Ein Mann des konstruktiven Ausgleichs

Thomas Völsch hat mit seiner klugen, besonnenen Art viele Harburger überzeugt. Die Betroffenheit über seinen Tod geht quer durch alle politischen Lager.

Vorabdruck: Zum Tod von Harburgs Bezirksamtsleiter Thomas Völsch.

Am Ende ging alles ganz schnell: Gerade mal eine Woche war es her, dass Harburgs Bezirksamtsleiter Thomas Völsch um die Versetzung in den Ruhestand gebeten hatte – als Folge einer schlechten ärztlichen Prognose. Sieben Tage später, am 28. November, ist er im Alter von 59 Jahren gestorben. Mit ihm verliert Harburg einen Verwaltungschef, der zu Recht überall als „unser Bürgermeister“ begrüßt wurde.

Als 2011 bekannt wurde, dass er neuer Bezirksamtsleiter werden würde, trafen wir uns spontan auf einen Kaffee in der Hamburger City. Eine sympathische Begegnung. Und der Beginn einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit. Thomas Völsch war immer ansprechbar, rief sofort zurück, beantwortete Fragen ehrlich und im Vertrauen, dass seine Offenheit nicht missbraucht würde. Er hatte nicht für alles Antworten. Und konnte auch nicht alle Probleme lösen. Aber das kann niemand. Thomas Völsch war ein Mann des konstruktiven Ausgleichs, der das große Ganze im Blick und ein Herz für „seinen“ Bezirk Harburg, die Menschen und die Unternehmen hatte.


Sein Tod kam nicht überraschend, er sorgt dennoch für große Betroffenheit quer durch alle Lager. Tenor: Wir haben einen Freund verloren. Man musste nicht persönlich mit ihm befreundet sein, um zu erkennen, dass er ein Mensch war, der freundlich und zugewandt war. Einer Freundschaft wert.

Thomas Völsch hat sich der tödlichen Bedrohung tapfer und bemerkenswert optimistisch gestellt. Er versah seinen Dienst, so gut er es vermochte, und ließ sich die unangenehmen Begleiterscheinungen der Krebsbehandlung nicht anmerken. Es ist erst wenige Wochen her, dass seine regelmäßigen Twitter-Kommentare ausblieben. Positive kleine Notizen, geschrieben am Rande des Abgrunds. Er wird uns fehlen.