Schnelltest: In 30 Minuten Tumore und Viren entdecken

Mikrobiologe Dr. Stefan Kulick (vorn) und sein Team haben sich im hit-Technopark eingerichtet. Foto: Horst Piezug

Mieter im hit-Technopark: KSK Diagnostics entwickelt revolutionären Schnelltest

Häufig wissen Patienten nicht, dass sie sich mit lebensgefährlichen Influenza- oder anderen Viren angesteckt haben. Wenn sie bei ihrem Hausarzt oder in einer Notaufnahme untersucht werden, gibt es dort in der Regel keine Möglichkeit, die Erreger in kürzester Zeit zu identifizieren. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr sind in der Zwischenzeit auch andere Menschen in unmittelbarer Nähe stark gefährdet. Mit den neuartigen Technologien für Schnelltests der KSK Diagnostics GmbH aus dem hit-Technopark, die nächstes Jahr auf den Markt kommen sollen, können künftig in kurzer Zeit die richtigen Diagnosen und auch die richtige Behandlung vor Ort ermittelt werden. „Das kann Leben retten, und Labore können effizienter arbeiten“, sagt Mikrobiologe Dr. Stefan Kulick, der die Technologie entwickelte und das 2014 gegründete Unternehmen in Hamburg führt.

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Die wissenschaftliche Bezeichnung „KDx rITA“ klingt kompliziert, und ist es auch. Die Forschungsergebnisse sind geheim, die Vorteile liegen dafür umso offener auf dem Tisch: Im Gegensatz zur normalen Auswertung von Blutproben mit einem zeitraubenden Transport ins Labor und der Online-Rückübermittlung der Analysewerte dauert die KSK Patientendiagnostik lediglich 30 Minuten. Kulick: „So kann in der Notaufnahme beim Eingangscheck, im Operationssaal oder beim niedergelassenen Arzt sofort ein Test gemacht werden, der die Diagnose beschleunigt.“ Beispielsweise vor einer OP, um antibiotikaresistente Keime oder Nachweise von Tumoren zu finden. Die gezielte Behandlung mit den richtigen Medikamenten kann unmittelbar beginnen.

Kulick und sein Forscherteam stießen mit ihrer Idee schnell auf Interesse in der Medizintechnik. Sie erhielten den InnoRamp-Innovationszuschuss. Bis zur Marktreife des Testgerätes finanziert sich KSK mit Mitteln aus dem Innovationsstarter Fonds Hamburg und dem High-Tech Gründerfonds.

Bis Mitte des Jahres forschte das Startup auf beengtem Raum in der Königstraße auf St. Pauli, ehe man im Tempowerkring den idealen Standort fand. Der hit-Technopark setzt auf die Zukunftstauglichkeit seines neuen Mieters und baute zusammen mit der KSK Diagnostics auf der Fläche in Haus 1 Büros und fünf Laborräume mit staub- und keimfreien Bereichen sowie Tageslichtleuchten in der Decke und Glasfronten in den Wänden. „Wir sind sehr zufrieden hier im hit und haben noch Potenzial, uns zu vergrößern“, sagt Mikrobiologe Kulick. Angefangen hat der Geschäftsführer schon damit. Noch in diesem Jahr wird sein neues Unternehmen um zwei Laboranten von sechs auf acht Mitarbeiter wachsen. pb