Dr. Olaf Krüger, Vorstand der Süderelbe AG: „Nur im Verbund sind wir leistungs- und wettbewerbsfähig“

Foto: SAGDr. Olaf Krüger im B&P- Interview: Unter seiner Führung stellt sich die Süderelbe AG jetzt neu auf. Foto: SAG

INTERVIEW mit Dr. Olaf Krüger, Vorstand der Süderelbe AG, über die Neuausrichtung der Gesellschaft.

Mit Dr. Olaf Krüger hat im vorigen Jahr ein neuer Vorstand die Führung der Süderelbe AG übernommen. Mittlerweile ist die grenzüberschreitend tätige Gesellschaft, die derzeit 88 öffentliche und private Aktionäre hat, neu strukturiert und definiert sich wieder stärker als Regionalentwicklungs- und Wirtschaftsförderungseinrichtung – Thema für ein Interview, das B&P-Redakteur Wolfgang Becker geführt hat.

In den vergangenen Monaten ist die Süderelbe AG neu strukturiert worden. Was bedeutet das?
In den zurückliegenden Jahren gab es immer wieder inhaltliche Kritik hinsichtlich der Ausrichtung. Das hat vor allem die Zusammenarbeit mit den Kollegen der Wirtschaftsförderungen in den Landkreisen belastet. Wir haben uns aufgemacht, diese Situation zu verbessern und uns neu positioniert. Wir agieren jetzt schon anders als in der jüngeren Vergangenheit. Zudem befinden wir uns in einem intensiven Meinungs- und Gedankenaustausch mit den Wirtschaftsförderungskollegen in der Region. Am Ende sollte optimalerweise die Entwicklung eines abgestimmten Wirtschaftsförderungssystems im Sinne eines Aufgaben- und Dienstleistungsportfolios für die gesamte Region stehen.


Wie lautet der Kernauftrag der Süderelbe AG? Diesen haben die Gründungsväter in der Satzung vor zehn Jahren klar festgelegt: Gegenstand des Unternehmens ist die „Förderung der Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung in der Region Süderelbe durch die Identifizierung sektoraler Wachstumspotenziale über Länder- und Kreisgrenzen hinweg“. Durch unsere Arbeit wollen wir einen aktiven Beitrag zur Förderung des unternehmerischen wirtschaftlichen Wachstums und somit zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen leisten. Daraus ergeben sich drei inhaltliche Schwerpunkte: die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Süder-elbe im Allgemeinen, die Förderung unserer Leit- und Zukunftsbranchen und die Unternehmensservices, zu denen wir auch unsere Immobiliendienstleistungen zählen.



Sind die Unternehmensservices der zentrale Punkt? Die drei genannten inhaltlichen Säulen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Mit Blick auf die Unternehmensservices geht es natürlich nicht darum, dasselbe anzubieten, was bereits von den Kollegen in den Landkreisen geleistet wird. Ich denke, es herrscht hier eine geradezu natürliche Aufgabenteilung. So gibt es Fragestellungen, die überregional behandelt werden sollten und umgekehrt solche, die vor Ort besser aufgehoben sind. Wenn sich zum Beispiel ein Unternehmen im ersten Schritt für die gesamte Region interessiert, ist es richtig, diese Anfrage nicht sofort in alle Landkreise zu delegieren, sondern dieses Unternehmen zunächst zentral zu betreuen. Wenn die Vorstellungen konkret sind, ist das Unternehmen auch vor Ort gut aufgehoben.