Himmlische Zukunft oder höllischer Abgrund

Neue Wege finden

Um beidem entgegenzutreten, brauchen 
Spitzenkräfte neue Kernkompetenzen. Gute Führung bedeutet heute Veränderungen begleiten, aufklären, mitnehmen, vorleben, gestalten und aktivieren. Denn Bereitschaft zu lebenslangem Lernen ist heute wichtiger denn je. Sie ist existenziell. Darüber herrscht Einigkeit in der Diskussionsrunde. Genau wie darüber, dass die Digitalisierung unausweichlich dazu führt, dass immer mehr Tätigkeiten von Maschinen übernommen werden. Die Hoffnung, dass stattdessen andere Berufsfelder entstehen und Potenziale für neue Aufgaben freigesetzt werden, eint das Plenum ebenfalls.


Im Gespräch wächst die Erkenntnis, dass dem digitalen Wandel ein kultureller folgen muss. Es brauche neue Ideen zum Lebenskonzept, findet nicht nur Carmen Möller. Arbeit und beruflicher Erfolg dürften nicht länger wichtigstes Identifizierungs-Merkmal sein. Zudem müssten neue Wege der Wertschöpfung gefunden werden, die auch das Auskommen jener sichern, die nicht in der Lage sind, sich den gestiegenen Anforderungen entsprechend zu qualifizieren. Oder die dem Geschwindigkeits- und Effizienzdruck nicht gewachsen sind. Stichwort Burnout. Es gibt etliche Diskussionsbeiträge, die Risiken der Entwicklung in den Mittelpunkt rücken. Und andere, die Chancen im Vordergrund sehen. Etwa das Plus an Lebensqualität, das Digitalisierung mit sich bringt. Weniger, andere, kreativere Arbeit. Das Wo, Wann und Wie entscheide der Einzelne jeden Tag neu, schwärmt Tobias Hagenau mit glänzenden Augen. Allerdings, gibt er zu, arbeite er selbst am liebsten nach konventionellem Muster: im Büro, im direkten und persönlichen Austausch mit Kollegen. mab

Vormerken

„Digitalisierungshauptstadt Hamburg – Chance oder Bürde?“ heißt das Thema beim 2. Hamburger Wirtschaftsdialog des NIT Northern Institute of Technology Management. Wie steht es um dieses Innovationsklima? Was ist politisch möglich, um es zu fördern? Wie entwickelt sich die Gesellschaft weiter, wenn Arbeit anders gedacht wird? Darüber diskutieren Unternehmer und Geschäftsführer aus dem Hamburger Mittelstand mit Startups und Vertretern der Politik. Christian Günner, Bereichsleiter Kunden und Systementwicklung bei Hamburg Wasser, verrät in einem Impulsvortrag, welches Potenzial die Wasserleitungen für eine digitale Stadt haben. Daniel Rebhorn, Managing Partner beim E-Commerce-Dienstleister Diconium, blickt von außen auf die Potenziale Hamburgs. Durch die Veranstaltung führt Sven Enger, Digitalexperte und Head des Digital Think Tank am NIT.
Der 2. Hamburger Wirtschaftsdialog findet am Donnerstag, 27. April, statt und bietet viel Raum fürs Networking. Ort: Frank & Pape Buchhandel und Café, Hoheluftchaussee 51, in Hamburg. Warm-up ab 17.30 Uhr, Start um 18 Uhr. Eine Anmeldung ist obligatorisch. Die Veranstaltungsreihe Hamburger Wirtschaftsdialog wird unterstützt von Hamburg Wasser.

Web: https://www.nithh.de/de/das-nit/termine/veranstaltung/ 2nd-hamburg-economic-dialog/