Garnele und Zander von der Elbe

Foto: PixabayEin Zander aus der Unterelberegion mit dem Prädikat "regional" || Foto: Pixabay

Studie untersucht Unterelbe als Zuchtgebiet für Fisch aus Aquakulturen.

Die Metropolregion Hamburg ist mit ihrem Leitprojekt zum Wirtschaftsraum Unterelbe angetreten, diese Region mit ihren Standortvorteilen national und international stärker in den Fokus der Wirtschaft zu rücken. Eine Studie zeigt nun auf, wie Synergien mit der Industrie für die Ansiedlung von Fischzuchten genutzt werden können. Die Aquakultur von Fischen und Garnelen ist mit Steigerungsraten von durchschnittlich neun Prozent seit 1970 der am schnellsten wachsende Zweig in der globalen Ernährungswirtschaft. Sie stellt weltweit einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige der Ernährungsbranche dar. Auch die Deutschen essen immer mehr Fisch, aber weniger als 20 Prozent davon werden im Inland produziert. Aus Rücksicht auf immer knapper werdende Wildfischbestände und im Sinne einer gesteigerten regionalen Selbstversorgung ist es erstrebenswert, mehr Aquakultur in der Region zu betreiben.
Hier bieten sich vor allem der Europäische Zander und die pazifische Weißbeingarnele an, da sie in geschlossenen Kreislaufanlagen aufwachsen können. Solche Anlagen können nahezu an jedem Standort errichtet werden. Ihre Wirtschaftlichkeit wird aber wesentlich durch Standortfaktoren wie Energiekosten und die Entfernung zum Absatzmarkt bestimmt. Der Standortauswahl kommt deswegen eine Schlüsselrolle für den wirtschaftlichen Erfolg zu. In Deutschland existieren bisher nur sehr wenige Standorte für die Ansiedlung solcher Anlagen. Grundsätzlich kommen hierfür Gewerbegebiete in der Nähe anderer Industrien in Frage. Ideal ist, wenn diese frei nutzbare Abwärme produzieren, die für die Fischzucht genutzt werden kann. An der Unterelbe existieren mehrere solcher Standorte. Exemplarisch wurde in der nun vorliegenden Studie der chemcoastpark stade in Niedersachsen betrachtet. Durch die Nutzung von freien Abwärmekapazitäten und vor Ort erzeugter Energie, könnte die Produktion hier kostensparend und unabhängig von externen Energiequellen erfolgen. Autor der Studie Dr. Stefan Meyer von der Gesellschaft für Marine Aquakultur sagte bei der Vorstellung:

„Die Unterelberegion liegt im Herz des deutschen Fischkonsums. Nachhaltig erzeugte Fische und Krustentiere, die hier produziert werden, verdienen wirklich das Prädikat regional. Das ist ein ungemeiner Wettbewerbsvorteil vor Importware aus Übersee. Die Nachhaltigkeit der Produkte wird durch die Nutzung von industrieller Abwärme, andere erneuerbaren Energien und die kurzen Transportwege zu den Absatzmärkten greifbar. Die intelligente Nutzung dieser Ressourcen spart Betriebskosten für den Produzenten und liefert dem Kunden ein nahezu einzigartiges Produkt. Das ist ein Standortvorteil der Region Unterelbe, den es jetzt auszubauen und zu entwickeln gilt.“