So punktet Buxtehude bei der Vermarktung von Gewerbeflächen

Buxtehude_LuftbildBuxtehude ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität. Vor allem die Altstadt zieht jedes Jahr viele Besucher an, die hier zum Einkaufen Station machen.

Baureif, erschlossen, sofort verfügbar: Mehr als 20 Hektar stehen ansiedlungswilligen Unternehmen zur Verfügung.

Kerstin Maack

Kerstin Maack leitet die
Wirtschaftsförderung in Buxtehude.

Wenn es um die strategische Planung von Gewerbeflächen geht, dann zeigt die Hansestadt Buxtehude, wie es geht: Gleich drei Gewerbegebiete liegen fast auf einer Ost-West-Achse im Süden der Stadt – dort finden expansionswillige Unternehmen und Neuansiedler reichlich Platz: „Wir haben zurzeit 22 Hektar baureife Gewerbefläche, die sofort vermarktet werden kann“, sagt die Leiterin der Wirtschaftsförderung, Kerstin Maack. Damit muss sie den Vergleich zu anderen Städten im Süden Hamburgs nicht scheuen. In Buchholz beispielsweise rächt sich jetzt die zögerliche Haltung des Stadtrates dort ist der Flächennotstand mittlerweile akut.

Dass Buxtehude mangels A26 nach wie vor nicht wirklich an eine Autobahn angeschlossen ist, tut der Entwicklung keinen Abbruch. Kerstin Maack: „Seit 2011/12 registrieren wir hier eine ungebrochene Nachfrage nach Flächen. In den letzten zwei Jahren haben wir rund acht Hektar an Unternehmen verkauft beziehungsweise vermittelt. Das ist sehr erfolgreich verlaufen. Auch in diesem Jahr ist die Vermarktungssituation weiterhin positiv.“

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Ovelgönne: Der Mix macht’s . . .

Ovelgoenne

Gewerbegebiet Ovelgönne

Das Gewerbegebiet Ovelgönne erweist sich mittlerweile als gelungener Schachzug. Unmittelbar an der B73 gelegen, ist es von hier nur ein Katzensprung zur B3 neu auf Neu Wulmstorfer Gebiet – dem künftigen Zubringer zur A26. In der Folge haben sich bereits vier Firmen auf insgesamt drei Hektar Fläche niedergelassen: der Großhändler Whirlpool, die Strandkorb-Manufaktur, das Baustoffkontor Hamburg und das Unternehmen EP-Logistik. Drei weitere Hektar Fläche sind optioniert, wie Kerstin Maack sagt – das hieße: Die Hälfte des Gewerbegebiets ist derzeit bereits belegt, also nicht mehr verfügbar. Die Wirtschaftsförderin: „Wir haben für das Gebiet erst im September 2012 den ersten Spatenstich gemacht, Ende 2013 war die Erschließung fertig, und heute ist quasi die Hälfte belegt oder reserviert. Dabei war das Gebiet eigentlich als mittel- bis langfristige Reserve gedacht gewesen, etwa für den Zeitraum von zehn bis zwölf Jahren.“ Die Vergabe von Grundstücken geht in der Regel einher mit der Wirtschaftsentwicklung – brummt die Wirtschaft, steigt der Flächendruck. Hinzu kommt die Niedrigzinsphase. Kerstin Maack: „Viele Unternehmen investieren jetzt in eigene Gebäude – das ist häufig finanziell attraktiver als die Miete, auf der anderen Seite aber auch ein Bekenntnis der Unternehmen zum Standort Buxtehude.“ Was sie besonders begeistert: „Buxtehude verfügt über einen sehr ausgewogenen Branchenmix. Das ist die große Stärke dieses Wirtschaftsstandortes. Und genau dieser Mix findet sich jetzt selbst in einem Gewerbegebiet wie Ovelgönne wieder: Produzierendes Gewerbe, Großhandel, Dienstleistung/Logistik.“ Mittlerweile gibt es auch eine Anfrage aus dem Handwerk. Das Gebiet sei zudem stark im Fokus der Hamburger Unternehmen, die mangels Flächenangebot nach außen drängen.

Hedendorf: Der Geheimtipp . . .

Hedendorf

Gewerbegebiet Hedendorf

Etwas abseits gen Westen gelegen, aber dennoch gut zu erreichen ist das Gewerbegebiet Hedendorf, das aber unbestritten über die beste Verbindung zur Autobahn verfügt. Auslöser dieser Planung war der Expansionswille der Firma Dammann. Das Maschinenbauunternehmen, das unter anderem landwirtschaftliche Spritzmaschinen für Kunden in aller Welt herstellt, wollte seine drei im Ort liegenden Firmenteile zu einem Standort zusammenfassen – also wurde auf der grünen Wiese neu gebaut und mittlerweile bereits erweitert. Doch das Gewerbegebiet steht auch anderen Unternehmen offen. Weitere Entwicklungen sind auf etwa drei Hektar Fläche möglich, wie Kerstin Maack erläutert. Außer Dammann hat sich auf dem Gelände die Dachdeckerei und Zimmerei Bartsch niedergelassen. Weitere Ansiedlungen sind erwünscht, wobei die Wirtschaftsförderung hier auch primär darauf zielt, Flächen für Bestandsunternehmen aus der Ortschaft vorzuhalten.

Obwohl Hedendorf etwas abseits der Bundesstraßen liegt, gilt der Standort als Geheimtipp. Warum, erklärt Kerstin Maack: „Von hier aus ist man über Grundoldendorf in kurzer Zeit am Kreisel bei Horneburg und damit auf der A26. Das wird oft übersehen, denn diese Strecke ist nicht jedem so bekannt.“ Und: „Das Gebiet eignet sich selbstverständlich auch für Neuansiedlungen.“

Alter Postweg: Die Keimzelle wächst weiter . . .

Buxtehude, Alter Postweg

Gewerbegebiet Alter Postweg

Bis zum Stadtkern sind es nur wenige Minuten mit dem Auto: Das Gewerbe- und Industriegebiet Alter Postweg ist die Keimzelle der neueren Buxtehuder Wirtschaftsentwicklung. Namen wie Bacardi, Synthopol Chemie, Unilever, Implantcast und Airbus machen deutlich, dass hier echte Schwergewichte zu finden sind. In den letzten zwei Jahren wurden zwei Hektar verkauft. Weitere Flächen von rund 1,5 Hektar sind optioniert. Was genau hier in naher Zukunft passieren wird, ist noch ein vertrauliches Thema, aber eines macht Kerstin Maack klar: „Im Gebiet Alter Postweg gibt es nach wie vor hochinteressante Entwicklungen. Und wir haben noch gute Reserven.“

Buxtehude zählt sich zu den wachsenden Städten – sowohl von der Bevölkerungszahl her betrachtet als auch von der Wirtschaftskraft. Kerstin Maack: „Wir haben hier eine hohe Produktivität bei den Arbeitsplätzen und durch unseren Mix eine nachhaltige Wirtschaftskraft. Für die nächste Zeit sind wir gut gerüstet.“ Dennoch: Auch Buxtehude muss die Zukunft planen und sich darauf einstellen, weitere Flächen zu entwickeln. Dazu Kerstin Maack: „Für künftige Flächen-ausweisungen brauchen wir kluge Konzepte. Die Flächen sind endlich. Wir werden nur mit guten Konzepten überzeugen können.“ Sie schließt nicht aus, dass es künftig auch Flächen geben könnte, die an Unternehmen verpachtet werden, also langfristig im Eigentum der Stadt bleiben. wb

Wer die Wirtschaftsförderung treffen möchte, sollte sich noch zur Kontaktmesse „Wir im Süden“ anmelden. Dort wird auch die Hansestadt Buxtehude präsent sein.