Spätfolge von Olympia: Hamburgs Senat bringt Grasbrook auf den Weg

3000 neue Wohnungen in den kommenden 20 Jahren – Platz für neue Unternehmen – Standortsicherung für die Hafenwirtschaft

Die Idee stammt aus den Jahren, als Hamburg sich anschickte, die Olympischen Spiele 2024 auszurichten. Das Konzept war visionär, doch die Hamburger hatten keine Lust auf Olympia und pfiffen die Pläne per Volksentscheid ab. Jetzt hat der Hamburger Senat die rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen für die Planung und Entwicklung des neuen Stadtteils geschaffen. Künftig kann auf dem Kleinen Grasbrook gearbeitet, gewohnt und gelebt werden. Hier wird in den kommenden 20 Jahren ein Innovationsstadtteil wachsen, mit etwa 3000 Wohnungen, davon ein Drittel öffentlich gefördert, mit rund 16 000 Arbeitsplätzen und einer vielfältigen sozialen Infrastruktur. So war es auch im Olympia-Konzept vorgesehen, denn auf dem Kleinen Grasbrook sollte ein nachhaltiges Olympisches Dorf entstehen.

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Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister: „Die zukünftigen Quartiere auf dem Grasbrook zeichnen sich durch eine Verbindung von Wohnen und Arbeiten aus, mit vielen Promenaden und Plätzen entlang des Elbufers. Gleichzeitig haben wir für die ansässigen Hafenunternehmen eine langfristige Perspektive für ihre Investitionen auf dem Grasbrook eröffnet. Der neue Stadtteil Grasbrook wird die Erneuerung von Hamburgs Elbufer fortführen und die HafenCity mit der Veddel verbinden.“ Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt: „Hier wird man gern wohnen, arbeiten, Freizeit verbringen und Kultur erleben. Davon werden auch die Nachbarn auf der Veddel profitieren.“ Der Grasbrook ist die logische Fortsetzung des Konzeptes „Sprung über die Elbe“, das in der Ära von Beust erfunden worden war und im Zuge der IBA Hamburg in den Jahren 2007 bis 2013 deutlich an Form gewann. Der Grasbrook bildet als neuer Stadtteil eine urbane Brücke zwischen dem Süden der Hansestadt und Hamburg-City.

Der städtebauliche Entwicklungsbereich des neuen Stadtteils Grasbrook wird in drei Quartiere unterteilt. Die Quartiere „Moldauhafenquartier“, „Freihafenelbquartier“ und „Hafentorquartier“. Die Quartiere Moldauhafenquartier und Freihafenelbquartier werden zukünftig in eine gemischt genutzte Fläche für Wohnen und Arbeiten umgewidmet. Zudem bietet der neue Stadtteil Raum für Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, Dienstleistungsangebote, eine Grundschule, Sportmöglichkeiten und Kitas. Am Elbufer sind etwa vier Kilometer öffentlich zugängliche Promenaden und Freiflächen vorgesehen. Außerdem soll der Hauptstandort des Deutschen Hafenmuseums samt Liegeplatz der „Peking“ am Holthusenkai auf dem Grasbrook als prägnanter Neubau entstehen.

Attraktiv für neue Firmen

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann hat von Amts wegen die Wirtschaft im Fokus: „Hamburg erhält einen neuen Stadtteil, der auch für Unternehmensansiedlungen mehr als attraktiv ist. Wir sichern den Hafenunternehmen ihren Standort, wie wir es versprochen haben. Ansässige und zukünftige Unternehmen erhalten am Kleinen Grasbrook eine langfristige Standort- und Zukunftsperspektive.“ Der Mietvertrag mit der HHLA wird mit Blick auf die beabsichtigte Entwicklung des neuen Stadtquartiers verlängert mit dem Ziel, der Firma eine langfristige wirtschaftliche Entwicklungsperspektive unter Berücksichtigung der Intensivierung der Nutzung am Standort zu sichern. Auch der Edeka Handelsgesellschaft Nord mbH soll am Standort eine langfristige Entwicklungsperspektive gegeben werden. Da die heute genutzten Gebäude den künftigen Anforderungen des Betriebes nicht mehr entsprechen, wird Edeka auf dem O’Swaldkai auf einem anderen Grundstück neu bauen. wb