Zusammenarbeit auch in der Flächenpolitik!

Foto: Oliver Tjaden/SozialbehördeDas Thema Arbeit gehört auch zum Ressort von Sozialsenatorin Melanie Leonhard, hier bei einem Besuch im Continental-Werk Harburg (Phoenix). Foto: Oliver Tjaden/Sozialbehörde

Im B&P-BusinessTalk plädiert Sozialsenatorin Melanie Leonhard für eine engere Kooperation mit den umliegenden Landkreisen und Kommunen.

Die attraktive Metropole Hamburg gilt unter dem Aspekt des Fachkräftemangels noch als Region, in der Unternehmen bei der Personalsuche fündig werden können. Doch das Thema ist auch an Alster und Elbe längst angekommen. Und es wirkt sich vielfach akut aus. „Etwas, über das wir vor einigen Jahren nur geredet haben, das merkt man jetzt“, sagt Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Integration im B&P-BusinessTalk. Für sie ist klar: Es ist höchste Zeit, viel enger mit den umliegenden Kommunen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammenzuarbeiten und gemeinsame Projekte an den Start zu bringen – insbesondere bei der Schaffung von Wohnraum.

Allein im medizinischen Bereich (ohne Tiermedizin und Pharma) fehlen Hamburg in den kommenden Jahren fünf bis zehn Jahren rund 20 000 Fachkräfte, so die Senatorin. Ein Beispiel dafür, wie angespannt die Lage und wie schwierig die Perspektive ist. „Das können wir jetzt hochrechnen auf andere Branchen. Wir profitieren zurzeit noch davon, dass aus dem Süden weit über Lüneburg hinaus, aus Schleswig-Holstein und auch aus dem Osten bis nach Sachsen-Anhalt heraus junge Menschen nach Hamburg kommen, um hier zu studieren, ihre Ausbildung zu absolvieren und auch zu bleiben. Aber: Das wird nicht endlos so sein. Wir müssen nach wie vor noch einige Hausaufgaben beim Wohnungsbau erledigen. Wer hier arbeitet, der möchte hier auch wohnen.“ Letztendlich gehe es darum, dass fehlender Wohnraum in der Folge das Wirtschaftswachstum limitiert – eine Frage, mit der sich die Hamburger Stadtgesellschaft befassen müsse.

Der Trend, dass insbesondere Familien ins Umland ziehen, ist laut Melanie Leonhard zumindest in einigen Bezirken gestoppt, auf jeden Fall aber verlangsamt. Der wirtschaftliche Erfolg Hamburgs ziehe jedoch gerade junge Menschen besonders an. Deshalb sei „die Enge am Hamburger Wohnungsmarkt eine echte, und keine Blase“. Es müsse mehr gebaut werden. Pendeln aus Salzwedel sei auf Dauer keine sinnvolle Lösung.

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„Pendeln aus Salzwedel ist keine sinnvolle Lösung“

Perspektivisch stellt sich für die Senatorin die Frage, wie Hamburg künftig mit dem Umland noch mal anders zusammenarbeiten kann. „Sowohl was den ÖPNV angeht, aber, ganz ehrlich, auch was Flächen betrifft.“ Konkret: „Es wird ja immer gefordert, dass Hamburg mit dem Umland enger zusammenarbeiten soll, auch was den Wohnungsbau betrifft. Gemacht wird es bisher nicht. Stattdessen werden immer nur aus der Hamburger Innenstadt heraus Projekte erdacht, die dann jenseits der Stadtgrenzen stattfinden sollen. Aber Probleme werden wir nicht zulasten Dritter lösen können, sondern nur miteinander. Das heißt: Entweder man hat als Hamburg und Nordheide ein gemeinsames Projekt oder man hat eben keines. Da gehört sehr viel dazu – etwa ein steuerlicher Lastenausgleich oder das Entwickeln von gemeinsamen Planungsräumen. Aber wir sind lange nicht so weit, wie wir sein sollten. Zu einer gemeinsamen Leitplanung ist es bislang nicht gekommen. Ein sehr komplexes Thema.“ Ansprechpartner für Hamburg seien die Landkreise und Kommunen. Da gebe es bereits einige gute Beispiele für funktionierende Zusammenarbeit. 

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