Holländer planen das neue Wilhelmsburg

Das Preisgericht hat im Sinne der Bürger entschieden: Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter (von links), IBA Hamburg-Geschäftsführerin Karen Pein, die Vorsitzende des Preisgerichts, Ingrid Spengler und Andy Grote, Bezirksamtsleiter in Hamburg-Mitte. Foto: IBA Hamburg

IBA Hamburg stellt Siegerentwurf „Wohnen für alle“ vor: Mehr als 1400 Wohnungen bis 2023.

Der Wettbewerb „Wohnen für alle – mitten in Wilhelmsburg“ ist entschieden. Nach dem Ende der Internationalen Bauausstellung 2013 nimmt damit nun das zweite große städtebauliche Projekt auf der Elbinsel Fahrt auf. Die Entscheidung fiel einstimmig für den Entwurf von DeZwarteHond (Rotterdam, Niederlande und Köln) / RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (Bonn, Hamburg). Insgesamt geht es um 35 000 Quadratmeter Gewerbefläche und mehr als 1400 neue Wohnungen, die zum Teil auf dem Gelände gebaut werden sollen, auf dem heute noch die Wilhelmsburger Reichsstraße liegt. Die Planung betrifft also den Zeitraum nach Verlegung der Hauptpendlerstraße an die östlich gelegene Bahntrasse. Die Hochbaureife ist für 2020 avisiert, Fertigstellung: 2023. Vor wenigen Wochen waren bereits die Entwürfe für rund 400 neue Wohnungen entlang der Neuenfelder Straße veröffentlicht worden.

Nach einer dreieinhalbstündigen Sitzung des Preisgerichts gaben Hamburgs Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter, Andy Grote, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, IBA Hamburg-Geschäftsführerin Karen Pein sowie die Vorsitzende des Preisgerichts, Ingrid Spengler, jetzt den Siegerentwurf öffentlich bekannt. Er wurde aus vier Entwürfen ausgewählt und entspricht dem Stimmungsbild, das Bürger zuvor abgegeben hatten. Geplant ist auch der Bau einer Kindertagesstätte sowie von Studentenwohnungen.

Eine neue Identität

Das neue Quartier soll zu einem lebendigen und nachbarschaftlichen Wohnquartier mit einer eigenen Identität und großer Vielfalt entwickelt werden. Der Damm der derzeitigen Wilhelmsburger Reichsstraße wird bis auf einige trapezförmige Erhebungen (Jokerflächen) komplett abgetragen. Diese Flächen sollen den künftigen Bewohnerinnen und Bewohner die Möglichkeit geben, über die Nutzung in diesen Bereichen selber zu entscheiden. Die von der Rathauswettern abzweigenden kleineren Wettern sollen aufgewertet und als fingerartige Grünzüge von der Parklandschaft in das Quartier hineingezogen werden. Der Grünzug entlang des Assmannkanals wird damit ergänzt und insbesondere der Bereich um den Rathaussee städtebaulich aufgewertet. Oberbaudirektor Jörn Walter: „Mit dem Entwurf schaffen wir eine Identität in Wilhelmsburg, die einmalig in Hamburg ist.“ IBA-Geschäftsführerin Karen Pein: „Mit dem neuen Quartier in der Wilhelmsburger Mitte setzen wir die Verbindung der verschiedenen Siedlungsteile auf der Elbinsel fort.“

Neue Mitte Wilhelmsburg

Diese Zeichnung gibt einen ersten Eindruck vom neuen Quartier. Zu Orientierung: Links von der Wasserfläche unten liegt das Wilhelmsburger Bürgerhaus. Die Reichsstraße ist bereits verschwunden.

Die IBA Hamburg GmbH hat den kooperativen städtebaulichen Wettbewerb „Wohnen für alle – mitten in Wilhelmsburg“ mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und in enger Kooperation mit „Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinseln“ und dem Beirat für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg ausgerichtet. Eine Besonderheit des Wettbewerbsverfahrens waren mehrere vorgeschaltete Beteiligungsplattformen für die interessierte Öffentlichkeit. Auf diese Weise flossen verschiedene Interessen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger unmittelbar in die Entwurfsplanungen ein.