Azubi-Mangel? Das sollten Sie wissen!

Sie hilft Unternehmen bei der Personalfindung und gibt Tipps, wie Fachkräfte gehalten werden können: Corinna Horeis ist selbstständige Personalberaterin mit Sitz in Buchholz. Foto: horeis consult

Die B&P-Kolumne Personal4u.

Von Corinna Horeis,
Diplom-Kauffrau und Personal­beraterin

33 Prozent der deutschen Unternehmen können nicht all ihre Ausbildungsplätze besetzen. Jeder vierte Ausbildungsbetrieb erhält schon gar keine Bewerbungen mehr. Circa 30 Prozent der Schulabgänger verfügen über ein Abitur (in Hamburg sogar 50 Prozent) und streben nach dem Schulabschluss ein Hochschulstudium an. Das eröffne ihnen im späteren Berufsleben mehr Möglichkeiten als nach einer Ausbildung – so die Meinung der Schulabgänger. Der demographische Wandel führt zusätzlich dazu, dass immer weniger junge Nachwuchskräfte nach einem Ausbildungsplatz suchen. Ausbildungsangebote in den Städten sind dabei attraktiver als in ländlichen Gebieten. Zudem ist die Nähe zur Berufsschule ein wichtiger Aspekt für den Auszubildenden. Erschwerend kommt hinzu, dass Unternehmen viele Jugendliche als nicht geeignet halten, da es an Umgangsformen und Teamfähigkeit mangele.

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Doch auch Auszubildende bemängeln, dass die Firmen sich nicht an einen Verhaltenskodex halten. Zum Beispiel dauere es bis zu vier Wochen, bis Rückmeldungen zu einer Bewerbung eingehen. Jugendliche, die in einer immens schnellen Feedback-Kultur heranwachsen, erwarten eine Antwort innerhalb von zwei bis drei Tagen.

Worauf legen die Auszubildenden wert? Sehr wichtig sind Faktoren wie ein respektvoller Umgang, ein gutes Betriebsklima, eine gut strukturierte Ausbildung sowie ein Ausbildungsplan und eine gezielte Vorbereitung auf den Beruf und die Prüfungen. Wichtige Maßnahmen von Politik und Wirtschaft, den eingangs geschilderten Entwicklungen entgegenzuwirken, sind versprochene Weiterbildungsangebote, Kooperationen mit Hochschulen, die Einführung eines Mindestlohns für Auszubildende (ab Januar 2020) sowie attraktive Zusatzleistungen, Auslandsaufenthalte oder eben das Angebot eines dualen Studiums, das nach wie vor eine attraktive Ausbildungsform für junge Menschen ist.

Orientierungshilfe geben!

Der Aufbau einer frühzeitigen Beziehung der Unternehmen zu der zukünftigen Zielgruppe ist ein weiterer wichtiger Baustein, um Orientierung im Berufskarussell zu geben.

Die IHK Lüneburg-Wolfsburg hat unter anderem das Projekt „Ausbildungsbotschafter“ gestartet. Unternehmen benennen intern einen Ausbildenden zum Botschafter eines bestimmten Berufs, der von der IHK für den Einsatz in den Schulen geschult wird. Die Azubis geben Einblick in ihren Berufsalltag, berichten über persönliche Erfahrungen und beantworten die Fragen von Schülern auf Augenhöhe. Für die Unternehmen ist dieses Projekt eine sehr gute Möglichkeit, Kontakt zu potenziellen Fachkräften zu knüpfen und sich bei den Schülern als Ausbildungsbetrieb vorzustellen.

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Und wenn Bewerber ihre Anforderungen nicht gänzlich erfüllen, bieten Kammern und Berufsschulen entsprechende Weiterbildungs- oder Schulungsmaßnahmen an, die die Personen unterstützen, das gewünschte Niveau zu erlangen sowie die verlangten Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlernen. Es bieten sich vielfältige Möglichkeiten an, wie Ihr Unternehmen als qualitativ hochwertiger Ausbildungsbetrieb präsent und wahrgenommen wird. Machen Sie den Weg frei für zukünftige Auszubildende.

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corinna@horeis-consult.de