Mehr dual geht nicht

Foto: hs21Marcus Hübner ist Geschäftsführer der hochschule 21 || Foto: hs21

So verzahnt das Modell der hs21 Praxis und Theorie.

Duale Studienangebote gibt es immer häufiger. Wer sich für ein duales Studium interessiert, sollte genau hingucken. Das gilt auch für Betriebe, die einen Studierenden über das duale Modell ausbilden wollen, denn der Begriff dual ist nicht einheitlich definiert“, sagt Marcus Hübner. Das Verhältnis von Theorie- und Praxisphasen sei sehr unterschiedlich verteilt, und mache insbesondere für die Unternehmen nicht immer Sinn, so der Geschäftsführer der hochschule 21.

An der privaten Hochschule in Buxtehude sind eine Vielzahl an Praxiselementen integraler Bestandteil des Studiums. Jeweils drei Monate eines Semesters sind die Studenten durchgängig im Partnerunternehmen. Der Wechsel zwischen Theorie und Praxis im Dreimonatsrhythmus trägt maßgeblich zur Qualität des dualen Konzeptes bei. Die Studieninhalte sind auf hohem akademischen Niveau, anwendungsnah und am Bedarf an der Wirtschaft nach Innovation und damit nach Zukunftsfähigkeit orientiert.

Anzeige

Bereits ab dem ersten Semester können die Studenten in den Betrieb integriert und Teil des Teams werden. „Dabei ist es wichtig, dass beide Lernorte – Hochschule und Unternehmen – optimal aufeinander abgestimmt sind. Inhaltlich müssen Studium und Aufgaben im Unternehmen zueinander in Verbindung stehen – „nur dann ist es ein echtes duales Studium“, so Hübner.

Das Studium dauert in der Regel dreieinhalb, beziehungsweise vier Jahre (im Fach Architektur). Dann sind die Absolventen hochqualifizierte Ingenieure mit einem Bachelorabschluss, die durch die Praxisphasen bereits in die Arbeitsabläufe des Betriebes eingebunden und mit dem Unternehmen vertraut sind.

Nach dem Studium verbleiben die jungen Ingenieure in der Regel für mindestens zwei weitere Jahre im Betrieb. Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern auf dem angespannten Arbeitsmarkt entfällt ebenso wie langwierige und kostenintensive Probezeiten und Einarbeitungsphasen. Im Idealfall gewinnt das Unternehmen mit einem dualen Studenten sogar einen langjährigen Mitarbeiter. „Damit sollte die Entscheidung für eine Partnerschaft mit der hochschule 21 ein durchdachter Teil der Unternehmensentwicklung sein“, meint der Geschäftsführer.

Gemeinsames Recruiting ausbauen

In fast allen Ingenieurstudiengängen erhalten die Bewerber, die bereits einen Praxispartner an ihrer Seite haben, sofort eine Zulassung zum Studium. Aber nicht immer ist die Suche nach dem richtigen Unternehmen einfach. Auch Firmen, die die Vorteile des dualen Studiums nutzen wollen, finden mitunter keine passenden Kandidaten. „Hier wollen wir noch besser gemeinsame Kommunikationskanäle nutzen und insbesondere neue Praxispartner noch besser bei der Suche nach Studierenden unterstützen“, betont der Geschäftsführer. Auffällig sei, dass Studenten für die technischen Studiengänge Gebäudetechnik und Mechatronik über ihre Unternehmen zur Hochschule kämen. „Die haben ihre Partner schon, wenn sie sich bei uns bewerben.“ Daher werde die Hochschule auch verstärkt den Blick auf Praxisunternehmen richten, die bereits Studieninteressierte haben, aber noch auf der Suche nach einer passenden Hochschule sind.

Anzeige

Landkreise und Städte finden Gefallen am dualen Konzept

Auch die öffentliche Hand hat Mühe, qualifiziertes Fachpersonal zu finden. Die eigenen Leute dual und akademisch ausbilden zu lassen, ist für viele Verwaltungen noch Neuland. Aber es tut sich etwas: Mehr als
40 Städte, Landkreise, Stadtwerke und andere öffentliche Einrichtungen arbeiten mittlerweile mit der hochschule 21 zusammen. „Allein über Mund-zu-Mund-Propaganda werden es jährlich mehr. Es freut uns, dass sich das Modell der hs21 auch in den Verwaltungen rumspricht“, sagt Marcus Hübner.