Fastfood war gestern – jetzt kommt Future-Food

Fotos: Wolfgang BeckerZweifellos die augenfälligste Neuerung: Frauke Petersen-Hanson und ihr Mann, Scott Hanson, stehen an den „Kiosk“- Bestellterminals und halten die gelben Bluetooth-Chips in die Höhe, die dem Service den Weg zum Gast weisen. Fotos: Wolfgang Becker

Big Mac 3.0: Frauke Petersen-Hanson stellt die neue Welt von McDonald’s in Dibbersen vor.

Amerika hat Donald Trump – Deutschland hat McDonald’s. Und zwar die brandneue Version der Systemgastronomie. Wer das Restaurant mit dem goldenen M in Dibbersen aufsucht, traut seinen Augen nicht. Neues Mobiliar, bestellt wird am „Kiosk“, Bedienung am Platz (wenn gewünscht), keine Schlangen und mit „The Signature Collection“ neue Gourmet-Burger im Programm, die Maßstäbe setzen. Und das Beste: Alles, was bestellt wird, wird frisch zubereitet. Fastfood aus dem Warmhaltefach war gestern – jetzt kommt der Big Mac 3.0 auf den Tisch.

Rund eine halbe Million Euro hat Frauke Petersen-Hanson, Inhaberin mehrerer McDonald’s-Restaurants im Hamburger Süden, allein in Dibbersen investiert und präsentiert jetzt das „Restaurant der Zukunft“. Sie sagt: „In Deutschland werden bis 2019 alle McDonald’s-Restaurants auf das neue Konzept vorgestellt.  Dabei gibt es zwei wesentliche Neuerungen: Alle Speisen werden frisch zubereitet, und das traditionelle Bestellsystem wurde erweitert. Wer am Kiosk bestellt, kann dort entspannt auswählen, per Karte bezahlen und sich mit einen Bluetooth-Chip an einen Tisch seiner Wahl setzen. Dort wird serviert.“


Kurz: Die Schlange ist tot. Wer sich dennoch am Tresen anstellen möchte, kann das aber weiterhin tun. Und selbstverständlich ist auch die Bezahlung mit Bargeld möglich. Frauke Petersen-Hanson: „Wenn die Übernahme meiner ersten Filiale als Franchisenehmerin damals McDonald’s 1.0 war, dann war die Einführung von McCafé 2.0. Jetzt sind wir mit dem Restaurant der Zukunft bei 3.0 angelangt.“ Kritiker meinen, die Umstellung auf Bestellterminals spare Personal, aber mit dem Vorurteil räumt die Jesteburgerin gleich auf: „Das habe ich schon mehrfach gehört, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich brauche für das ‚Restaurant der Zukunft‘ fünf neue Vollzeitkräfte, drei neue Teilzeitmitarbeiter und zwei weitere Aushilfen. Das neue Konzept erfordert deutlich mehr Aufwand. Wer sich bewerben möchte, ist herzlich willkommen – wir suchen noch Personal.“ Zurzeit sind allein auf der Homepage 16 Stellen ausgeschrieben.

Als mittelständische und ortsansässige Unternehmerin verantwortet Frauke Petersen-Hanson mittlerweile ein kleines McDonald’s-Imperium. Die Standorte Rade (Autohof) und Fleestedt (Winsener Straße) werden ebenfalls noch umgerüstet, letzterer bereits im Februar 2017.  Insgesamt kostet die Investition rund eine Million Euro. Frauke Petersen-Hanson beschäftigt 145 Mitarbeiter, von denen 85 Prozent in vollwertigen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen stehen. Der weitaus geringste Anteil betrifft Aushilfen. Umsatzzahlen werden bei McDonald’s nicht kommuniziert, Restaurantbesuche dagegen schon. Und die sind fast unglaublich: „Allein in Dibbersen waren es 2015 rund 365 000 Besucher. Insgesamt hatten wir in unseren vier Restaurants 1,34 Millionen Gäste“, sagt Scott Hanson. Als Prokurist hat er den Job des „Innenministers“, wie seine Frau sagt.

Nadine Dehnbostel

Alles neu: Auch der Servicebereich und die dahinter liegende Küche sind saniert. Nadine Dehnbotel, Restaurant-Managerin in Dibbersen, freut sich nun auf neue Mitarbeiter, denn das „Restaurant der Zukunft“ ist personalintensiver.

Mitarbeiterzahl wächst

Das vierte Restaurant ist übrigens die kleine Filiale im Marktkauf-Center. Und das Unternehmen wächst weiter. Mit den Satelliten in den Arcaden und im Phoenix-Center übernimmt Frauke Petersen-Hanson demnächst zwei weitere Geschäfte von der Muttergesellschaft: „Dann haben wir Harburger Drillinge“, sagt sie augenzwinkernd. Die kleinen Restaurants haben ein eigenes Konzept mit reduziertem Programm. Sie werden nicht zum „Restaurant der Zukunft“ umgebaut.

In Dibbersen erwartet die Gäste nun das Modernste, was McDonald’s derzeit zu bieten hat. In den USA ist das Unternehmen noch nicht so weit. Konkret wurde in Dibbersen Folgendes gemacht: neue Möblierung und Aufteilung des Gastraumes, Erweiterung um 22 auf nun 122 Sitzplätze, vier „Kiosk“-Bestellterminals, Umbau des Spielbereichs zur „Happy-Lounge“, Installation eines „Magic Table“ mit zehn digitalen Spielen für Jung und Alt, Neuorganisation und -ausstattung des Servicebereichs, McCafé-Umrüstung auf eine Siebträger-Kaffeemaschine, eine neue Raumluftanlage, Verdoppelung der Fahrradstellplätze und der Umbau des McDrive-Bereichs. Zeitaufwand insgesamt: elf Tage, von denen nur an vier Tagen auch McDrive geschlossen war. Jetzt fehlt noch eine Öko-Strom-Säule, die Frauke Petersen-Hanson von den Buchholzer Stadtwerken aufstellen lassen wird – für das eigene McDonald’s-E-Mobil und Gäste, die mit dem E-Car Station im „Restaurant der Zukunft“ machen . . . wb

Web: jobs.mcdonalds-nordheide.de