Metropolregion Hamburg plant Erweiterung

Foto: Metropolregion Hamburgv.l.n.r.: Dirk Flörke, Rolf Christiansen, Ankelika Gramkow, Erwin Sellering, Andreas Rieckhof, Siegbert Eisenach || Foto: Metropolregion Hamburg

Schwerin und Parchim als neue Mitgliedspartner.

Die Erweiterung der Metropolregion Hamburg kann kommen: Zum Jahresanfang 2017 können Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin und der Altkreis Parchim als neue Mitglieder aufgenommen werden. Jetzt stimmen die Parlamente darüber ab. Um die Zukunftschancen der Metropolregion Hamburg und Norddeutschlands weiter zu verbessern und den Zusammenhalt in der Region zu fördern, wird die bisherige Kooperation nun um Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin und den Altkreis Parchim erweitert.

Dazu hat der Lenkungsausschuss der Metropolregion am 13. Mai 2016 einem neu gefassten Verwaltungsabkommen für die Regionalkooperation zugestimmt. Damit ist der Weg frei für die Beschlussfassung in den Ländern und Kommunen. Denn das Abkommen kann erst dann in Kraft treten, wenn die Parlamente der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und der Freien und Hansestadt Hamburg den zugrundeliegenden Staatsvertrag geändert haben. Auch die kommunalen politischen Gremien in den Kreisen, Landkreisen und kreisfreien Städten müssen vorab zustimmen. Dies wird voraussichtlich ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Dazu Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering:

„Für den Westen unseres Landes ist die enge Zusammenarbeit mit der Metropolregion Hamburg seit vielen Jahren von großer Bedeutung. Gemeinsam können wir unsere Stärken und Chancen wirkungsvoller entfalten und Herausforderungen besser meistern. Deshalb freuen wir uns, wenn die Aufnahme der Landeshauptstadt Schwerin und des gesamten Kreises Ludwigslust-Parchim bald erfolgen kann.“

Wenn alle Parlamente zustimmen und die Verträge unterzeichnet sind, umfasst die Metropolregion Hamburg 17 Kreise und Landkreise, drei kreisfreie Städte sowie die Stadt Hamburg. In Zahlen hieße dies, dass die Fläche der Metropolregion Hamburg von 26.100 um gut 2.300 auf knapp 28.500 Quadratkilometer wächst. Damit wäre die Metropolregion Hamburg dann fast so groß wie Belgien. Die Bevölkerungszahl stiege dann von derzeit etwa fünf Millionen um circa 180.000 auf gut 5,2 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner, was etwas mehr als die Einwohnerzahl von Norwegen ist. Nach der abschließenden Befassung der Gremien der Metropolregion Hamburg sagte der Vorsitzende des Lenkungsausschusses und Hamburgs Wirtschaftsstaatsrat Andreas Rieckhof:

„Ich freue mich sehr über diesen Schritt. Der große Einsatz Mecklenburg-Vorpommerns in den vergangen Jahren ist ein Gewinn für die gesamte Metropolregion Hamburg. So konnten beispielsweise unsere Tourismuskampagne oder auch die Tage der Industriekultur durch die Strahlkraft der hinzugekommenen Attraktionen sehr profitieren. Aber auch bei der Leitung von Projekten und bei der Zusammenarbeit in der Gewerbeflächenentwicklung ist das Engagement enorm hoch. Damit wird deutlich, dass Mecklenburg-Vorpommern nicht nur ein ostdeutsches- sondern auch ein norddeutsches Bundesland ist.“

„Wir haben für diese Entscheidung gemeinsam gekämpft. Seit zwei Jahren arbeiten wir noch enger mit Metropolregion zusammen und profitieren schon jetzt von der Zusammenarbeit, zum Bespiel bei der Vermarktung von Industrie- und Gewerbeflächen. Auch touristische Projekte wie die Gartenroute Musische Schlossgärten wurden bereits gemeinsam umgesetzt. Ich bin mir sicher, dass die Landeshauptstadt Schwerin mit Hilfe der Metropolregion ihre bundesweite und internationale Wahrnehmung als starker und lebenswerter Standort ausbauen kann“,

freute sich Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Und Rolf Christiansen, Landrat im Landkreis Ludwigslust-Parchim, ergänzte:

„In den vergangenen Jahren haben wir uns gerne in verschiedenen großen Projekten der Metropolregion Hamburg engagiert. Vom Projekt „Kurs Elbe“ bis hin zur Federführung im Projekt Demografie und Daseinsvorsorge – um nur zwei zu nennen – kann ich sagen: es hat sich gelohnt. Mit dem Hinzukommen von Parchim wird die Sache für uns nun gänzlich rund. “

Die Erweiterung der Metropolregion Hamburg geht auf die gemeinsame Initiative und die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Land, Landkreisen, Kommunen und Kammern in Westmecklenburg zurück. Auch die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin hat die Landeshauptstadt Schwerin und den Altkreis Parchim auf dem Weg in die Metropolregion intensiv begleitet und bei der Projektarbeit unterstützt.

Die Metropolregion ist die einzige Plattform, auf der Länder und Kommunen grenzübergreifend zusammenarbeiten. Der Erfolg dieser Zusammenarbeit, deren Grundprinzip die Freiwilligkeit ist, fußt auf einem vertrauensvollen und aktiven Miteinander. Als Impulsgeber formuliert die Metropolregion Hamburg Strategien und Handlungsansätze, entwickelt Projekte und setzt sie gemeinsam mit den Partnern um. Sie konzentriert sich dabei auf Aufgaben, deren Entwicklung der ganzen Region zugutekommen. Die Metropolregion versteht sich dabei als offen und variabel. Wo immer es angebracht ist, sind interessierte Partner, auch außerhalb ihrer Grenzen, eingeladen, an ihren Projekten und Aktivitäten mitzuwirken.