Industrie 4.0 birgt große Chancen, aber Arbeit 4.0 ist ebenso wichtig

BUPUmlagert: Nach dem Vortrag stellte sich auch der Wirtschaftssenator Fragen der Besucher.

Wirtschaftssenator Frank Horch bei der Wirtschaftskonferenz in Harburg.

Als „ungemeine Chance“ hat Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Metropolregion Hamburg bezeichnet. Als Sprecher bei der Wirtschaftskonferenz des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden im KulturSpeicher in Harburg betonte er jedoch, dass zum Schlagwort Industrie 4.0 auch der Begriff Arbeit 4.0 sowie das Thema Datensicherheit gehören müssten: „Die Wirtschaft ist im Umbruch. Jeder Wandel setzt aber Gestaltung voraus. Die Möglichkeiten, die sich durch die neuen Technologien ergeben, sind enorm. Wichtig: Das betrifft auch die kleinen und mittleren Unternehmen, die diesen Wandel aus eigener Kraft häufig nicht leisten können. Unser Ziel ist es, dass diese Unternehmen dabei bleiben. Und deshalb müssen wir sie unterstützen – zum Beispiel durch Kooperationen und Netzwerke.“

Innovations-Hauptstadt

Die Hansestadt Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschlands Innovations-Hauptstadt zu werden. Als Beispiele auf dem Weg dahin nannte Horch das Hamburger Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung ZAL in Finkenwerder als ideale Plattform für Forscher, Gründer und Unternehmen. Der Senator: „Wenn Hamburg Innovationsleader geworden ist, dann ist das ein Ergebnis der erfolgreichen Clusterpolitik, von der viele heute sagen, sie sei überholt. Aber das ist falsch. Ich habe die Anfänge der Diskussion über den Luftfahrtstandort Hamburg miterlebt. Hamburg ist heute weltweit die Nummer drei nach Seattle (Boeing, d. Red.) und Toulouse (Airbus, d. Red.). Die Situation heute ist zehn Mal besser als damals erwartet. Das ist das Ergebnis der Clusterpolitik.“

Auch vor der klassischen Luftfahrtbranche macht die Digitalisierung nicht halt. Mehr noch: Die Luftfahrt ist Treiber der Technologie. So hat Airbus die Verwendung von Bauteilen, die im 3-D-Druckverfahren erstellt werden, weit entwickelt. Hamburg unterstützt darüber hinaus das Modell der Forschungs- und Innovationsparks. Hier nannte Horch ausdrücklich auch den hit-Technopark, der seit vielen Jahren sehr erfolgreich Raum und Service für aufstrebende Unternehmen bietet. Als neues Projekt kommt nun der Hamburg Innovation Port im Binnenhafen hinzu, den Investor Arne Weber (HC Hagemann) plant. Horch: „Hier geht es vor allem auch um die Technische Universität Hamburg. Der hip ist ein weiterer Schritt, um im Wissenschaftsumfeld Gründer und etablierte Unternehmen anzusiedeln.“