„Aug in Aug im digitalen Zeitalter“

110 Aussteller im Stadeum: Der Wirtschaftstreff „Wir im Mittelstand“ stieß auf großes Interesse. Foto: Lars Strüning

Nichts geht über den direkten Kontakt: 110 Aussteller beim Stader Wirtschaftstreff „Wir im Mittelstand“
Von Lars Strüning

Netzwerken, Klönschnacken und Geschäfte anbahnen: Während der Messe „Wir im Mittelstand“ im Stadeum nutzten 110 Aussteller aus dem Niederelbe-Raum dieses Angebot. Allenthalben herrschte gute Laune, und es gab zufriedene Gesichter.

Anzeige

Das „Theater im Zimmer“ an der Hamburger Außenalster wirkte wie ein Exot im Stelldichein des regionalen Mittelstands. Die Hamburger stellten das komplett renovierte Haus als Location für Firmen- und Privatfeiern vor – für bis zu 200 Personen. Das Theater selbst hat 120 Plätze, damit sei kein Betrieb wirtschaftlich zu gestalten, so Geschäftsführer Richard Kunicki. Das Geschäftsfeld wurde darum erweitert. Die Kunden können die Räume für Partys mit Livemusik buchen, für Casino-Abende oder natürlich klassisch als Theater.

„Nach einem ersten Treffen auf der Mittelstands-Messe konnte das „Theater im Zimmer“ die Volksbank Stade-Cuxhaven als Hausbank gewinnen. Die Tageblatt Event GmbH hat „Wir im Mittelstand“ organisiert, die Kreissparkasse und die Sparkasse Stade-Altes Land sind ebenfalls mit im Boot. „Haben Sie keine Scham, Geschäfte zu machen“, forderte Tageblatt-Chefredakteur Wolfgang Stephan die Aussteller auf, in Gesprächen konkret zu werden. Von den 110 Ausstellern waren 40 das erste Mal dabei. Die Messe fand zum dritten Mal in Stade statt, allerdings unter neuem Namen, um deutlich zu machen, dass gern auch Aussteller von außerhalb dabei sein dürfen.

Volksbank-Vorstand Henning Porth freute sich über den Branchenmix und sagte: „Wenn es dem Mittelstand gut geht, geht es auch uns gut.“ Kollege Ralf-Achim Rotsch von der Kreissparkasse sieht es genauso. Die Regionalbanken sind die Banken des Mittelstands. Dadurch, dass die Kreditwirtschaft – allen voran Volksbanken und Sparkassen – 2008/2009 den Mittelstand weiterhin mit Geld versorgt habe, sei Deutschland glimpflich durch die internationale Finanzkrise gekommen.

Teil der Wirtschaftsförderung

Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber beschrieb den Wirtschaftstreff als eine „grandiose Idee“. Die Teilnehmerzahl steige ständig, auch im digitalen Zeitalter seien Gespräche „Aug in Aug“ unerlässlich für gute Geschäftskontakte. Für sie ist die Messe ein Teil der Wirtschaftsförderung für die Stadt.

Claudia Kresken von der gleichnamigen Tischlerei aus Stade-Ottenbeck hatte neben der Kontaktpflege eine weitere Mission: Sie machte Reklame für den Meisterbrief im Handwerk und befand sich damit im Schulterschluss mit dem benachbarten Stand von der Handwerkskammer. Gemeinsam mit Anke Ott vom Bildungsmarketing der Handwerkskammer verteilte sie Daumen-Hoch-Kekse mit einem Ja zum Meisterbrief.

Ehemann Jörg Kresken war derweil auf der Messe unterwegs. Sein erstes Fazit: „Das lohnt sich immer hier, das ist ja auch ein bisschen sehen und gesehen werden.“ Claudia Kresken ergänzte angesichts der Firmenvielfalt im großen Stadeum-Saal: „Jeder braucht ja mal einen Tischler.“ Kollege Uwe Käppler sieht es genauso. Der Tischler aus Wiepenkathen stellte sich seinen potenziellen Kunden als Gutachter für Bauschäden vor, wenn sich zum Beispiel Schimmel in der Wohnung breitmacht.

Wenn sich die ehrenamtlich tätigen Wirtschaftsjunioren der Industrie- und Handelskammer (IHK) Stade auf Nachwuchssuche machen, lässt das aufhorchen. Der Hintergrund: Die jungen Führungskräfte aus den Betrieben scheiden im Alter von 40 Jahren aus dem Verbund aus, die Fluktuation ist hoch. So positionierten sich Sprecherin Sarah Friedl, Jan Schlichtmann und Daniel Kreuzberg im Stadeum, um Betriebe auf ihre Vereinigung aufmerksam zu machen.