„Wir wollen einer der Tech-Broker Europas werden“

Treffen erste Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr der Tutech: Dr. Christian Salzmann(von links), Executive Director Startup Dock der Technischen Universität Hamburg, Martin Mahn, Geschäftsführer Tutech, Prof. Dr. Garbed Antranikian, Präsident der Technischen Universität Hamburg, und Dr. Ralf Grote, Leiter des Präsidialbereichs der Technischen Universität Hamburg. Foto: Tutech /J.Kilian

Tutech-Geschäftsführer Martin Mahn über die Philosophie, die Neuaufstellung und die Zukunft der Tutech und der Hamburg Innovation.

Von Martin Mahn, Geschäftsführer der Tutech Innovation GmbH und der Tutech Hamburg GmbH

Vor drei Jahren hat Martin Mahn die Geschäftsführung der Tutech Innovation GmbH und der Hamburg Innovation GmbH übernommen und beide Gesellschaften neu strukturiert. Als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft geht es unter anderem darum, aus guten wissenschaftlichen Ideen Geschäftsmodelle zu entwickeln. Mit Martin Mahn sprach B&P-Redakteur Wolfgang Becker.


Tutech hat sich eine neue Struktur gegeben und startet gut aufgestellt ins Jubiläumsjahr. Was ist der wichtigste Grund, warum es Tutech gibt?
Tutech ist eine starke Brücke von der Wissenschaft zur Wirtschaft.



Und von der Wirtschaft zur Wissenschaft – eine Gesellschaft mit Wechselfunktion?
Ganz genau. Wir sitzen an der Schnittstelle.

Können Sie beschreiben, wie diese Schnittstelle funktioniert? Wie kommt es beispielsweise zu Kontakten?
Das ist ebenfalls eine beidseitige Angelegenheit. Hier ist der Professor, der beispielsweise auf einer Messe ein Thema findet, zu dem er eine Lösung anbieten kann. Umgekehrt genauso: Der Unternehmer trifft auf einer Messe die Uni und findet dort genau die Lösung, die er sucht. Wie kommen die beiden nun zusammen? In beiden Fällen kommen sie auf uns zu, weil wir versuchen, die Übersetzer zu sein. Wir sprechen beide Sprachen – die der Wissenschaft und die der Unternehmer. Wenn beide ungebremst aufeinanderprallen, kommt es häufig zu Missverständnissen.

25 Jahre Tutech

Die im Harburger Binnenhafen ansässige Tutech Innovation GmbH wurde vor 25 Jahren, am 7. Oktober 1992, unter dem Namen TUHH-Technologie GmbH als hundertprozentige Tochter der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) notariell beurkundet. Deutschlands erste privatwirtschaftliche Technologietransfergesellschaft. Seitdem sind nach diesem Vorbild an vielen Hochschulen ähnliche Gesellschaften gegründet worden. Im Jubiläumsjahr wird Tutech im Rahmen einer Artikelserie in Business & People über die Aktivitäten aus 25 Jahren und die Zukunftsperspektiven berichten.

 

Das wäre also die klassische Brückenfunktion – beidseitig begehbar.
Ich nehme als Beispiel immer gern den PC. Da gibt es Interpreter oder Compiler, die übersetzen das, was Sie auf der Tastatur machen quasi in die Maschinensprache. Oder wenn wir in die Chemie schauen, dann sind wir der Katalysator. Wir regen Reaktionen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft an, nehmen aber selber nicht direkt daran teil.

Wie aktiv ist Tutech – werden eigene Impulse in Richtung Wissenschaft gegeben?
Das machen wir. Wir sprechen in regelmäßigem Rhythmus mit unseren Lehrstühlen. Dadurch sehen wir, was in ihren Laboren gekocht wird. Und dann kommen natürlich Ideen, woraus sich eventuell etwas machen ließe. Was transferrelevant ist. Manchmal sehen die Forscher gar nicht, was sie da gerade an Potenzial vor sich haben. Weil sie beispielsweise nicht ahnen, dass das genau die Sache ist, nach der ein Unternehmen gerade sucht. Dabei gibt es verschiedenste Ausprägungen, alle Grautöne. Aber: Da ist für uns auch noch viel Luft nach oben.