Nachbar gesucht: Wer zieht zum „Burgermeister“ an den Schellerdamm?

Foto: Wolfgang BeckerVeritaskai, Ecke Schellerdamm: Marco Brakhage (links) hat sich für das Quick’s-Burgerkonzept einen strategisch guten Standort ausgesucht, merkt aber, dass der Binnenhafen anders funktioniert als reine Wohngebiete. Dirk Hoÿer und Annika Kruse von der Rosenhof Grundstücksverwaltung setzen auf die künftige Belebung durch weitere Bewohner im Umfeld und geplante Objekte wie das gegenüberliegende Hotel der Lorenz Gruppe.

„Studentisches Wohnen“: Rosenhof Grundstücks­verwaltung kurz vor Vollvermietung im Wohnungsbereich – Bewegung auch auf den Ladenflächen.

Das Aurelius-Projekt „Studentisches Wohnen“ im Harburger Binnenhafen war von Anfang an ein bautechnisch aufwendiges und konzeptionell ambitioniertes Vorhaben. Jetzt zeigt sich: Die Rechnung geht auf – von den 61 Wohnungen sind 55 vermietet. Dirk Hoÿer, Geschäftsführer der Rosenhof Grundstücksverwaltung GmbH, sagt: „Auf einmal kam ein richtiger Schub. Wir sind sehr zufrieden.“ Das gilt für den Wohnungsbereich, der unter anderem mit speziellen Wohngemeinschaftskonzepten punktet und sogar einzelne Zimmer im Angebot hat. Aber auch im Erdgeschoss ist Bewegung. Dort sind Ladengeschäfte in verschiedenen Größen vorgesehen. Hier hat sich „der Burgermeister“ Marco Brakhage mit einer Quick’s-Filiale niedergelassen.

Dirk Hoÿer und Annika Kruse, zuständig für die Vermietung, sind zuversichtlich, dass sich auch die noch freien Gewerberäume vermieten lassen. Im Wesentlichen geht es dabei noch um eine fast 1000 Quadratmeter große Fläche, die eigentlich am Stück an einen Lebensmittler vermietet werden sollte. Doch bislang ist es hier nicht zu einem Abschluss gekommen. Hoÿer: „Wir sind jetzt an dem Punkt angelangt, an dem wir auch über eine kleinteiligere Nutzung nachdenken.“ Wie das genau aussehen könnte, ist noch offen, aber es gibt durchaus Ideen, die zu dem durch seine internationale Mieterschaft besonderen Haus passen.


Start mit Hindernissen

Für Brakhage war der Sprung nach Harburg eigentlich ein Selbstgänger, aber der achte „Quick’s-Standort“ erwies sich als besonderes Pflaster, wie er sagt: „Die Eröffnung blieb weit hinter unseren Erwartungen zurück – das war schon mal ungewöhnlich. Auch unser Lieferservice hatte einen schweren Start. Aber mittlerweile spricht sich unser Angebot herum, und wir bekommen viele positive Rückmeldungen. Die Zahl der Liefertouren ist deutlich gestiegen. Und mittags ist es hier knallvoll.“ Die Filiale im Binnenhafen funktioniere eben anders als Standorte in der Nähe von Wohngebieten.

Brakhage ist nicht der einzige Mieter von Gewerbeflächen. Hoÿer: „Wir haben hier noch das Maklerbüro Remax, und wir haben den Wunsch, auf einer weiteren kleinen Fläche einen Kiosk anzusiedeln – eventuell mit DHL-Service. Die Nutzungsgenehmigung liegt bereits vor. Wer interessiert ist, kann sofort starten.“

Bleiben also noch sechs Wohnungen (davon vier barrierefrei) und eine vergleichsweise große Ladenfläche, die übrigens auch die Vorinstallationen für einen Gastronomie-Betreiber bietet. Doch Dirk Hoÿer ist da realistisch: „Das Gastro-Angebot im direkten Umfeld ist schon recht breit aufgestellt.“ Deshalb werden jetzt Alternativen durchdacht. Insgesamt beurteilt die Rosenhof Grundstücksverwaltung den Standort sehr positiv. Annika Kruse: „Zum einen ziehen immer mehr Menschen hierher, zum anderen wird es durch den Bau der geplanten L‘Osteria und des Hotels am Veritaskai zu einer weiteren Belebung kommen.“ wb