1000 Harburger weihen neue Drehbrücke im Channel ein

chh_Brueckenschlag-Fest_Abb4Vertragsunterzeichnung: Baudezernent Jörg Penner (von links), Bezirksamtsleiter Thomas Völsch sowie Gorch von Blomberg, Katharina Pscheid und Helgo Mayrberger, der Vorstand von Museumshafen Harburg e.V., erledigen das Schriftliche – Basis zur Einrichtung eines Museumshafens auf den Wasserflächen der Stadt.

Und sie dreht sich doch: Verspätet, aber auf Kommando verbindet die „Zitadellenbrücke“ Schlossinsel und Kanalplatz.

Fast hätte die Sonne noch alles verdorben, weil die Techniker nicht sehen konnten, ob die beleuchteten Schalter an oder aus waren, doch dann lief alles perfekt: Langsam schwenkte Hamburgs neue und einzige Drehbrücke auf Position und schloss die Verbindung für Fußgänger und Radfahrer, die vom Kanalplatz im Harburger Binnenhafen auf die Schlossinsel wollen – und umgekehrt. Direkt nach der Eröffnung nutzten hunderte Besucher die Gelegenheit, einen Ausflug auf die andere Seite zu machen. Begrüßungsgeld gab es nicht, aber das gute Gefühl, einer der ersten gewesen zu sein, die die „Zitadellenbrücke“ offiziell betreten durften. Die längst überfällige Eröffnung war einer der Höhepunkte beim Brückenschlagfest, bei dem der Verein channel hamburg e.V. fünf verschiedene Wohnprojekte im Harburger Binnenhafen präsentierte.

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Die Drehbrücke, die Kanalplatz und Schlossinsel verbindet, wird nach dem Countdown von Wolfgang Becker (von links) eingeweiht: Karl-Heinz Krüger, Karen Pein, Bettina Husemann, Matthias Kock und Thomas Völsch.

Bei Live-Musik von Werner Pfeifer versammelten sich gegen frühen Nachmittag die ersten Besucher des Brückenschlagfests auf dem Kanalplatz und auf dem Eventschiff MS KOI. Pünktlich um 13.15 Uhr eröffnete Staatsrat Matthias Kock das Fest und lobte den positiven Wandel des Binnenhafens. In der Talkrunde „Wohnen im Channel“ mit B&P-Redakteur Wolfgang Becker mahnte Bettina Husemann, Vorstand des channel hamburg e.V., eine Lösung der Verkehrs-problematik an. Harburgs Bezirksamtsleiter Thomas Völsch dankte dem stellvertretenden Geschäftsführer des Landesbetriebes Straßen Brücken Gewässer (LSBG), Karl-Heinz Krüger, für den umsichtigen Bau der etwa drei Millionen Euro teuren Drehbrücke, und Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA, lobte den Mut der Investoren, das Wohnen zurück in den Hafen zu bringen.

Was niemand ahnte: Bereits wenige Tage nach der Einweihung, als die Temperaturen plötzlich in die Höhe schnellten, versagte die „Zitadellenbrücke“ kurzfristig ihren Dienst – sie nahm sich sozusagen „hitzefrei“, wie prompt getitelt wurde. Für den LSBG ist das keine Überraschung: „So eine Drehbrücke braucht ungefähr ein Jahr, bis die Kinderkrankheiten vorüber sind und alle technischen Komponenten problemlos funktionieren“, so die Auskunft. In direkter Nachbarschaft der Drehbrücke wird Harburgs neuer Museumshafen eingerichtet. Den Vertrag dazu unterzeichneten die Initiatoren und Vertreter des Bezirks auf der MS KOI. wb