Mach das, was du selber willst . . .

Foto: IHK Lüneburg-WolfsburgEin inspirierender Gastredner: Professor Günter Faltin vor seinen Zuhörern im Dachgeschoss. Foto: IHK Lüneburg-Wolfsburg

Gründungsideen neu denken – „LaborX“ startet unterm Dach in Lüneburg.

Steve Jobs gründete in seiner Garage, Lüneburger Junggründer starten im Dachgeschoss eines alten Backsteinhauses auf dem Gelände der Leuphana Universität. Anlässlich der Veranstaltung „LaborX“ – einer Kooperation mit der IHK Lüneburg-Wolfsburg und dem Entrepreneurship Hub der Leuphana Universität – erklommen rund 80 Junggründer, Studierende und Unternehmer das ungewöhnliche Gründungslabor. Das Ambiente und die Stimmung hätte besser nicht sein können. Man stand oder saß dicht gedrängt, nichts war leichter, als einen Gesprächspartner zu finden, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Der kreative Kleinraum unterm Dach entpuppte sich als Gründer-Schmiede, in der jeder willkommen war. Groß waren die Erwartungen der Besucher an Professor Günter Faltin, den Erfinder von „LaborX“ und den drei Neugründern, die in nur 90 Sekunden ihre Gründungsidee vorstellten. Faltin wird als der deutschlandweit bekannteste Gründungsexperte und Unternehmer angesehen, der rund ein Dutzend Firmen gründete, darunter 1985 die „Teekampagne“, die als weltweit größter Importeur von Darjeeling-Tee gilt. Sein Credo, das sich jeder kreative Gründungskopf zu Eigen machen sollte, lautet: „Jeder ist ein Entrepreneur, weil jeder der Welt etwas zu bieten hat und auf seine Weise einzigartig ist.“ Ein Laptop und der eigenen Kopf, mehr sei nicht nötig, um erfolgreich zu gründen, „denn“, so der Hochschullehrer, „heute ist eine Gründung im Großen und Ganzen nicht mehr kapital-intensiv, sondern ideenintensiv“.

Heute ist eine Gründung im Großen und Ganzen nicht mehr kapital­intensiv, sondern ideenintensiv.
Professor Günter Faltin


Im Mittelpunkt des Abends standen neben dem wortgewandten Professor die nicht weniger wortstarken Gründer in spe und deren 90-Sekunde-Performance. Der 27-jährige Lüneburger Student Florian Bontrup stellte „Docyet“ vor, eine Smartphone App, die die Hotline von Auslandskrankenversicher-ungen ersetzen soll. Wie es zu dieser Idee kam? Bontrup hatte sich während des Besuchs der Chinesischen Mauer den Fußknöchel verstaucht. Seine Bemühungen, über die Versicherung schnellstmöglich Adressen erreichbarer Ärzte zu erhalten, verliefen ergebnislos. Stattdessen wies man ihn auf ein fünf Stunden entfernt gelegenes Krankenhaus hin. Dieses Ereignis bewog den jungen Mann zur Entwicklung einer App: „Dabei geht es um Gesundheit und darum, im Ausland als Tourist Gesundheitsversorgung zu finden.“ Unter anderem soll dieser virtuelle Assistent Wörter und Phrasen der zu beschreibenden Symptome übersetzen, um die Kommunikation mit dem Arzt zu ermöglichen.

Anschließend blieb eine Fragezeit von
15 Minuten, in der Faltin nachhakte und auch Gäste zum Diskurs einlud. Ziel war nicht, die Idee zu bewerten, sondern Junggründende zu ermutigen und zu unterstützen. Fragen waren: Wieviel kostet die App? Lässt sie sich auf andere Gebiete wie beispielsweise die Lüneburger Heide ausweiten? Wie gestaltet sich das Marketing und was geschieht mit den Daten der Kunden? Dieser Zeitraum erwies sich als überaus inspirierend für Florian Bontrup, der schließlich gekommen war, um Rückmeldung von kompetenter Seite zu erhalten und die Entscheidung treffen zu können: „Ich mache weiter.“

Voraussichtlich Anfang 2017 wird die IHK Lüneburg gemeinsam mit der Leuphana Universität Lüneburg Gründer und Gründungsinteressierte zu einem weiteren Austausch im Rahmen von „LaborX“ einladen. Für die kommende Veranstaltung können sich schon jetzt Gründer mit ihrer Geschäftsidee bei Wiebke Wenzel, wenzel@lueneburg.ihk.de, melden.