Zeitreise durch den Harburger Binnenhafen

Harburger BinnenhafenDieses Foto aus dem Jahr 1905 zeigt Arbeiter an einem Speicher im Harburger Binnenhafen. Foto: Archäologisches Museum Hamburg

Stadtmuseum Harburg und Bezirksamt bringen neues Buch heraus.

Harburgs Binnenhafen ist seit gut zwei Jahrzehnten als Standort für viele neue Firmen, mittlerweile rund 6000 moderne Arbeitsplätze und Musterbeispiel für die Konversion brach liegender Indus-trieflächen bekannt. Als Channel Hamburg (siehe auch Seite 27) genießt das Areal zwischen Süder-elbe und Bundesstraße 73 auch weit über Hamburgs Grenzen hinaus Beachtung. Mittlerweile ist aus dem Quartier zudem ein beliebter Wohnstandort geworden. All diese Entwicklungen sind regelmäßig Thema in Business & People: Der Binnenhafen ist mehr als die Entwicklung seit den 1990er-Jahren – auf der Schlossinsel liegt die Keimzelle Harburgs. Der Binnenhafen selbst hat eine Geschichte, die ein halbes Jahrtausend zurückreicht. Darum geht es in dem neuen Buch „Der Harburger Binnenhafen“.

Das Stadtmuseum Harburg/Helms-Museum und das Bezirks-amt Harburg haben in der Publikation mehr als 30 Stationen zusammengestellt, die mittels anschaulicher und informativer Kurzportraits einen spannenden Blick auf 500 Jahre Harburger Hafengeschichte ermöglichen. Das Buch erzählt die einzigartige Geschichte des Hafens und bietet die Möglichkeit, einen spannenden Rundgang durch einen „Stadtteil“ zu unternehmen, der lange Zeit als „fast vergessen“ galt. Im Binnenhafen selbst, am Kanalplatz und vor dem Harburger Schloss weisen zwei Informationstafeln auf den Rundgang per Buch oder App hin.

Der Harburger Hafen war Jahrhunderte lang der Impulsgeber und Motor für die Entwicklung der Region. Aktuell ist ein tiefgreifender Strukturwandel im Gange, in dessen Folge das Quartier am Wasser sein Gesicht wieder grundlegend verändert. Höchste Zeit also, dass das Gebiet im Fokus der Harburger Geschichtsforschung steht. In der vorliegenden reich bebilderten Pub-likation haben die Autoren wichtige, neue Quellen erschlossen und bisher unveröffentlichtes Bild- und Kartenmaterial zugänglich gemacht. Kompakt und im handlichen Format wird die Entwicklung des Harburger Hafens von den Anfängen bis heute zu einer spannenden Zeitreise.

Das Buch ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem viele engagierte Kulturfreunde Harburgs mitgewirkt haben, und es ergänzt die schon 2015 erschienene gleichnamige Smartphone-App aufs Beste. Die App kann kostenlos im Store mit dem Stichwort „Binnenhafen“ heruntergeladen werden. Das Buch ist für fünf Euro ab sofort im Museumsshop des Stadtmuseums Harburg/Helms-Museum erhältlich. wb/bm


Mehr Wohnungsbau im Hafengebiet?

Mehr Wohnen ist der Trend im Harburger Binnenhafen. Die Harburger Verwaltung hat im Stadtplanungsausschuss sowie in der Begleitgruppe Binnenhafen neue Überlegungen zu einem aktualisierten Masterplan für den Harburger Binnenhafen vorgestellt, die potenzielle weitere Flächen für Wohnen vorsehen. Der Masterplan ist Voraussetzung für lärmtechnische Untersuchungen, ob auf den potenziellen Wohnbauflächen Wohnen aufgrund der Lärmsituation überhaupt möglich ist.

Die SPD-Fraktion begrüßt die Überlegungen der Verwaltung grundsätzlich, aber der Fraktionsvorsitzende, Jürgen Heimath, warnt: „Durch erhöhten Wohnungsbau im Harburger Binnenhafen dürfen hafenbezogene Nutzungen nicht verdrängt werden. Der Harburger Binnenhafen erhält sein einzigartiges Flair in Hamburg vor allem auch dadurch, dass Wohnen und Gewerbe in diesem Bereich auf aktive hafenbezogene Nutzungen treffen. Das darf nicht gefährdet werden.“ Der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses, Frank Richter (SPD), sagt: „Eine Wohnnutzung kommt für uns nur in Betracht, wenn dadurch die Betriebe, wie zum Beispiel die Jöhnck-Werft oder Jugend in Arbeit, nicht gefährdet werden.“ Auch eine Verlagerung der Segelmacherei Raap sieht Heimath kritisch: „Wenn wir anfangen, alteingesessene Hafenbetriebe herumzuschieben, kommen wir leicht dahin, dass diese komplett aus dem Binnenhafen verschwinden. Und mit ihnen dann vielleicht auch schleichend das Alleinstellungsmerkmal des Binnenhafens. Das wollen wir nicht.“