Beidseitiger Oberarmbruch stellt Ärzte vor Herausforderung

Matthias-Seack-Sigrid-JekelNeun Monate dauerte die Behandlung nach dem Sturz – nun kann Sigrid Jekel ihre Arme wieder in dem Umfang einsetzen, wie es die Contergan-Fehlbildung zulässt. Chefarzt Matthias Seack begleitete sie durch die schwierige Zeit. Beide sind seit mehr als 30 Jahren befreundet, kennen sich aus der Zeit, als die Kanu-Zwillinge Matthias und Oliver Seack 1984 für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Los Angelos antraten. Foto: Tanja Velter

Joggingrunde mit Folgen – Patientin Sigrid Jekel:  „Ich musste schon immer Wege finden, um im Alltag klar zu kommen.“

Auf Hilfe angewiesen war Sigrid Jekel aufgrund ihrer Behinderung schon immer. Den Unfall, bei dem sie sich beide Oberarme brach, nahm sie daher mit Gelassenheit. Im Sommer 2013 stürzte Sigrid Jekel bei ihrer Joggingrunde in der Fischbeker Heide sehr unglücklich. Wegen der von Geburt an verkürzten Arme konnte sich die Neugrabenerin nicht richtig abstützen und verletzte sich schwer an beiden Armen. Die 53-Jährige lebt mit einer so genannten Dysmelie – ihre Arme sind aufgrund der Nebenwirkung von Contergan fehlgebildet. Bei der Notfalluntersuchung in der HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg stellten die Ärzte die niederschmetternde Diagnose, dass beide Oberarme mehrfach direkt unter der Schultergelenkskugel gebrochen waren. „Die Brüche waren aufgrund der angeborenen Fehlbildung sehr schwierig zu behandeln. Hinzu kamen noch die beidseitigen Verletzungen“, erklärt Matthias Seack, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie. „Wir haben dann zunächst den leichter verletzten rechten Arm mit einer Platte und Schrauben stabilisiert.“ Der linke Arm wurde aufgrund der schweren Verletzung nicht operiert und nur mit einer äußeren Schiene versorgt.

Zwölf Wochen lang konnte Sigrid Jekel beide Arme nicht nutzen. „Ich habe daran keine unangenehme Erinnerung, da ich eh schon immer auf Hilfe angewiesen bin und Wege finden muss, trotz meiner Behinderung im Alltag zurechtzukommen“, beschreibt die Pharmazeutisch-Technische Assistentin die Krankheitszeit. So zog sie vorübergehend wieder bei ihren Eltern ein, die sie bei Tätigkeiten wie Essen und Anziehen unterstützten. Matthias Seack besuchte sie in dieser Zeit nicht nur aus medizinischen Gründen regelmäßig. Beide sind seit mehr als 30 Jahre befreundet und kennen sich schon aus der aktiven Zeit des Chefarztes im Kanusport.


Nach fünf Monaten entfernten die Ärzte die Platte aus dem rechten Oberarm. Begleitet von regelmäßiger Physiotherapie und eigenständigem Training erhielt Sigrid Jekel die Beweglichkeit ihrer Arme Schritt für Schritt zurück. Die ohnehin sportlich aktive Frau sieht die insgesamt neunmonatige Behandlungsphase recht entspannt: „Ich habe auch vor meinem Unfall viel Sport betrieben, was wahrscheinlich eine noch größere Verletzung verhindert hat. Meine wöchentlichen Einheiten im Reha-Zentrum Harburg behalte ich seit meinem Unfall bei, und ich stelle immer noch kleine Fortschritte in meiner Beweglichkeit fest.“

Heute ist Sigrid Jekel froh und dankbar, dass ihr Ärzte, Schwestern und Therapeuten der Mariahilf Klinik helfen konnten. „Obwohl meine Verletzung zunächst sehr schlimm aussah, bin ich jetzt wieder so fit, wie vor meinem Unfall und genieße mein aktives Leben in vollen Zügen“, freut sie sich. tv

HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg

Die HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 168 Planbetten. Sie bietet eine uneingeschränkte Notfallversorgung für Erwachsene und Kinder und ein breites Leistungsspektrum in den Abteilungen Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinderchirurgie, Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie wie auch Anästhesie und Radiologie. Zudem verfügt die Klinik über ein zertifiziertes lokales Traumazentrum, ein EndoProthetikZentrum sowie das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Brustzentrum HELIOS Mariahilf. Die Klinik ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg.