Kein Fall für Facebook

Foto: HagenbeckHier kommt was Kaltes: Die beiden Kamtschatka­bären Leonid und Masha warten im Tierpark Hagenbeck darauf, dass Tierpfleger Kevin Surmilo ihnen eine Eisbombe serviert. Foto: Hagenbeck

Darum pustet Gerke den Staub vom Zuckerberg . . .

Von Hagenbeck bis Lidl: Kakenstorfer Experten für Kälte,  Klima und Lüftung sind vielfältig im Einsatz – 2015 das bislang beste Jahr in der Unternehmensgeschichte. 

Wer sich gut mit Kälteanlagen, Klimatisierung und Lüftungssystemen auskennt, der hat in Zeiten des Bau-Booms und der Niedrigzinsen beste Chancen auf volle Auftragsbücher. Ein Paradebeispiel ist das Kakenstorfer Unternehmen Gerke Kälte Klima GmbH. Wie Geschäftsführerin Manuela Gerke B&P mitteilte, hat die Firma 2015 das bislang beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt und erstmals die Umsatzgrenze von drei Millionen Euro geknackt. Zu verdanken ist dies unter anderem dem Umstand, dass sich Gerke breit aufgestellt hat – das Kundenspektrum reicht vom Einzelhändler bis zum Industrieunternehmen. Sogar Hamburgs Tierpark Hagenbeck zählt dazu – und das seit 42 Jahren. Der Kunde der ersten Stunde lässt von Gerke die Kühlung der Futterküche betreuen.

Facebook gehört allerdings nicht zum Kundenkreis, auch wenn das theoretisch gar nicht abwegig wäre, wie Betriebsleiter Andreas Borst sagt: „Für die Telekommunikationsunternehmen O2 und E-Plus (seit 2014 Teil der Telefónica Deutschland Holding) sorgen wir für die Klimatisierung sowie die Be- und Entlüftung der technischen Standorte.“ Kurz: Dort, wo die Rechner laufen, kommt Klimatechnik zum Einsatz. Mit dem Zuckerberg hat es eine ganz andere Bewandtnis, denn der liegt in einer Halle im Hamburger Hafen und gehört der Bonora Copacking, einem Geschäftsbereich der August Töpfer & Co. KG. Da beim Ein- und Auslagern von Zucker eine starke Staubentwicklung entsteht, sind die Leitstände des Betriebes mit einer Überdruckeinrichtung klimatisiert. Zusätzlich wird der Staub über große Lüfter aus der Halle gepustet – eine Anlage von Gerke.

Klimatisiert ins Musical

Branchenwechsel: Auch in der Schifffahrt ist Klimatechnik gefragt. Anfang des Jahres wurde die „Rafiki“ – das Fährschiff pendelt zwischen den Landungsbrücken und dem Musical-Zelt „König der Löwen“ – von den Kakenstorfern mit einer Klimaanlage für den Passagierraum und einer weiteren Anlage für die Kapitänsbrücke ausgestattet. Der dazu nötige Wärmetauscher sitzt übrigens nicht an der Luft, sondern im Maschinenraum und wird mit Elbwasser gekühlt. Ein anderer maritimer Auftraggeber ist das niederländische Unternehmen Van der Rest, das auch in Hamburg Großsegler für Events und Touren verchartert. Die Getränke an Bord hält Gerke kühl. Manuela Gerke: „Natürlich statten wir auch private Yachten aus. Wir sind da sehr flexibel.“

Weitere Einsatzgebiete für Kälte- und Klima-Anlagen finden sich in der Gastronomie (beispielsweise die L’Osteria-Standorte in Hamburg, Lübeck und Kiel) und in der Hotellerie (Radisson Blue in Hamburg, Navigare in Buxtehude, Ramada in Stade). Auch Arztpraxen, Krankenhäuser (Asklepios-Klinik Altona, die Kreiskrankenhäuser in Winsen und Buchholz) und Bestattungsunternehmen benötigen Kälte- und Klima-Technik. Ein Klassiker ist der Einzelhandel. Über den Verbund temtec werden die mehr als 2000 Lidl-Filialen in Deutschland versorgt. Gerke betreut südlich der Elbe fast 150 Lidl-Märkte zwischen Bremen und Dannenberg.

CO2 – Kältemittel der Zukunft

Auch die Industrie ist im Kunden-Portfolio vertreten: beispielsweise Bacardi und Unilever in Buxtehude, die Unternehmen Blohm + Voss, Hauni und Pfannenberg in Hamburg, letzteres übrigens selbst ein Kälteanlagenhersteller. In diesen Fällen geht es sowohl um Kühlprozesse im Bereich der Verfahrenstechnik als auch um die Klimatisierung von Räumen.

Lebensmittelhersteller sind ebenfalls auf Kältetechnik angewiesen. Manuela Gerke: „Zum Beispiel die Bäckerei-Ketten Dietz und Schmacke.“ Oder die legendäre Dorfbäckerei Danker in Rosengarten-Klecken. Auch die Hollenstedter Schinkenräucherei Basedahl zählt auf das Fachwissen der Gerke-Mannschaft. Andreas Brost: „In Wilhelmsburg statten wir jetzt einen kleinen Supermarkt mit der neuesten Kühltechnik auf CO2-Basis aus. Das ist ein umweltverträgliches Verfahren – die Zukunft.“ wb