Einschicken war gestern – Heute kommt das PMÜ-Mobil!

Thomas WedekingWehe, der Wasserkocher hat einen Kurzschluss: Ortsveränderliche Elektrogeräte in Unternehmen müssen regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden, wie Thomas Wedeking hier demonstriert.

DEKRA Prüfmittelüberwachung: Der mobile Check für Manometer & Co.

Es gibt in technischen Unternehmen jede Menge Hilfsmittel, mit denen überprüft wird, ob ein Prozess korrekt verläuft oder eine Arbeit korrekt verrichtet wurde – Messinstrumente aller Art vom einfachen Drehmomentschlüssel in der Kfz-Werkstatt bis zum Manometer, von der Mikrometerschraube bis zum Messschieber. Die Hilfsmittel dienen allein der Überprüfung und müssen sich gefallen lassen, dass auch sie überprüft werden. Während Gewichte ihren Tauglichkeitsnachweis ausschließlich von den Eichämtern bekommen, ist in den genannten Fällen auch DEKRA befugt, regelmäßige Tests vorzunehmen. Gleich drei Prüfmittelüberwachungsmobile haben die DEKRA-Experten in Norddeutschland im Einsatz – stationiert in Hamburg, Kiel und Hannover.

Die sogenannten PMÜ-Mobile sind rollende Werkstätten, mit denen Mitarbeiter zu den Kunden unterwegs sind. Rüdiger Haun, Leiter der DEKRA-Niederlassung Hamburg Süd in Harburg: „Das hat einen großen Vorteil: Unsere Kunden müssen die Geräte nicht einschicken und gegebenenfalls lange warten, bis sie wieder zurück sind, sie können die Werkzeuge und Messinstrumente ohne großen Ausfall sofort wieder nutzen – und bekommen im Falle eines festgestellten Fehlers sofort eine Nachjustierung bzw. eine Rückmeldung.“


Die fahrbare Mini-Werkstatt passt in einen Transporter. An Bord sind alle technischen Mittel, mit denen Prüfgeräte geprüft werden können. Zeigt der Drehmomentschlüssel zum Anziehen der Radmutter richtig an? Gibt das Manometer den korrekten Druck wieder? Stimmt die Anzeige der Mikrometerschraube? Im PMÜ-Mobil wird das schnell festgestellt. Auch stationäre Prüfanlagen können von den Allround-Experten überprüft werden, die mit dem PMÜ-Mobil unterwegs sind. Zum Beispiel Bremsprüfstände und Wuchtmaschinen in Autowerkstätten sowie Scheinwerfer-Einstellgeräte. Thomas Wedeking, Kfz-Meister und Fachkraft für Arbeitssicherheit: „Im Elektrobereich sind wir ebenfalls tätig, überprüfen elektrische Prüfgeräte wie zum Beispiel Volt- und Amperemeter.“ Die Prüffahrzeuge sind übrigens mit Standheizung ausgerüstet, da der Innenraum für die Überprüfung eine bestimmte Temperatur haben muss, um wärme- oder kältebedingte Toleranzen auszuschalten.

Ortsveränderliche Elektrogeräte im Check

Dass das PMÜ-Mobil auch für nichttechnische Unternehmen sinnvoll genutzt werden kann, beruht auf den Vorschriften der Arbeitsschutzverordnung. Wie in B&P bereits schon einmal berichtet, sind Unternehmen gleich welcher Art aus versicherungstechnischen Gründen angehalten, ortsveränderliche Elektrogeräte regelmäßig zu überprüfen. Kurz: Alles, was einen Stecker hat, muss gecheckt werden. Im Gewerbe ist diese Prüfung einmal pro Jahr durchzuführen, im Büro- und Verwaltungsbereich kann die Frist auf zwei Jahre verlängert werden. Dabei geht es sowohl um reguläre Arbeitsmittel wie Rechner als auch um die privat mitgebrachte Kaffeemaschine auf der Fensterbank. Wohl dem, der ein Prüfsiegel vorweisen kann, wenn die Maschine ersatzlos verglüht und dabei zugleich die ganze Büroeinrichtung unbrauchbar wird – was noch ein vergleichsweise glimpflicher Ausgang wäre.

Thomas Wedeking: „Diese DEKRA-Prüfung machen auch unsere mobilen PMÜ-Kollegen.“ Und zur Demonstration holt er ein Prüfgerät aus dem Schrank, um den Wasserkocher in der DEKRA-Niederlassung an der Nartenstraße zu testen. Alles in Ordnung, keine Gefahr im Verzug . . . wb