„Das wird ein cooles Midscale-Hotel“

Sie haben den jüngsten Harburger Hotel-Coup vorbereitet: Heiko (von links) und Guido Mönke, Imentas-Geschäftsführer Heinrich Wilke sowie Ingo Mönke. Foto: Wolfgang Becker

Imentas entwickelt Doppelprojekt Aqua2 Dock – Mietvertrag mit Novum Hospitality unterzeichnet – Büros und Gastronomie mit zweifacher Wasserlage

Damit dürfte niemand in Harburg gerechnet haben: Im Binnenhafen soll ein weiteres Hotel gebaut werden, über das bislang noch gar nicht gesprochen wurde. Jetzt haben Heiko, Ingo und Guido Mönke die Katze aus dem Sack gelassen. Sie planen auf dem eigenen Grundstück an der Blohmstraße das Projekt Aqua² Dock, ein Komplex mit zwei Baukörpern – ein Bürohaus mit Gastronomie und ein Hotel mit 166 Zimmern, davon 20 sogenannte Long-Stay-Apartments. Das Projekt wurde von langer Hand vorbereitet und ist bereits mit den Behörden abgestimmt. Das Beste: Für das Hotel „the niu QUAI“ gibt es bereits einen unterschriebenen Mietvertrag. Die familiengeführte Hamburger Hotelgruppe Novum Hospitality (mehr als 175 Hotels europaweit) wird das Haus unter ihrer Millenial-Marke „the niu“ betreiben. Ingo Mönke ist sich ganz sicher: „Das wird ein cooles Midscale-Hotel in Harburg.“

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Projektentwickler ist die Imentas Immobilienpartner GmbH aus Harburg. Geschäftsführer Heinrich Wilke hat den Kontakt zu Novum Hospitality hergestellt, erste Gespräche führte er 2018 auf der Expo Real in München. Seit eineinhalb Jahren ist er mit den Mönkes in Kontakt. Der Name Aqua² bezieht sich auf die beiden Wasserseiten, denn der Bürokomplex, der direkt hinter dem Hauptgebäude der Paletten-Service Hamburg AG gebaut wird, grenzt auf der Westseite an den Ziegelwiesenkanal und auf der Nordseite an den Lotsekanal – eine herausragende Lage, die durch ein Eckrestaurant im Erdgeschoss einen besonderen Akzent setzt.

Hotelzimmer und schicke Büros

46 Millionen Euro wollen die Mönkes in das neue Harburger Projekt investieren und sie bekommen jetzt schon positive Rückmeldungen aus der Nachbarschaft. Grund: Viele Unternehmen suchen dringend Hotelzimmer für Mitarbeiter und Gäste, die befristet am Standort Hamburg untergebracht werden müssen. Die bisher vorhandenen Hotels decken die Nachfrage bei weitem nicht ab. Auch Heiko Mönke ist sicher: „Wir gehen fest davon aus, dass es für das neue the niu Quai genügend Nachfrage geben wird. Der Hotel-Bedarf ist längst nicht gestillt.“ Und Wilke stellt klar: „Für ganz Hamburg gibt es einen Entwicklungskorridor für 100 neue Hotels; das zeigt, wie groß der Nachholbedarf in der Hansestadt ist.“

Das neben dem Hotel geplante Bürogebäude wird nach neuestem technischen Standard gebaut. Unter anderem soll es mit einer Betonkernaktivierung ausgestattet werden, die für eine angenehme Kühlung in den warmen Monaten sorgt. Für Mieter stehen dort Büroflächen von 200 bis 6000 Quadratmeter zur Verfügung; und wer sich eine der begehrten Flächen im obersten Geschoss sichert, hat von den Dachterrassen einen fantastischen Blick auf die Hamburger Skyline.

Beide Häuser zusammen sollen rund 13 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche haben. Mit den Bauarbeiten soll bereits ab Mitte nächsten Jahres begonnen werden. Das Hotel der jungen Marke the niu wird im Midscale-Segment konzipiert. Ingo Mönke: „Wir wollen diesen Standort deutlich beleben. Um den Neubau herum wird es eine öffentlich begehbare und zehn Meter breite Promenade geben, das heißt: Die Hamburger können direkt an der Wasserkante entlang spazieren. Auf den Wasserflächen möchte ich Pontons festmachen, auf denen zum Beispiel auch Sportangebote gemacht werden. Tretboote möchte ich ebenfalls hier sehen. Vielleicht können wir auch eine ‚stehende Welle‘ auf dem Kanal platzieren für Leute, die gerne Wassersport auf dem Surfbrett betreiben. Zwischen den Gebäuden soll eine Plaza mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Wir wollen hier regional einen richtigen Mehrwert schaffen.“

Geschichtliche Bezüge erwünscht

Zurzeit stehen auf der 6000 Quadratmeter großen Fläche noch alte Holzhallen, die aber kaum noch genutzt werden. Heiko Mönke: „Wir sind dabei, das Holz zu sichern. Aus den alten Balken lassen sich möglicherweise später Einrichtungsgegenstände für die Hotel-Lobby gestalten. Das muss sich noch entwickeln. Aber: Die Hotelbetreiber von Novum legen großen Wert auf lokale Identität. Deshalb sind auch geschichtliche Bezüge erwünscht und werden gerne aufgegriffen, um dem Haus identitätsstiftende Atmosphäre zu verleihen. Darauf sind wir vorbereitet.“

Der Entwurf für den Neubau stammt von den Hamburger Architekten Schenk + Waiblinger. Sie haben bereits andere Hamburger Projekte konzipiert, darunter den geplanten Neubau auf der Fläche des ehemaligen Harburg-Centers. Die Häuser werden in klassischer Ziegelbauweise gebaut. Wilke: „Das passt zum Ziegelwiesenkanal, diese Optik wollen wir aufnehmen.“ Er hebt vor allem die besondere Lage des Grundstücks hervor. Der Bus hält vor der Haustür, zur S-Bahn sind es nur wenige Minuten. Vom Harburger Binnenhafen aus sind auch die Autobahnen schnell zu erreichen, und über den Binnenhafen und die Süderelbe ist selbst Schiffsverkehr nach Hamburg eine Option. Das Hotel ist also sowohl für Mitarbeiter von Unternehmen als auch für Touristen interessant und reiht sich damit in die Riege der Projekte ein, die in Hamburg noch folgen sollen.

Hotel, Gastro, Office & Event

Mit den Themen Gastronomie, Hotel, Office und Event betreten die Mönkes geschäftliches Neuland. Ingo Mönke: „Wir können Logistik, und wir können Innovation. Wir sind bereit, uns in eine neue Richtung zu entwickeln. Mit unserem Projekt glauben wir, das Richtige für den Standort zu tun. Die Idee ist übrigens nicht neu, sondern wurde schon vor Jahren mit unserem Vater Horst Mönke diskutiert. Wir setzen diesen Plan jetzt um. Und wir sind sicher: Horst wäre stolz auf uns.“

Die beiden Baukörper sollen vier bis fünf Geschosse hoch werden und sich damit harmonisch in das Umfeld einpassen. Das Erdgeschoss steht auf einem etwa 1,40 Meter hohen Sockel. Darunter verbirgt sich eine Tiefgarage mit etwa 120 Stellplätzen, die aber nur zur Hälfte im Boden verschwindet. Dieses Verfahren hat sich auch bei anderen Gebäuden im Hafengebiet bewährt, da der Harburger Untergrund sehr nass ist und Probleme beim Tiefbau bereitet. wb

Web: https://www.imentas.de/