Siedlungsdruck an der Wasserkante

Foto: Saskia HollatzDas Eventschiff MS KOI am Kanalplatz: Hier fand die Ausstellung rund ums Wohnen und um den Channel statt.

channel hamburg e.V.  lud zum Tag des  Wohnens: Der Harburger Binnenhafen erfreut sich über hohe Nachfrage bei Mietern und Käufern.

Seit Jahren verwandelt sich der Harburger Binnenhafen vom fast reinen Business-Quartier zu einem Ort, an dem Arbeiten und Wohnen gleichermaßen möglich ist. Nicht einmal die Nähe zum Chemie-Handelsunternehmen Brenntag oder zur manchmal etwas maritim-lauten Jöhnk-Werft haben daran etwas geändert. Tatsächlich hat die vielzitierte Nähe zum Wasser alle Bedenken weggespült, die Stadtplaner mit Blick auf das Baugesetzbuch hätten entwickeln können. Wasser zieht magisch an – und deshalb sind bereits heute mehrere 100 Wohnungen im Binnenhafen zu finden – und ständig kommen neue hinzu, weil namhafte Baufirmen und Projektentwickler kräftig Gas geben. Im Rahmen des Brückenschlagfestes (siehe auch Seite 11), das nicht nur der Eröffnung der langerwarteten Drehbrücke diente, sondern von channel hamburg e.V. auch als „Tag des Wohnens“ angekündigt war, wurden neue Wohnungsbauprojekte an Bord des Eventschiffes MS KOI präsentiert.

Foto: Saskia Hollatz

Auf der MS KOI konnten sich interessierte Besucher über das Thema Wohnen im Binnenhafen informieren – hier über die Schlossinsel-Marina am Stand von Engel & Völkers.


Die Investoren nutzten zudem die Chance und öffneten, so vorhanden, ihre Musterwohnungen. Rund 1000 Besucher interessierten sich für das Wohnen am Wasser in Harburg. Im Binnenhafen werden bis Jahresende etwa 500 neue Wohnungen fertiggestellt oder deren Bau begonnen. Laut Bezirksamtsleiter Thomas Völsch ist damit noch nicht das Ende der Entwicklung erreicht, wie er sagte. Er signalisierte, dass es weitere Wohnprojekte geben könne – beispielsweise im Osten des Binnenhafens. Welche Projekte derzeit aktuell sind, erfuhren die Besucher auf dem Eventschiff MS KOI. Dort warb unter anderem die Lorenz Gruppe für das „Brückenquartier“ am Östlichen Bahnhofskanal. Engel & Völkers stellte die „Schlossinsel-Marina“ (siehe Seite 15) vor: „Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Der Binnenhafen wird bald viele neue Bewohner haben“, so Jan-Ole Behrens.

Mit den Phoenix-Homes von Revitalis, den Häusern von Sahle, dem Objekt „Studentisches Wohnen“ am Schellerdamm und dem verspäteten IBA-Projekt „Wohnen am Kaufhauskanal“ sind mittlerweile ganze Quartiere entstanden, die das Gesicht des Binnenhafens stark verändern und durch Leben vor Ort prägen werden. Weitere Wohnhäuser wie beispielsweise das „Boathouse“ auf der Schlossinsel unterstreichen den maritimen Charakter. Die Rückmeldungen der Bauherren lassen ahnen, wie hoch der Siedlungsdruck am Wasser ist: Einige Häuser sind längst „ausverkauft“, bei anderen steigt die Nachfrage parallel zum Baufortschritt. Auch im Binnenhafen gilt: Richtig interessant wird es erst, wenn das Haus steht . . . wb