – Eine Geschäftsidee mit Potenzial – Gespräch mit zwei Gründerinnen.

Etwa 12 000 Unternehmen gibt es allein im Landkreis Harburg – darunter ein großer Teil mit weniger als drei Mitarbeitern. Mehr noch: Viele Unternehmen bestehen tatsächlich nur aus einer Person, darunter vielfach Männer, die sich selbstständig gemacht haben und allein durchschlagen. Das Geld für eine Vollzeit-Assistentin ist häufig nicht drin, und dennoch wäre Unterstützung zumindest zeitweise eine große Hilfe. Genau das dachte sich die Hamburgerin Sandra Wesenberg, als sie vor zwei Jahren ihre Geschäftsidee entwickelte und Moneypenny gründete – Assistenz auf Abruf. Eine Idee mit Wachstumspotenzial, denn mittlerweile gibt es bereits fünf „Moneypennys“s“ und weitere werden gesucht.

Als Gabriele Walther aus Tötensen einen Zeitungsartikel über die Gründerin las, machte es bei ihr Klick: „Das war genau das, was ich wollte! Eine Sekundenentscheidung. Ich schrieb eine Mail, dann haben wir fast zwei Stunden lang telefoniert. Und jetzt bin ich eine Moneypenny.“ In ihrem Homeoffice betreut sie Kunden, die kaufmännische Unterstützung brauchen, sich aber (noch) keine Vollzeitangestellte leisten können. Gabriele Walther: „Die Aufgaben sind vielfältig, und das macht für mich den Reiz aus.“ Als Bankkauffrau hatte sie zuletzt jahrelang Privatkunden betreut – und das Gefühl, es müsse sich mal etwas ändern. Nun ist sie selbstständige Assistentin auf Abruf und Lizenznehmerin bei Sandra Wesenberg.


Den Rücken freihalten



Die Moneypenny-Erfinderin kommt ebenfalls aus dem Bankenumfeld, absolvierte zusätzlich ein Marketing-Studium und war bis 2014 bereits zehn Jahre als Personalberaterin selbstständig. Auf dieser Basis entwickelte sie ihre Geschäftsidee: „Auslöser war ein Kunde, der Hilfe brauchte. Ich hatte immer eine Dienstleistungsmentalität. Also machte ich eine Zielgruppenanalyse und entwarf ‚Christoph‘ – den Prototypen eines Unternehmers, der Assistenz auf Abruf braucht.“ Und so kam es zu dem ungewöhnlichen Namen Moneypenny: „Selbstständige, die allein unterwegs sind, sind oft James-Bond-Typen. Sie müssen erfolgreich sein und sind auf sich gestellt. Welcher Mann möchte nicht James Bond sein? Und wir alle wissen: Auch James Bond braucht jemanden, der ihm den Rücken freihält – so wie Mrs. Moneypenny.“

Die Namensrechte kaufte Sandra Wesenberg einer Holländerin ab. Nun ist sie dabei, ein Moneypenny-Netzwerk aufzubauen: „Ich bin in Hamburg, Gabi sitzt in Tötensen. Dann habe ich noch Kerstin in Itzehoe. Birgit in Wedel und eine weitere Moneypenny kommen in Kürze hinzu. Wir arbeiten alle im Großraum Hamburg und können uns bei Urlaub oder Krankheit auch gegenseitig vertreten. Das Netzwerk ist ein wesentlicher Vorteil, denn wir haben ja auch unterschiedliche Schwerpunkte. Ist mehr Buchhaltung gefragt, kommt beispielsweise Kerstin zum Zug.“

Moneypennys decken die klassischen Assistenzaufgaben ab – von der Reisebuchung über Angebotserstellungen, Marketingaktionen, die Organisation von Geschäftsreisen und Dateipflege bis hin zu Terminplanung und Kundenakquise. Ein maßgeschneidertes Angebot für Freiberufler, das zudem minutengenau abgerechnet wird. Sandra Wesenberg: „Der Kunde ist Chef, aber wir arbeiten auf Augenhöhe. Wer Moneypenny werden möchte, sollte Erfahrung mitbringen, selbstständig arbeiten und unternehmerisch denken. Das ist nicht der klassische Sekretärinnenjob, sondern eine Aufgabe, die Loyalität, Vertrauen und ein hohes Maß an Kompetenz erfordert.“ Kurz: MS Office, Excel, Outlook, Rechtschreibung, gern auch PowerPoint sollten beherrscht werden. Die Gründerin: „. . . und dazu die Bereitschaft, die PS auf die Straße zu bringen.“

„Der Kunde ist Chef“

Ab 50 Euro pro Stunde werden für die Assistenz auf Abruf im Normalfall berechnet. Der weitaus größte Teil landet bei der Moneypenny. Sandra Wesenberg berechnet ihrerseits eine Lizenzgebühr und ist ab einer gewissen Höhe am Umsatz beteiligt – „aber in überschaubarem Maße“, wie sie betont. „Mir ist es wichtig, dass die Moneypenny gut verdient, dass sie sich um Krankenversicherung und Altersvorsorge kümmern kann. Und dass auch Raum für Urlaub ist.“ Im Gegenzug bietet die Gründerin eine Geschäftsbasis an: „Rechnungsformulare, Angebotsvorlagen, Visitenkarten, ein Internetauftritt, Rahmenverträge – alles ist da.“

Unternehmerisch denken

Mit fünf Kunden gilt eine Moneypenny als ausgebucht. Das klingt machbar und ist verlockend. Doch Sandra Wesenberg ist Realistin: „Wer diesen Schritt machen will, der muss sich vorher informieren, einen Businessplan erstellen, Fragen wie Krankenkasse, Umsatzsteuer, Versicherung klären. Ich muss in der Lage sein, meine Dienstleistung selbst auf den Markt zu bringen. Dazu sind Souveränität und unternehmerisches Denken Voraussetzung. Das ist eine Aufgabe, die volle Präsenz und auch mal Überstunden erfordert, denn wir sind für unsere Kunden quasi rund um die Uhr ansprechbar.“ wb

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