Chance für den Tourismus

NadelwehrAusgefeilte Technik: Der Durchfluss der Wassermenge durch das Nadelwehr wird durch die Anzahl der „Nadeln“ bestimmt, die entfernt oder hinzugefügt werden. Foto: Landkreis Lüneburg

Nadelwehre und Schleusen an der  Ilmenau sollen erhalten bleiben.

Die Nadelwehre, Schleusen und Schleusenwärterhäuschen an der Ilmenau zwischen Lüneburg und Hoopte sind historische Einrichtungen von hohem Belang und deshalb für die kommenden Generationen zu erhalten. Dies macht die Niedersächsische Denkmalkommission in einem aktuellen Schreiben an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt deutlich. Die Bitte der Denkmalkommission: Der Minister möge sich für den Erhalt der Nadelwehre und Schleusen einsetzen – immerhin ist sein Ministerium zuständig für die Unterhaltung der Schleusen an der Bundeswasserstraße Ilmenau.

Für die betroffenen Landkreise Harburg und Lüneburg, die Hansestadt Lüneburg und die Samtgemeinde Bardowick ist es von hoher Bedeutung, dass die Ilmenau auch zukünftig ihre jetzige Funktion als Bundeswasserstraße beibehält. Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt: „Wir sehen große Chancen im Tourismus, wenn die Schleusen wieder einsatzfähig sind. Die Nadelwehre belegen den Stand der Wasserbautechnik im ausgehenden 19. Jahrhundert eindrucksvoll – das wird interessierte Besucher anlocken.“


Die Mitglieder der Denkmalkommission waren mit ihrem Vorsitzenden Sigmund Graf Adelmann und Nahrstedt Mitte März 2016 in Bardowick zu Gast, um sich selbst vor Ort ein Bild von dem Schleusenensemble an der Ilmenau zu machen. Die abschließende Besprechung und Abstimmung der Denkmalkommission in Oldenburg ergab als Ergebnis: Die Kommission geht von einer nationalen Bedeutung der Nadelwehre, Schleusen und Schleusenwärterhäuschen aus und sieht ein außerordentliches öffentliches Interesse an deren Erhaltung: „Ein Rück- oder Umbau der Nadelwehre und Schleusen wird als nicht zielführend im Sinne des Denkmalschutzes abgelehnt“, heißt es in dem Schreiben, das auch an Staatsministerin Monika Grütters in Berlin und Verkehrsminister Olaf Lies in Hannover ging. ho