foodactive e.V. bringt die Lebensmittelbranche zusammen

Dr. Annika SchröderDr. Annika Schröder ist Geschäfts­führerin des 2012 gegründeten Vereins foodactive e.V.

Netzwerken in der Metropolregion Hamburg – Gespräch mit Geschäftsführerin Dr. Annika Schröder.

Das Gebot der Stunde? Netzwerken! Bereits 2009 startete die Süderelbe AG deshalb eine Initiative, um die Akteure der Lebensmittel-Branche im Hamburger Süden an einen Tisch zu bringen. Ziel: das Schaffen von Synergien beispielsweise im Logistikbereich. Mit Dr. Annika Schröder wurde eine Fachfrau gewonnen, die bereits beim Aufbau der FoodRegio in Lübeck Erfahrungen gesammelt hatte. Seit 2013 ist der im Jahr zuvor gegründete Verein foodactive e.V. unter ihrer Geschäftsführung das offizielle Ernährungsnetzwerk in der Metropolregion Hamburg.

Annika Schröder: „Unser Ziel ist es nach wie vor, das Netzwerk auszubauen. Wir haben heute 53 Mitglieder – da ist noch Luft nach oben.“ In der Metropolregion gibt es schätzungsweise 400 Unternehmen, die Lebensmittel herstellen. Hinzu kommen weitere nachgelagerte Branchen, die beispielsweise Verpackungsmaschinen und Verpackungen herstellen (etwa Panther Packaging, die ehemalige Altonaer Wellpappenfabrik), bauen oder im Dienstleistungssektor aktiv sind. Der Jahresumsatz liegt bei etwa 16 Milliarden Euro. Annika Schröder: „Wir arbeiten daran, die gesamte Branche zahlenmäßig zu erfassen, was gar nicht so einfach ist, da beispielsweise die Kammern ganz andere Gebietszuschnitte haben.“ Und da nun auch Mecklenburg-Vorpommern zur Metropolregion Hamburg hinzugekommen ist, ergibt sich ein weiterer geografischer Raum, dessen Branchendaten noch genau erschlossen werden müssen.

Ursprünglich hatte das Land Niedersachsen die Initiative angeschoben und über einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert. Namhafte Unternehmen der Food-Branche haben im Randbereich von Hamburg ihren Sitz und sind auch Mitglied von foodactive – darunter die Ostfriesische Teegesellschaft (Hittfeld), Eisbär-Eis (Apensen), die Bohlsener Mühle (Landkreis Uelzen), die Behr AG (Ramelsloh) und das Molda-Nachfolgeunternehmen Döhler (Dahlenburg). Aus dem Süden Hamburgs gesellen sich beispielsweise das Backhaus Wedemann (Harburg) und die Aurora-Mühle (Wilhelmsburg) dazu. Der Hamburger Großmarkt ist ebenso Mitglied wie Block-Foods (Zentrale Hamburg, Produktion in Zarrentin) und einige Handelshäuser.

„Vorsprung durch Wissen“

Annika Schröder: „Wir bieten eine Reihe von Fachveranstaltungen und Seminaren an, haben Arbeitskreise zu verschiedenen Themen gebildet, veranstalten ein Sommerfest und ein Senatorenfrühstück, informieren über aktuelle Branchentrends und tauschen uns mit unseren Mitgliedern über zahlreiche Fachthemen aus. Wir bringen Wissenschaft und Wirtschaft zusammen.“ Arbeitskreise gibt es zum Beispiel zu Themen wie Personal & Qualifizierung, Qualitätsmanagement, Lebensmittelrecht und Logistik. Frei nach dem Motto „Vorsprung durch Wissen“ hat foodactive den Anspruch, den Mitgliedern wichtige Informationen sofort zukommen zu lassen. Der jährliche Mitgliedsbeitrag ist abhängig von der Mitarbeiterzahl und liegt zwischen
240 und 1900 Euro. „Wir sind davon überzeugt, dass es hilfreich ist, von anderen Mitgliedern der Branche zu lernen. Und wir wünschen uns, dass die Unternehmen das Netzwerken noch stärker entdecken. Dazu muss der Wille zu gemeinsamen Aktivitäten da sein.“ Die Initiative richtet sich gezielt an kleine und mittelständische Unternehmen.

Grundsätzlich ist der Verein für alle Unternehmen der Lebensmittelbranche offen. „Wir machen an der Grenze nicht halt“, sagt Annika Schröder. „Unsere Aktivitäten reichen bis nach Bremervörde.“ Auch in entgegengesetzter Richtung sind die „Grenzen“ offen: foodactive e.V. hat einen Berufsqualifizierungscheck für Migranten entwickelt und bietet geeigneten Bewerbern den Einstieg in die Lebensmittelindustrie. wb

www.foodactive.de