Harburg sieht Gold

P4210624Beim Schuppenfest im „goldfisch“: Bauherr Arne Weber (HC Hagemann), Harburgs Be­zirksamtsleiter Thomas Völsch und Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter.

Schuppenfest im Channel: HC Hagemann sorgt für den Kontrast

Dieses Gebäude ist in ganz Hamburg einmalig: Mit dem „goldfisch im channel“ ist dem Hamburger Bauunternehmer Arne Weber einmal mehr ein Projekt gelungen, das für Aufsehen und Diskussionen sorgt. An der Blohmstraße im Harburger Binnenhafen hat er den viergeschossigen Neubau eines Bürogebäudes mit 4000 goldglänzenden Metallschuppen versehen – ein Entwurf von trapez architektur. Als Teile der goldenen Fassade, deren Schindeln dem Gebäude den Namen „goldfisch“ gaben, zu sehen waren, lud Weber zum „Schuppenfest“ – passenderweise mit Fish & Chips und vielen Gästen, die sich einen ersten Eindruck von dem Neubau verschaffen konnten. Mittlerweile ist auch das Geheimnis um den Anker-Mieter gelüftet: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zieht aus der Villa Lammerich an der Blohmstraße 18 in den Neubau ein.

Veranstaltungen wie das „Schuppenfest“ sorgen im Channel immer auch für vielfältige Kontakte unter den Akteuren. Gleich zwei Bauherren aus der Nachbarschaft waren vor Ort – Kurt Groenewold und Bettina Husemann vom Vorstand der Aurelius Immobilien AG, die am Schellerdamm das Projekt „Studentisches Wohnen“ realisiert (siehe auch Seite 24) und Dr. Jan Behrendt von Behrendt Wohnungsbau, der aus der dritten „goldfisch“-Etage ein paar Fotos von seiner gegenüberliegenden Baustelle machte. Dort entsteht das Quartier „Maritimes Wohnen am Kaufhauskanal“. Im ersten Abschnitt werden dort 61 hochwertige Eigentumswohnungen – viele mit Blick auf den „goldfisch – gebaut, von denen laut Behrendt jetzt etwa die Hälfte verkauft ist.


Entgegen ursprünglichen Plänen ließ Weber den „goldfisch“ nicht nur an den beiden Kopfenden zur Blohmstraße und zum Kaufhauskanal „vergolden“, sondern folgte dem Rat von Oberbaudirektor Jörn Walter. Der war der Meinung, wenn schon Gold, dann aber komplett – was die Skeptiker überrascht haben dürfte. Walter: „Als die Pläne vorgestellt wurden, habe ich irgendwann gesagt: ‚Wir wollen einen richtigen Goldfisch sehen!‘ Das ist ein wunderbares Gebäude in diesem spezifischen Umfeld des Harburger Binnenhafens, der in Hamburg wirklich einzigartig ist. Er hat ein Charakteristikum, das in die Zukunft getragen werden muss.“

Weber betonte den architektonischen Spannungsbogen, denn der „goldfisch“ ist eingebettet in das älteste erhaltene Hamburger Kaufhaus von 1827 (1888 umgehoben auf den heutigen Standort) – den mittlerweile sanierten Kulturspeicher am Kaufhauskanal –, die Lengemann-Villa und die alte Schmirgelfabrik: drei historische Gebäude und mittendrin ein goldglänzender Neubau. Gegenüber am westlich gelegenen Ziegelwiesenkanal ergänzen moderne Neubauten wie die Firmenzentrale des Weltmarktführers für Schiffsruderanlagen Becker Marine Systems und das geplante Bürogebäude Tower 5 das Bild und sorgen für die im channel hamburg typische Mischung aus Alt und Neu.

Das Gebäude bietet mit einer Photovoltaikanlage und einer Gas-Brennwert-Therme ein effizientes energetisches Gesamtkonzept. Sämt-liche Mietflächen sind mit Heiz-Kühl-Deckensegeln ausgestattet, die im Niedertemperaturbereich arbeiten und raumweise individuell geregelt werden können. Zusammen mit der Schaltung der auf LED-Technik ausgelegten Beleuchtung erfolgt diese Regelung über ein BUS-System mit Bedienpanels in allen Büros. Insgesamt bietet der „goldfisch“ 3000 Quadratmeter Fläche. Auf der Ost- und Westseite sind in allen Geschossen Balkone in die Giebelfassaden integriert, die zusammen mit der Außenterrasse im Erdgeschoss zum Verweilen einladen. wb

Web: www.goldfisch-channel.de