JAFFE 12 – Der Beginn einer neuen Zeit

Fotos: Wolfgang BeckerBauherr Lars Meyer, Architekt René Schneiders und Bezirksamtsleiter Andy Grote auf der Baustelle JAFFE 12: Das Foto zeigt im Vordergrund die Ufertreppe zum Kanal, im Hintergrund den südlichen Gebäuderiegel, der unter anderem eine kleine oder auch größere Gastronomie beherbergen soll. Fotos: Wolfgang Becker

Baustellenrundgang mit Bezirksamtsleiter Andy Grote – Das Industriegebiet soll mittelfristig umgewidmet und aufgewertet werden

Mit dem Bauprojekt JAFFE 12 setzt die Hans E. H. Puhst Grundstücksverwaltung im Wilhelmsburger Industriegebiet derzeit einen Akzent, der ahnen lässt, wohin sich das Quartier östlich der Wilhelmsburger Reichsstraße entwickeln dürfte. Andy Grote, Bezirksamtsleiter in Hamburg Mitte, sichert den Industrieunternehmen im Umfeld zwar Bestandsschutz zu, er sieht aber den Beginn einer sensiblen Neuentwicklung mit dem Ziel, diesen Teil der Elbinsel aufzuwerten. Das sagte er unlängst bei einem Baustellenbesuch an der Jaffestraße.

Wenige Tage zuvor hatte es bereits einen weiteren offiziellen Besuch gegeben. Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter schaute sich das Fassadenmuster an und gab grünes Licht für den Corten-Stahl, der dem Gebäudekomplex einen ganz besonderen architektonischen Charme verheißt. Architekt René Schneiders (A-Quadrat) fiel ein Stein vom Herzen.


Bauherr Lars Meyer und Schneiders gaben dem Bezirksamtsleiter einen Überblick über den Baufortschritt. Grote: „Dieses Projekt bereitet uns auf eine neue Zeit vor, denn es zeigt im Rahmen des Alten neue Perspektiven auf. Es steht für mich auch ein bisschen für die Versöhnung mit der Bevölkerung.“ Die Wilhelmsburger sehen die Elbinsel nicht selten als ungeliebter Gewerbe- und Industriehof der Hansestadt. Gesichtslose Hallen, Bauhöfe, Containerlagerflächen und Ähnliches prägen auch das Umfeld von JAFFE 12, wobei der Neubau in direkter Nachbarschaft der durchaus charmanten ehemaligen Margarinefabrik steht, die einst zum ersten Gewerbehof der Firma Puhst ausgebaut wurde.

Mit JAFFE 12 beginnt nun ein neues Zeitalter im Quartier. Die beiden Gebäuderiegel mit dem sechsstöckigen Turm am Jaffe-Davids-Kanal (zwischen Reichsstraße und Rubbertstraße) haben gemeinsam rund 7000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und bilden eine grüne Gasse, die mit einer Ufertreppe am Kanal mündet. Für Grote ist JAFFE 12 ein Pilotprojekt mit Vorbildcharakter. Er wünschte sich weitere Gebäude dieser Klasse, weiß aber auch, dass es Jahre dauern wird, bis sich das Quartier nachhaltig gewandelt hat: „Die Zeit wird es bringen. Wir sehen hier eine schrittweise Veränderung.“ Nach wie vor ist die Jaffestraße als Industriegebiet ausgewiesen. Langfristig soll hier eher ein Gewerbegebiet entstehen, das über ein Mischgebiet (Gewerbe und Wohnen) hin zu den neuen in Wilhelmsburg geplanten Wohngebieten führt. Grote schließt eventuelle Betriebsverlagerungen nicht aus, betont aber, dass im Quartier ein Prozess angestrebt wird, der für alle Nachbarn gangbar sein muss. wb

Im Interview: Künstler Frank Rosenzweig aus Immenbeck bei Buxtehude