Klinik Dr. Hancken: Neuer Chefarzt für die Hämatoonkologie und Palliativmedizin 

28-05-2015-016Prof. Dr. Stefan Frühauf (rechts) mit dem Pflegeteam und Stationsärztin Lidia Gorolevic.

Medikamentöse Therapien sind unverzichtbarer Bestandteil vieler Tumor- und Leukämiebehandlungen. In der Klinik Dr. Hancken hat im April diesen Jahres Professor Dr. Stefan Frühauf die Verantwortung für diesen den stationären Bereich übernommen.

„Die medikamentösen Krebstherapien entwickeln sich in einem rasanten Tempo“, sagt Professor Stefan Frühauf, der seit April 2015 als Chefarzt die onkologische und palliativmedizinische Station der Klinik Dr. Hancken in Stade leitet. „Bei einer Reihe von früher tödlichen Tumorerkrankungen kann zwar immer noch keine vollständige Heilung, aber ein Stillstand erreicht werden, der den Patienten über Jahre ein fast normales Leben, oft sogar die Rückkehr an den Arbeitsplatz ermöglicht.“

Der 50-jährige Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, internistische Onkologie und Palliativmedizin verfügt über große Erfahrung in diesem Bereich der Tumortherapie: Nach dem Medizinstudium in Heidelberg und am University College in London hat er seine Tätigkeit auf die Behandlung von Tumorpatienten und die klinische Forschung von Krebsmedikamenten ausgerichtet. Seine Facharztausbildung absolvierte er an renommierten nationalen und internationalen Zentren der Krebsforschung, am Universitätsklinikum Heidelberg, am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, am John Hopkins Hospital in Baltimore und an der niederländischen Universität Leiden. In seiner Dissertation beschäftigte sich Frühauf mit Chemotherapien bei Eierstockkrebs und promovierte 1992 mit höchster Auszeichnung. 1999 – mit 35 Jahren – habilitierte er sich an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit über Blutstammzelltransplantation. Im Jahr 2005 wurde er zum außerplan-mäßigen Professor der Universität Heidelberg ernannt.


An seiner eigenen Laufbahn lässt sich auch der rasante Fortschritt in der Krebstherapie ablesen: Als Frühauf 1999 in der Heidelberger Universitätsklinik zum Oberarzt der Abteilung für autologe Blutstammzelltransplan-ta-tion ernannt wurde, war die Übertragung von gesundem Knochenmark fremder Spender noch die letzte Rettung für Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML). Zwei Jahre später jedoch kam ein Medikament auf den Markt, Glivec, das innerhalb weniger Jahre die Behandlung revolutionierte und bei regelmäßiger Einnahme vielen Patienten nicht nur das Überleben sichert, sondern auch ein normales Leben erlaubt. „Das ist für Patienten, die an dieser speziellen Form der Leukämie erkrankt sind, ein großer Gewinn und Fortschritt. Diese Tyrosinkinasehemmer können in vielen Fällen die Entstehung der kranken Blutzellen verhindern.“ sagt Frühauf. Die Medikamente blockieren den Zellteilungsmechanismus, der bei Tumorzellen unaufhörlich voran-schreitet. Seither sind Wirkstoffe dieser Substanzklasse für alle häufigen Tumorerkrankungen zugelassen worden. Andere moderne Krebsmedikamente aktivieren das Immunsystem oder bekämpfen als Antikörper die Tumorzellen. Behandlungen mit Hormonen reduzieren spezielle Tumorzellen und -metastasen bei hormonabhängigen Brust- oder Prostata-Karzinomen.

„Die modernen Krebsmedikamente erreichen oft nur ganz bestimmte Tumoren mit speziellen Eigenschaften. Die Behandlungen werden auch personalisierte Therapien genannt, wobei sich „personalisiert“ zunächst nur auf die Tumoreigenschaften bezieht und nicht so sehr auf den Patienten. Das heißt beispielsweise, dass wir manchen Patientinnen mit fortgeschrittenem Brust-krebs mit einem neuen Medikament helfen können, aber anderen Patientinnen nicht, weil ihr Krebs auf diese Wirkstoffe nicht anspricht. Zu den wichtigsten Aufgaben eines Onkologen gehört es deshalb, die Patienten genau aufzuklären über die Art ihrer Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten, die ihnen zu Verfügung stehen“, sagt Prof. Frühauf.

Dem Onkologen geht es nicht nur um die Bekämpfung der Krankheit, sondern um das Wohlergehen seiner Patienten insgesamt. Immer wieder hat er beobachtet, dass viele Krebskranke in einem sehr schlechten Ernährungszustand sind. Deshalb hat er sich bereits vor Jahren auch in der Ernährungsmedizin fortgebildet, um den Kranken, von denen viele unter Appetitlosigkeit oder Durchfällen leiden, denen Ängste, der Fortschritt der Krankheit und die Strapazen der Behandlung das Essen verleidet haben, helfen zu können. „Auch wenn wir heute viele medikamentöse Therapien ambulant verabreichen können, ist es oft erforderlich, dass wir die Patienten für einige Tage stationär aufnehmen, um ihnen zu helfen, einen besseren Ernährungszustand zu erreichen und sie psychisch zu stabilieren“, sagt Prof. Frühauf, der im Team mit den internistischen Onkologen des MVZ Klinik
Dr. Hancken auch die ambulanten Patienten betreut.

Für seine Behandlungskonzepte hat Prof. Frühauf, der vor seiner Ankunft in Stade als Chefarzt Abteilungen für Hämatologie/Onkologie und Palliativmedizin von Kliniken in Osnabrück und Bad Hersfeld leitete, beste Voraussetzungen: Denn die Stader Fachklinik, die mit 450 Mitarbeitern an sieben Standorten im Elbe-Weser-Gebiet sieben radiologische und nuklearmedizinische Praxen sowie das MVZ für Hämato-Onkologie, Strahlentherapie und Palliativmedizin betreibt, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der hämatoonkologischen Behandlung und der palliativmedizinischen Betreuung von Krebspatienten. Die radiologische und nuklearmedizinische Ausstattung der Klinik Dr. Hancken mit CT, MRT und vor allem dem PET-CT eröffnet dem engagierten Onkologen alle modernen Methoden zur Therapieplanung und -kontrolle. Zudem verfügt die Klinik Dr. Hancken auch über hochmoderne Linearbeschleuniger. Durch die interdisziplinäre Kooperation mit den Strahlentherapeuten der Hanckenklinik können alle Kombinationstherapien unter einem Dach durchgeführt werden.

„Ich freue mich, dass wir mit Prof. Frühauf einen renommierten Spezialisten moderner Krebstherapien nach Stade holen konnten“, sagt Dr. Christoph Hancken, der als Ärztlicher Direktor und Geschäftsführender Gesellschafter die Klinik und die MVZ leitet. „Ich bin mir sicher, dass vor allem die Patienten von der Erfahrung und dem Wissen unseres neuen Chefarztes profitieren werden und wir ihnen hier vor Ort die bestmögliche Behandlung ihrer schweren Krankheit bieten können.“

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.hancken.de
oder in der Klinik Dr. Hancken:
0 41 41 / 604 -0

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