Hamburg Aviation: Wirtschaftsverein besichtigt das ZAL

Hamburg AviationRundgang: In dieser Halle ist eine Rumpfsektion einer A320 aufgebaut – hier können Kabinentests gemacht werden, beispielsweise zum Thema Sitzanordnung.

Angewandte Luftfahrtforschung auf der Rüschhalbinsel – Ein weltweit einzigartiges Konzept

Die „Landebahn“ führt direkt in den Haupteingang – es ist schon beeindruckend, wie sich der Luftfahrtstandort Hamburg seinen Besuchern präsentiert. Ganz besonders gilt dies für das Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung ZAL auf der Rüschhalbinsel in Finkenwerder. Der Vorstand des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden, vertreten durch TuTech-Geschäftsführer Martin Mahn, nutzte jetzt die Gelegenheit, seine Mitglieder in den 84 Millionen Euro teuren Komplex einzuladen. ZAL-Geschäftsführer Roland Gerhards gab eine spannende Einführung, anschließend ging es in drei Gruppen durch die imposanten Hallen.

Das ZAL ist ein Ort, in dem sich Wirtschaft und Wissenschaft treffen. Ziel ist es, viele namhafte Akteure aus dem Luftfahrtcluster unter einem Dach zusammenzuführen und Synergieeffekte beim gemeinsamen Forschen und Erfinden zu heben. „Forschung auf Augenhöhe“, so nannte es Gerhards in seinem Vortrag.
25 Partner sollen im ZAL dafür sorgen, dass Hamburg als immerhin weltweit drittgrößter Luftfahrtstandort seine Stellung behauptet und vielleicht sogar ausbaut. Gerhards: „Ein Grund für diese Initiative: Viele neue Ideen bleiben auf der Strecke, weil die Urheber weder die Zeit noch die Mittel haben, ihre Erfindungen zu testen.“ Das soll nun anders werden, denn im ZAL findet sich eine ausgeprägte,
20 Millionen Euro teure Forschungsinfrastruktur, die genutzt werden kann. Sogar eine eigene Forschungsabteilung mit zwölf versierten Mitarbeitern ist am Start, um die sogenannten R&T-Leistungen (Research & Technology) zu unterstützen.


Das ZAL hat eine Nutzfläche von 26 000 Quadratmetern – und ist damit fast so groß wie das Phoenix-Center in Harburg. 600 Jobs sollen künftig unter dem Dach zu finden sein. Gerhards: „300 Arbeitsplätze sind bereits besetzt. Wir stehen in laufenden Verhandlungen mit neuen Mietern. Meine Prognose: Bis zum Jahresende sind wir bei 600 angelangt.“ Mehr als ein Dutzend Mietverträge sind bereits abgeschlossen worden.

Sechs Hauptthemen werden im ZAL abgebildet, darunter Entwicklung der Brennstoffzelle, Kabinentechnologie, Klima- und Lüftungstechnik, Produktionsverfahren (Roboter, Vernetzung, 3D-Druck), Akustik. Gerhards: „Das ZAL ist mit seinem Konzept weltweit einzigartig.“ Neun Gesellschafter tragen die Forschungseinrichtung: die Hansestadt Hamburg, Airbus und Lufthansa Technik mit jeweils 20 Prozent, aber auch das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt DLR, der ZAL-Förderverein sowie die vier Universitäten TU Hamburg, Uni Hamburg, Helmut-Schmidt-Universität und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften HAW. Das ZAL ist damit keine städtische Gesellschaft und kann am Markt frei agieren, wie Gerhards betonte. Es reiht sich nahtlos ein in den Luftfahrtcluster der Metropolregion Hamburg (Hamburg Aviation). wb