Einen Hafekran retten – weil er zum Hafen gehört!

Foto: KulturWerkstatt Harburg e. V.Die KulturWerkstatt Harburg e. V. freut sich, dass Bundes- und Landesmittel in einen zweiten Kran fließen – und damit ein chilliger, authentischer Aufenthalts- und Veranstaltungsort am Lotsekai in Hamburg-Harburg entsteht || Foto: KulturWerkstatt Harburg e. V.

KulturWerkstatt Harburg rettet den zweiten Hafenkran in Hamburg.

Gelb und Blau passen zusammen – nachdem die KulturWerkstatt Harburg e.V. (KWH) vor 10 Jahren um den gelben Mulch-Kran noch kämpfen musste – und Erfolg hatte – ist es nun eine Ehre, dass dem Verein die Rettung und Wiederherstellung auch des zweiten Krans am Lotsekai zugetraut wird. Der blaue „Pei-ner W40“, der prägnant vor hellem Gemäuer am östlichen Ende des Lotsekai seinen Platz hat, musste 2016 wegen der Kaimauersanierung weichen, wird jedoch nach den Restaurierungsarbeiten dort wieder stehen und seine Tätigkeit als „leichter Werft- und Hafenkran“ wieder aufnehmen.

Möglich wird die Finanzierung des Projekts durch die Bewilligung öffentlicher Zuwendungen in Höhe von 370.000 Euro. Das klingt nach viel, macht den Verein aber nicht reich, denn diese Mittel sind zweckgebunden und fließen ausschließlich in die Kran-Restaurierung. Aber nicht nur der blaue Kran soll dadurch betriebsfähig und geprüft wieder hergestellt werden, auch bei dem gelben Kran werden Ergänzungen in den Sicherheitseinrichtungen und dem Funktionsumfang (z.B. Waage und Greifer-Betrieb) durchgeführt – und Farbe braucht er auch wieder.


Die Hälfte der Mittel stammt aus dem jährlichen Sondermitteltopf „Denkmalschutz“ des Bundes, für die sich Metin Hakverdi, MdB, in Berlin erfolgreich eingesetzt hat. Das funktionierte, weil es der KWH gelang, die andere Hälfte durch Zusagen von verschiedenen Geldgebern zu bekommen. Darunter sind Spenden, die Stiftung Denkmalpflege Hamburg, das Denkmalschutzamt und der Bezirk Harburg.

Seit Januar läuft die Gutachter-Tätigkeit, nach der das weitere Vorgehen bestimmt und eine Ausschreibung durchgeführt wird. Mit Beginn der handwerklichen Tätigkeiten rechnet der Verein im Frühsommer 2017. Ziel ist, das Ensemble am Lotsekai soweit zu vervollständigen, dass sowohl Hakenbetrieb (blauer Kran) als auch Schüttgut-Umschlag im Greifer-Betrieb (gelber Kran) wieder durchgeführt und im Schaubetrieb gezeigt werden können. Somit erinnern diese lebendigen Einrichtungen an die beeindruckende Hafen- und Wirtschaftsvergangenheit, auf die das heutige Harburg aufbaut. Zwischen den Kranen und auf dem Wasser ist der spannende Raum für verstärkte kulturelle Aktivitäten.

Die „Kranwerkstatt“, eine Gruppe in der KWH, freut sich über Unterstützung jeder Art: finanziell oder tatkräftig! Man trifft sich monatlich zweimal: Zur Besprechung am zweiten Dienstag um 19 Uhr in der KWH sowie zum Arbeitseinsatz am Samstag derselben Woche vor Ort.