Umworben und gefördert: Roter Teppich für die Gründer im Hamburger Süden

Hamburg_Innovation_Summit

Premiere für den Hamburg Innovation Summit – Landkreis Harburg ist Gründerregion – Diverse Gründerpreise ausgelobt

Die Häufung von Gründungspreisen und Veranstaltungen rund um das Thema „Start-ups“ erinnert ein bisschen an eine seltene Planetenkonstellation – tatsächlich erfahren die Gründer in Hamburgs Süden 2015 ganz besondere Aufmerksamkeit. Mit dem ersten Hamburg Innovation Summit hat es mittlerweile sogar eine innovative Veranstaltungspremiere gegeben. Die vermutlich beste Nachricht kommt dagegen aus dem Landkreis Harburg, der in einer Erhebung des Instituts für Mittelstandsforschung im Vergleich mit 402 Landkreisen und kreisfreien Städten noch vor der Hansestadt Hamburg in der Riege der „Top 25“ gelandet ist und sich nun zu Recht als Gründerregion bezeichnen darf.

Zweifellos profitiert der Landkreis Harburg von seiner Nähe zu Hamburg. Zugleich hat die Wirtschaftsförderung aber seit Jahren darauf hingearbeitet, Gründern den roten Teppich auszurollen. Wilfried Seyer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg (WLH): „Gründungsneigung und Unternehmertum gelten als ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftsentwicklung einer Region.“ Er weist darauf hin, dass die Erhebung auf Daten aus dem Jahr 2013 basiert – einer Periode, die unter Gründungsaspekten eher als schwach galt. Der Landkreis erreichte im Übrigen Platz 22 zwischen Pinneberg (19) und Hamburg (25). Ein paar Kilometer weiter sieht es schon anders aus – der Landkreis Stade (132) hat zwar eine Gründerszene, aber die ist überschaubar. Warum, erläutert Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs: „Stade ist keine klassische Gründer-region, eher ein Industriestandort. Bei uns haben die Leute Arbeit – außerdem ist Hamburg vor der Haustür. Der Gründungsdruck ist hier nicht so hoch. Im Ranking sind wir daher im oberen Mittelfeld zu finden.“ Das Thema ist trotzdem auf der Agenda: „Wir müssen Gründer mit Migrationshintergrund stärker ins Auge fassen.“ In Lüneburg (115) sieht es so aus: „Durch die Leuphana Universität und die Zusammenarbeit der Uni mit dem Gründer- und Innovationszentrum e.novum haben wir durchaus eine ausgeprägte Szene – vor allem im Bereich digitale Medien und Kreativwirtschaft.“, sagt Wirtschaftsförderer Jürgen Enkelmann.


In allen drei Landkreisen steht noch in diesem Jahr die Verleihung von Gründerpreisen an. Im Bezirk Harburg hat das große Event dagegen schon stattgefunden: Beim Hamburg Innovation Summit hat sich das eigens zur Stärkung der Gründeraktivitäten eingerichtete „Startup Dock“ der Technischen Universität Hamburg als Veranstalter bewährt. Im Rahmen der ganztägigen Veranstaltung wurden drei Preise verliehen. Außerdem wurde die Technologie der Zukunft gezeigt – durchaus versehen mit einem Appell an die nachrückende Generation: Wer gründen will, sollte hier einsteigen.

Autor: Wolfgang Becker