Hochkompliziert und dringend nötig: Die A26 Ost steht vor einem wichtigen Meilenstein

Foto: © Vitaly KrivosheevDer Bau der A26 geht weiter. || Foto: © Vitaly Krivosheev

Die Verbindung von A7 und A1 ist eine Kette von Sonderbauwerken – Gibt der Bund jetzt grünes Licht für die Finanzierung?

Die Spannung steigt: Bis zum Jahresende erwarten die Planer der DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH die Entscheidung des Bundes, ob die seit Jahren geplante A26 Ost (Hafenquerspange) in den vordringlichen Bedarf rückt. Sollte das Signal auf Grün gestellt werden, wäre ein Meilenstein erreicht. Dann darf sich vor allem der Hamburger Süden inklusive Wilhelmsburg auf das langsame Näherrücken einer monumentalen Großbaustelle einstellen. Da die DEGES auch den Anschluss in Niedersachsen herstellen soll, kommt zudem neue Bewegung in den überfälligen Anschluss von Stade an das Autobahnnetz.

Die A26 Ost ist eine Aneinanderreihung von komplexen Einzelbauwerken, die die Ingenieure vor große Herausforderungen stellen. Die Querverbindung der A7 und der A1 zieht sich südlich von Waltershof über die Süderelbe und die Hohe Schaar. Wer das Gebiet kennt, der weiß: Hier ist es eng. Raffinerien, das Kraftwerk Moorburg, zahlreiche Unternehmen im Baukorridor, die Süderelbe – das Projekt ist eine Kette von Sonderlösungen.

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Auf der Hohen Schaar (Wilhelmsburg) muss die vierspurige Autobahn mangels Platz auf einer Reihe von Einzelstelzen gebaut werden. Der Anschluss der A26 aus Richtung Stade wird Richtung Hamburg-City durch einen 20 Meter hohen „Überflieger“ hergestellt, eine im weiten Bogen geschwungene Brückenkonstruktion in der „dritten Etage“. Komplizierte Kreisel sollen den Verkehr im Hafenbereich in alle Richtungen lenken und aus allen Richtungen aufnehmen. Und nicht zuletzt steht der Bau einer neuen Süderelbbrücke an, die parallel zur Kattwykbrücke verlaufen soll.

Derzeit liegen die kalkulierten Kosten bei 900 Millionen Euro – dafür ließe sich auch eine zweite Elbphilharmonie bauen. Das Beispiel macht deutlich: Die A26 Ost wird ganz sicher die Milliarden-Euro-Grenze durchbrechen, denn die Kosten spiegeln lediglich den Stand heute wider. Gleichwohl ist Peter Pfeffermann, Abteilungsleiter bei der DEGES in Berlin und damit Chefplaner der Querspange, optimistisch, dass die Zeichen für den Bau der Autobahnverbindung gut stehen. Olympische Spiele in Hamburg hätten dieses Vorhaben zusätzlich beschleunigt. Inwieweit sich die gescheiterte Hamburger Olympia-Bewerbung bremsend auswirkt, muss sich zeigen.

Lesen Sie dazu das ausführliche Interview mit Peter Pfeffermann