TuTech zieht in den Goldfisch – TuTech-Haus wird Innovations Campus

Foto: Wolfgang BeckerDer ICGT ist beschlossen und verkündet: Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (von links), TU-Vizepräsident Andreas Timm-Giel, Bürgermeisterin Katharina Fegebank, TU-Präsident Garabed Antranikian und TuTech-Geschäftsführer Martin Mahn.

Gründeroffensive im Channel: Bürgermeisterin Katharina Fegebank stellt pragmatische Lösung vor – Umzug und Umbau statt ICGT-Neubau.

Jahrelang wurde um den Bau des Inno-va-tions-Campus Green Technologies (ICGT) im Harburger Channel gestritten. 13 Millionen Euro (Stand 2012) sollten in den Neubau investiert werden, doch dann platzte die Finanzierung im ersten, später auch im zweiten Anlauf. Jetzt hat Hamburger Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank ein pragmatische und vor allem schnelle Lösung präsentiert: Aus dem TuTech-Haus an der Harburger Schloßstraße – einst von der Hansestadt als Mikroelektronik-Anwendungszentrum erbaut – wird das ICGT, wobei diese Abkürzung nur ein Arbeitstitel ist. Nach einem passenden Namen wird noch gesucht.

Im Oktober 2016 soll Hamburgs neuester InnovationsCampus betriebsbereit sein. Bereits im April wird dazu fast die gesamte TuTech-Verwaltung eineinhalb Etagen im „Goldfisch“ an der Blohmstraße beziehen. Die frei werdenden Büros werden zum Teil umgebaut, auf den oberen Fluren sollen zudem Co-Working-Zonen entstehen. Ziel ist es, eine kommunikative und kreative Atmosphäre zu schaffen. Dazu biete das TuTech-Haus beste Voraussetzungen, ist Garabed Antranikian, Präsident der Technischen Universität Hamburg (TUHH), überzeugt.


Schneller und wirtschaftlicher

Fegebank sprach von einer Win-win-Situation: „Wir sind mit diesem Vorhaben schneller, haben mehr Platz und arbeiten wirtschaftlicher.“ Die Neuausrichtung des TuTech-Hauses sei ein toller Auftakt für die Innovationsstrategie Hamburgs. Das ICGT solle zum neuen Zentrum für saubere und digitale Technologien werden. So sieht es auch Antranikian: „Die TUHH macht Technik für Menschen. Wir sind die Nummer eins in Deutschland, was die Lehre angeht. Aber wie bringen wir die Technik in die Gesellschaft? Dabei spielen Kreativität und Kommunikation eine große Rolle. Das TuTech-Haus ist ideal dazu geschaffen, eine offene und kommunikative Atmosphäre zu schaffen. Wir müssen einfach mehr miteinander reden.“

Das markante Gebäude im Binnenhafen wird künftig zum Inkubator – hier sollen gründungswillige Wissenschaftler Geschäftsmodelle für die Technik der Zukunft austüfteln. Die bereits vorhandenen, zumeist jungen
Unternehmen werden im Haus bleiben, weitere sollen hinzukommen und zu vergleichsweise günstigen Mieten kleine Flächen nutzen können: Keimzellen für neue Unternehmen, die dann im Channel und beispielsweise im hit-Technopark eine neue Heimat finden können, wenn die Gründerphase überstanden ist.

Ein wichtiger Schritt

Harburgs Bezirksamtsleiter Thomas Völsch erinnerte an die Harburger Historie als Industriestandort: „Wir können den Stellenwert Harburgs als Technologie- und Produktionsstandort nur erhalten, wenn wir innovativ sind. Als Bezirk sind wir unglaublich froh, dass jetzt neuer Schwung in die Entwicklung kommt. Der ICGT ist auf diesem Weg ein ganz wichtiger Schritt.“

Martin Mahn, Geschäftsführer der TuTech Innovation GmbH (Transfergesellschaft der TUHH und der Hansestadt): „Hier am Standort ist Dynamik zum Anfassen. Das Potenzial ist riesig. Ein Neubau wäre auch prima gewesen, aber das hätte uns mindestens weitere drei Jahre gekostet. Jetzt können wir sofort starten.“ Ziel sei es, möglichst viel Durchsatz von Start-ups zu haben – also Unternehmen an den Start zu bringen und dann weiterzureichen.

Der ICGT wird drei Geschäftsführer haben: Martin Mahn, Professor Dr. Andreas Timm-Giel, TU-Vizepräsident mit Schwerpunkt Forschung, und Professor Dr. Christoph Ihl, Leiter des Instituts für Entrepreneurship. wb